Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Stufen von The River Theater
- Wasser am Südufer
- Gedenktafel an der LaSalle Street Bridge
Die Geschichte des Ortes
The River Theater des Chicago Riverwalk nimmt den Südrand des Chicago River zwischen der Clark Street Bridge und der LaSalle Street Bridge ein. An einem gewöhnlichen Tag dienen die breiten Stufen als offener Zuschauerraum: Man sitzt auf ihnen fast direkt am Wasser, während sich kleine Veranstaltungen davor abspielen. Früher lag an diesem Uferabschnitt ein Liegeplatz, der heute nicht mehr zu sehen ist. An seine verschwundene Vergangenheit erinnert eine kleine Gedenktafel an der LaSalle Street Bridge.
Zwischen der Clark Street Bridge und der LaSalle Street Bridge führen die Stufen des Chicago Riverwalk vom oberen Niveau des Wacker Drive zum Wasser hinab. Dieser Abschnitt heißt The River Theater: Die Treppe dient bei kleinen Veranstaltungen als Zuschauerraum und ermöglicht es, direkt am Fluss zu sitzen. Am Morgen des vierundzwanzigsten Juli neunzehnhundertfünfzehn wurde an diesem selben Südufer der Ausflugsdampfer SS Eastland festgemacht.
An Bord gingen Beschäftigte der Hawthorne Works von Western Electric und ihre Familien. Im Vorort Cicero stellten sie Telefontechnik her und arbeiteten sechs Tage in der Woche. Das jährliche Picknick in Michigan City bot einen seltenen freien Tag: Die Fahrkarte kostete einen Dollar, bei vorherigem Kauf fünfundsiebzig Cent. Das Unternehmen charterte fünf Schiffe; die SS Eastland sollte als erste abfahren.
Der Dampfer hatte bereits gezeigt, dass er gefährlich war. Nach Umbauten war er im oberen Teil zu schwer geworden, wäre im Jahr neunzehnhundertvier beinahe gekentert und hatte zwei Jahre später starke Schlagseite. Neue Eigentümer kauften ihn im Jahr neunzehnhundertvierzehn, nachdem sie seinen früheren Dienst fast nicht untersucht hatten. Dann traten Vorschriften in Kraft, die nach dem Untergang der RMS Titanic verabschiedet worden waren: Passagierschiffe mussten mehr Rettungsboote und Flöße mitführen. Sie wurden oben auf der SS Eastland untergebracht, doch es gab keine Erprobung mit dem zusätzlichen Gewicht.
Bundesinspektoren standen an der Gangway und zählten die Passagiere. Sie erlaubten, den Dampfer bis zur festgelegten Grenze zu füllen – mit etwa zweieinhalbtausend Menschen, ohne einen Teil der Besatzung. Viele Frauen mit Kindern gingen in die Kabinen hinunter. Während das Einschiffen weiterging, begann die SS Eastland sich vom Liegeplatz weg zu neigen und richtete sich dann kurz wieder auf. Gegen halb acht drang Wasser durch offene Durchgänge und Bullaugen ein. Innerhalb weniger Minuten lag das Schiff auf der Backbordseite, ohne sich vom Ufer entfernt zu haben.
Menschen vom Oberdeck konnten auf die nun oben liegende Schiffseite gelangen. Die Passagiere unten befanden sich in umgedrehten Kabinen unter Wasser. Der Fluss war hier nur etwa zwanzig Fuß tief, und bis zum Liegeplatz waren es mehrere Meter, doch achthundertvierundvierzig Menschen starben. Zweiundzwanzig Familien wurden vollständig ausgelöscht.
Die Betriebskrankenschwester Helen Repa sollte auf dem nächsten Dampfer fahren und erreichte den Fluss, als Rettungskräfte bereits Menschen durch Bullaugen herauszogen. Sie kletterte auf den umgestürzten Rumpf und ging dann in ein überfülltes Krankenhaus. Repa ließ bei Marshall Field's fünfhundert Decken anfordern, vereinbarte mit Restaurants warme Mahlzeiten und hielt auf der Straße Autos an, um Leichtverletzte nach Hause zu schicken. Sie verließ diesen Ort erst gegen vier Uhr nachmittags.
Das Strafverfahren gegen die Eigentümer, den Kapitän und den Schiffsingenieur endete ohne Urteil. Zivilprozesse dauerten etwa zwei Jahrzehnte. Das Gericht begrenzte die Haftung auf den Wert des gehobenen Dampfers, und dieses Geld erhielten die an den Bergungsarbeiten beteiligten Unternehmen und andere Gläubiger. Die Familien der Toten erhielten keine Entschädigung.
Weder der Liegeplatz noch die SS Eastland sind noch hier. Ihren Platz am Südufer nimmt The River Theater des Chicago Riverwalk ein, und oben, an der LaSalle Street Bridge, befindet sich eine kleine Gedenktafel. Sie kennzeichnet jenen Wasserabschnitt, der nun als Bühne vor der Treppe dient.
Praktisch vor Ort
Die Uferpromenade ist 06:00–23:00 geöffnet; Dienstleistungen, Toiletten, Boote und Veranstaltungen sind saisonal verfügbar.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie auf der Fußgängerspur und achten Sie auf den Verkehr an den Liegeplätzen. Nasse Stufen und der Belag können rutschig sein; wenn der Abschnitt geschlossen ist, gehen Sie nach oben.
