Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schmaler Durchgang beim Haus Nr. 98
- Steinerne Aushöhlung
- Zwei Wohnhäuser im Inneren des Steinbruchs
Die Geschichte des Ortes
Beim Haus achtundneunzig in der Chiappini Street beginnt ein schmaler Durchgang. Hinter einer Reihe von Fassaden verbirgt sich eine steinerne Aushöhlung – ein ehemaliger Steinbruch, der Prayer Quarry genannt wird. Ende des achtzehnten Jahrhunderts versammelten sich hier Muslime aus Kapstadt, obwohl die Kolonialverwaltung öffentliche islamische Gottesdienste nicht erlaubte.
Angeführt wurden sie von Tuan Guru (Abdullah ibn Qadi Abdussalam), einem Religionsgelehrten, der für die Gemeinschaft das Recht auf ein gemeinsames Freitagsgebet erwirken wollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er dreizehn Jahre auf Robben Island in Haft verbracht: Die Niederländer hatten ihn wegen seiner Beteiligung an einer Verschwörung gegen sie in Ostindien dorthin verbannt. Nach seiner Freilassung im Jahr eintausendsiebenhundertdreiundneunzig ließ sich Tuan Guru (Abdullah ibn Qadi Abdussalam) im Bo-Kaap nieder und bat darum, einen Freitagsgottesdienst abhalten zu dürfen. Dies wurde ihm verweigert.
Privates Gebet in einem Haus war erlaubt. Eine öffentliche Versammlung von Menschen eines anderen Glaubens galt als Verstoß, für den man zum Tod verurteilt werden konnte. Tuan Guru (Abdullah ibn Qadi Abdussalam) führte die Muslime dennoch zu dem verlassenen Steinbruch am Rand des Viertels und hielt hier ein Freitagsgebet ab. Er riskierte erneute Haft oder sein Leben; die Teilnehmenden riskierten eine Strafe allein für ihre Anwesenheit. Der Steinbruch ermöglichte ihnen, sich erstmals als Gemeinschaft unter freiem Himmel zu versammeln, ohne ein zugelassenes Gotteshaus und ohne den Versuch, den Gottesdienst als häusliches Treffen auszugeben.
Manchmal wird dieses Gebet auf das Jahr eintausendsiebenhundertneunzig datiert. Dieses Datum widerspricht der dokumentierten Haftzeit von Tuan Guru (Abdullah ibn Qadi Abdussalam) auf Robben Island: Damals war er noch Gefangener. Die stimmigere Version verlegt die Versammlung in die Zeit nach seiner Freilassung, in das Jahr eintausendsiebenhundertdreiundneunzig.
Zwei Jahre später besetzten die Briten die Kapkolonie, und James Craig erlaubte den Muslimen, eine Moschee einzurichten. Die Gemeinschaft zog in einen Raum in der Dorp Street, der zur Auwal-Moschee wurde. Der Steinbruch war danach nicht sofort verlassen: Die Bewohner nutzten die steinernen Aushöhlungen entlang der Chiappini Street noch im neunzehnten Jahrhundert für Gebete und Versammlungen.
Der Name auf dem Straßenschild hat mit dieser Geschichte nichts zu tun. Chiappini ist der Familienname einer italienischen Familie, die sich in Kapstadt niederließ. Ihr Gründer Antonio Chiappini, ein gebürtiger Florentiner, wurde Kaufmann und Hauseigentümer. Die Quellen gehen bei der genauen Widmung auseinander: Einige nennen die Straße nach Antonio selbst, andere sehen in ihr ein Andenken an seinen Sohn, den Arzt Peter James Chiappini, und weitere bedeutende Familienmitglieder. Sicher belegt ist gerade der familiäre Ursprung des Namens.
Im Jahr zweitausendneunzehn wurde Prayer Quarry in die Bo-Kaap National Heritage Site aufgenommen. Innerhalb der Aushöhlung stehen heute zwei Wohnhäuser, und der Eingang liegt weiterhin an der Chiappini Street nahe dem Haus achtundneunzig. Hier wird schon lange kein Stein mehr gebrochen; der Name des Steinbruchs ist von dem Freitagsgebet geblieben, das nach einer ausdrücklichen Ablehnung abgehalten wurde.
Praktisch vor Ort
Offene Wohnstraße; gehen Sie am besten tagsüber und halten Sie sich nicht an privaten Hauseingängen auf.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der frühe Gebetsort selbst ist nicht als ausgestattetes Besuchsobjekt erkennbar. Suchen Sie keinen Durchgang über Privatgrundstücke und halten Sie sich nicht an den Haustüren auf.
