Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Weiße Fassade mit Giebel
- Eingangshalle
- Innenhof
- Vergitterte Öffnungen
Die Geschichte des Ortes
Die heutige Eingangshalle führt in einen Komplex, den die Niederländische Ostindien-Kompanie im Jahr eintausendsechshundertneunundsiebzig errichtete, um Menschen festzuhalten, die ihr gehörten. Von hier schickte man sie zur Arbeit in den Company’s Garden, ins Krankenhaus, in die Lagerhäuser, auf Baustellen für Befestigungen und zum Entladen von Schiffen. Mitte des achtzehnten Jahrhunderts hielten sich unter einem Dach mitunter etwa tausend Menschen auf: Neben versklavten Menschen hielt man Verurteilte und psychisch Kranke fest.
Die weiße Fassade mit Giebel entstand erst, nachdem die Menschen von hier fortgebracht worden waren und britische Beamte das Gebäude zu Büros umgestaltet hatten. Zur Zeit der Iziko Slave Lodge führten nach außen nur wenige vergitterte Öffnungen. Die Räume umgaben einen Innenhof, wo morgens der Appell abgehalten wurde und die Arbeitsgruppen anschließend in Kapstadt auseinandergingen.
Das Haus wurde im Jahr eintausendsechshundertneunundsiebzig von der Niederländischen Ostindien-Kompanie errichtet, einer Handelsgesellschaft, die die Siedlung am Kap damals verwaltete. Hier hielt man Menschen fest, die ihr gehörten. Sie bauten im nahe gelegenen Company’s Garden Gemüse an, arbeiteten im Krankenhaus und in den Lagerhäusern, errichteten Befestigungen und entluden Schiffe. Mitte des achtzehnten Jahrhunderts hielten sich im Gebäude mitunter etwa tausend Bewohner auf: Neben versklavten Menschen hielt man hier auch Verurteilte und psychisch Kranke fest.
Jan Smiesing wurde im Jahr eintausendsechshundertsiebenundneunzig in der Iziko Slave Lodge geboren. Seine Mutter Manda Gratia war eine versklavte Lehrerin und die oberste Aufseherin unter den Frauen. Sein Vater, ein niederländischer Angestellter der Kompanie, verließ das Kap, als der Junge etwa drei Jahre alt war. Jan wuchs hier auf und wurde mit siebzehn selbst Schullehrer.
Die Schule nahm einen Teil desselben nach innen geschlossenen Gebäudes ein. Die Kinder lernten Niederländisch, christliche Glaubenslehre, Lesen und Schreiben; zugleich verlangte man von ihnen Gehorsam und Achtung gegenüber ihren Eigentümern. Für den Unterricht erhielt Jan eine geringe Bezahlung, Essen und Kleidung. In seinem erhaltenen Heft stehen nebeneinander Rechenübungen, Alphabete, ein Hymnus und Heilrezepte, einige davon auf Tamil. In den Verzeichnissen der Iziko Slave Lodge wurde er Jan van Manda genannt, also Jan, Sohn der Manda. Auf den Seiten des Hefts unterschrieb er mit dem Familiennamen seines Vaters: Jan Smiesing.
Er beantragte wiederholt seine Freilassung. Am achten November eintausendsiebenhunderteinunddreißig stimmte der Rat der Kompanie zu: Jan unterrichtete gut, war getauft, beherrschte Niederländisch, und für die Schule hatte man bereits einen anderen Lehrer gefunden. Doch der Rat stellte eine Bedingung. Jan musste der Kompanie Gerrit übergeben, einen weiteren versklavten Mann. Der Chefarzt sollte Gerrit zunächst untersuchen und bestätigen, dass er gesund und arbeitsfähig war.
Erst nach diesem Austausch erhielt der vierunddreißigjährige Jan seine Freiheit. Einen Monat später konnte er Anna van Dapur heiraten, die er ebenfalls hier kennengelernt hatte und mit der er bereits Kinder großzog. Er lebte drei Jahre als freier Mann.
Etwa dort, wo sich heute die Eingangshalle des Museums befindet, lag früher das Klassenzimmer für Jungen. Jans Heft wird in den Cape Archives aufbewahrt; über seine Freilassung schrieb er darin nichts. Gerrits Name und die Forderung, seinen Gesundheitszustand zu prüfen, sind im Protokoll der Kompanie erhalten.
Praktisch vor Ort
Offizielle Website der Iziko-Museen: von 09:00 bis 17:00 Uhr, Montag—Samstag; im Winter samstags von 08:30 bis 16:00 Uhr; an Weihnachten und am Tag der Arbeit geschlossen.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Ausstellung erfordert einen eigenen Museumsbesuch. Wenn Sie nicht hineingehen können, bleiben Sie an der Tür stehen: Gerade das Schloss und das tägliche Abschließen helfen, die Geschichte besser zu verstehen als dekorative Details.
