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Schlesisches Tor und Burgermeister

Schlesisches Tor

Der Pavillon zeigt, wie viele Abstimmungen und wie viel Handarbeit hinter einem winzigen Imbiss standen.

20 Min.
U-Bahn-Viadukt am Schlesischen Tor mit dem Burgerrestaurant Burgermeister
Arild Vågen · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Grüner Pavillon aus Gusseisen
  • Schilder der Herren- und Damenabteilungen
  • Viadukt der Station

Die Geschichte des Ortes

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Auf der Verkehrsinsel zwischen den Fahrspuren steht ein grüner Pavillon aus Gusseisen, darüber verläuft das Viadukt der Station. Auf seiner Außenhülle sind die Schilder der Herren- und Damenabteilungen erhalten geblieben. Im achtzehnten Jahrhundert war Berlin von einer Zollmauer umgeben, und ihre östlichste Durchfahrt nannte man Schlesisches Tor, weil von ihr die Straße nach Schlesien führte; dort erhob man eine Abgabe auf eingeführte Waren. Die Mauer und das Tor wurden in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts abgebaut, und im Jahr neunzehnhundertzwei erhielt die neue Hochbahnstation den früheren Namen.

Im Jahr zweitausenddrei ging der Berliner Gastronom Jebrail Karabelli hier abends mit einem Freund entlang und bemerkte einen geschlossenen grünen Pavillon mitten auf der Fahrbahn. Es war eine öffentliche Toilette aus Gusseisen von tausendachthundertneunundneunzig. Sie war bereits seit etwa zwanzig Jahren nicht mehr benutzt worden.

Karabelli beschloss, darin einen Imbiss zu eröffnen. Zuerst musste er herausfinden, wem der Pavillon überhaupt gehörte. Man schickte ihn von einer Behörde zur nächsten, auch zur Denkmalschutzbehörde. Schließlich teilte man ihm im Rathaus mit: Der Eigentümer hatte irgendwann vorgehabt, die Toilette wieder zu eröffnen, aber nichts unternommen; nun werde das Bauwerk vermutlich abgebaut und eingelagert.

Daraufhin schlug Karabelli einem Beamten eine andere Rechnung vor: Die Stadt müsse weder für den Abbau noch für die Lagerung zahlen, sondern erhalte Miete. Die Antwort war skeptisch: Wer würde sich Essen in einer ehemaligen Toilette holen, die auf einer Verkehrsinsel steht? Karabelli erklärte sich bereit, allein für das Scheitern des Unternehmens einzustehen und die Restaurierung des Pavillons selbst zu bezahlen. Im Gegenzug versprach man ihm einen Mietvertrag, falls er die Auflagen des Denkmalschutzes und der Berliner Verkehrsbetriebe erfüllte.

Bei der ersten Besichtigung entdeckte der Architekt im Keller echten Hausschwamm und warnte Karabelli, die Reparatur werde ihn ruinieren. Der Unternehmer gab die Idee beinahe auf, rief dann aber einen anderen Fachmann hinzu. Dieser entschied, dass die befallenen Stellen entfernt werden konnten; eine Baufirma bewältigte sie in zwei Tagen. Der übrige Umbau dauerte Monate. Karabelli arbeitete im Schutzanzug und mit Maske: Er riss Innenwände heraus, reinigte die Räume, strich und füllte zugleich Anträge aus. Von außen sollte der Pavillon so erhalten bleiben, wie er war; die neue Ausstattung musste so eingebaut werden, dass sie sich wieder entfernen und der frühere Grundriss wiederherstellen ließ.

Vom ersten Spaziergang bis zur Genehmigung vergingen drei Jahre. Burgermeister eröffnete im Jahr zweitausendsechs, ein halbes Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Besucher der umliegenden Clubs, Touristen und Journalisten machten den winzigen Imbiss schnell bekannt. Karabelli baute ihn zu einer Kette aus, obwohl er mit einer einzigen Küche begonnen hatte, die der Architekt ihm sogar nicht zu bauen geraten hatte.

Der Name der Station über dem Pavillon ist älter als sowohl die Toilette als auch die U-Bahn. Schlesisches Tor bedeutet „Schlesisches Tor“. Im achtzehnten Jahrhundert umgaben preußische Beamte Berlin mit einer Zollmauer und erhoben an den Durchfahrten eine Abgabe auf eingeführte Waren. Die hiesige, östlichste Durchfahrt lag der Straße nach Schlesien näher als alle anderen und erhielt daher ihren Namen. Die Mauer und das Tor wurden in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts abgebaut. Als hier im Jahr neunzehnhundertzwei eine Hochbahnstation eröffnet wurde, erhielt sie den Namen der verschwundenen Durchfahrt.

Unter den Gleisen ist weiterhin die erste Filiale von Burgermeister in Betrieb. Auf der grünen Außenhülle aus Gusseisen sind die Schilder der Herren- und Damenabteilungen erhalten geblieben – genau jenes äußere Erscheinungsbild, das Karabelli nicht zu verändern zugesagt hatte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktWrangelkiez und Taborkirche
Eintrittvon außen
In Karten öffnen

Die U-Bahn-Station verkehrt nach dem Fahrplan der BVG; die Öffnungszeiten von Burgermeister Schlesisches Tor prüfen Sie auf der offiziellen Seite des Standorts.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Geschichte lässt sich gut draußen hören: Essen zu kaufen ist nicht nötig. Wenn Sie Burgermeister besuchen möchten, rechnen Sie mit einer möglichen Warteschlange und stehen Sie nicht im Weg an der Station.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie vom Viadukt in die Wohnstraßen des Wrangelkiezes und halten Sie auf den Kirchturm zu.

Stopp 3 von 7Weiter: Wrangelkiez und Taborkirche

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Von der Berliner Mauer zum Landwehrkanal“ — 7 Stopps, 4,3 km, 3–4 Stunden.

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