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Auwal-Moschee

Auwal Masjid on Dorp Street

Hier fügen sich ein Privathaus, eine Schule und ein Testament zu einer Geschichte darüber zusammen, wie die Gemeinschaft ihr Recht auf ihren Platz festigte.

15 Min.
Die Auwal-Moschee in der Dorp Street im Bo-Kaap.
Sidheeq · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Helle Fassade
  • Minarett
  • Inschrift mit dem Datum 1794 über dem Eingang

Die Geschichte des Ortes

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Die helle Fassadenwand und das Minarett kennzeichnen eine kleine Moschee, die aus einem Wirtschaftsgebäude auf zwei benachbarten Grundstücken hervorging. In die Wand baute man einen Mihrab ein, damit die Betenden die Richtung nach Mekka einhielten, obwohl Muslimen im kolonialen Kapstadt zuvor weder ein eigenes Gotteshaus noch öffentliche gemeinsame Freitagsgebete erlaubt waren. Von den ersten Mauern ist nach späteren Umbauten fast nichts geblieben, doch über dem Eingang steht noch das Gründungsdatum der Gemeinschaft, eintausendsiebenhundertvierundneunzig. Im Inneren wird ein aus dem Gedächtnis niedergeschriebener Koran aufbewahrt, und das Grundstück ist noch immer auf den Namen der Frau eingetragen, durch die dieser Ort bei der Gemeinschaft blieb.

Im Jahr eintausendsiebenhundertdreiundneunzig begann der muslimische Gelehrte Abdullah ibn Qadi Abdussalam in Kapstadt nach einem Raum zu suchen, in dem er Kinder unterrichten und die Gemeinschaft zum Gebet versammeln konnte. Er war etwa achtzig Jahre alt. Die Niederländische Ostindien-Kompanie hatte ihn wegen einer mutmaßlichen Verschwörung mit den Briten von Tidore verbannt, ihm die Rückkehr in die Heimat verboten und ihn auf Robben Island als Staatsgefangenen festgehalten.

Im Gefängnis schrieb Abdullah den Koran aus dem Gedächtnis nieder und verfasste eine sechshundertseitige Abhandlung über Glauben und Religionsrecht. Die Papierhandschriften ersetzten ihm die Bibliothek, die es auf der Insel nicht gab. Nach seiner Freilassung konnte er gerade mit diesen Texten zu unterrichten beginnen.

Ein Raum fand sich hier in der Dorp Street. Coridon von Ceylon, ein Mann, der zuvor versklavt gewesen war, erwarb zwei benachbarte Grundstücke und stellte Abdullah ein Lagerhaus bei seinem Haus zur Verfügung. Im Lagerhaus eröffnete eine Medrese, eine muslimische Schule. Versklavte und freie Bewohner lernten gemeinsam, den Koran zu lesen und mit arabischen Buchstaben zu schreiben. Bis eintausendachthundertsieben gab es bereits dreihundertzweiundsiebzig Schüler. Für diese Arbeit nannte man Abdullah Tuan Guru, auf Malaiisch „Herr Lehrer“.

Die Kolonialverwaltung hatte Muslimen zuvor nicht erlaubt, eigene Gotteshäuser zu errichten und sich zum öffentlichen Freitagsgebet zu versammeln. Tuan Guru beantragte Land für eine Moschee, erhielt eine Ablehnung und hielt das gemeinsame Gebet eine Zeit lang in einem stillgelegten Steinbruch ab. Auf Coridons Grundstück lassen sich religiöse Versammlungen seit eintausendsiebenhundertvierundneunzig nachweisen. Dann richtete man das Lagerhaus zum Gebet her: In die Wand wurde ein Mihrab eingebaut, eine Nische, die die Richtung nach Mekka weist. So entstand die erste Moschee des Landes. Auwal bedeutet auf Arabisch auch „die Erste“.

Dass das Gebäude diese Funktion behielt, half Coridons Tochter Saartjie van die Kaap. Sie wurde in die Sklaverei hineingeboren, kaufte aber im Jahr eintausendachthundertneun die Familienimmobilie für dreitausend Gulden – für eine verheiratete Muslimin war ein solches Geschäft im damaligen Kapstadt äußerst selten. Zwischen eintausendachthundertneun und eintausendachthundertvierzehn errichtete man hier ein separates Moscheegebäude. In ihrem Testament verfügte Saartjie, das Grundstück für ein muslimisches Gotteshaus zu nutzen, solange der Islam in der Kolonie erlaubt sei. Nach ihrem Tod wurde das Eigentum nicht zu einem gewöhnlichen Erbe: Die Gebete wurden hier fortgesetzt, und das Recht der Gemeinschaft auf den Raum blieb erhalten.

Fassade und Minarett wurden mehrfach umgestaltet; besonders umfangreiche Umbauten erfolgten im Jahr eintausendneunhundertsechsunddreißig, sodass von den ersten Mauern nur wenig erhalten ist. Über dem Eingang steht das Gründungsdatum der Gemeinschaft: eintausendsiebenhundertvierundneunzig. In der Moschee wird einer der Korane aufbewahrt, die Tuan Guru aus dem Gedächtnis niederschrieb, und das Grundstück ist noch immer auf den Namen von Saartjie van die Kaap eingetragen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktBo-Kaap-Museum
Eintrittvon außen

Aktive Moschee; eine Außenbesichtigung ist tagsüber möglich. Ein touristischer Zugang zum Inneren ist durch eine offizielle aktuelle Quelle nicht bestätigt.

Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist ein aktiver Gebetsort, keine gewöhnliche Museumsstation. Betrachten Sie ihn von außen; für den Eintritt benötigen Sie eine Erlaubnis, angemessene Kleidung und die Bereitschaft, sich sofort zurückzuziehen, wenn gerade ein Gottesdienst stattfindet.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Buitengracht hinab, gehen Sie zur Wale Street und dann hinauf zum Museumshaus.

Stopp 2 von 6Weiter: Bo-Kaap-Museum

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Bo-Kaap: Häuser, Glaube und Familiengeschichten“ — 6 Stopps, etwa 800 m, 1,5–2 Stunden.

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