Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gemüsezeilen
- Milchhalle
- Fleisch- und Fischstände
Die Geschichte des Ortes
Offiziell heißt dieser Markt „Skadarlija“, doch die Belgrader sagen fast immer „Bajloni“. Der Familienname haftete der Senke schon an, bevor hier die heutigen Gemüsezeilen, die Milchhalle und die Fleisch- und Fischstände entstanden.
Ignjat Bajloni wird oft als Gründer des Marktes bezeichnet. Die Chronologie ist genauer: Er starb fast ein halbes Jahrhundert vor dessen Eröffnung. Der Gerbermeister aus dem tschechischen Litomyšl wollte nach Amerika auswandern, zog aber im Jahr eintausendachthundertfünfundfünfzig auf Rat eines Verwandten mit seiner Frau und vier Söhnen nach Belgrad. Hier eröffnete er ein Wirtshaus, wandte sich den Mühlen zu und gründete das Familienunternehmen „Ignjat Bajloni und Söhne“.
Nach dem Tod des Vaters führten seine Söhne die Firma weiter. Jakov Bajloni, ein Böttcher, der sein Handwerk bei einer Brauerei in Wien gelernt hatte, nahm sich eines kleinen Betriebs an der Skadarska an. Der vorherige Eigentümer hatte eine Dampfmaschine aufgestellt, hielt der Konkurrenz dennoch nicht stand und verkaufte das Geschäft. Am neunundzwanzigsten Februar eintausendachthundertachtundachtzig nahmen die Bajloni hier ihre eigene Produktion auf. Jakov kaufte benachbarte Grundstücke auf und erweiterte den Betrieb; die Familie legte das sumpfige Gelände daneben trocken. Die Produktion wuchs innerhalb von acht Jahren auf mehr als das Dreifache. Die benachbarte Bajloni-Brauerei, an deren Schild der Familienname der Eigentümer stand, gab dem künftigen Markt seinen Namen.
Auf dem trockengelegten Grundstück richtete man nach dem Ersten Weltkrieg einen Großmarkt ein – auf Serbisch einen Kvantaš. Seine Lage erklärte sich durch den städtischen Handel: Verkäufer großer Lebensmittelmengen waren über verschiedene Plätze verstreut, und die Käufer mussten sie in ganz Belgrad suchen. Am ersten November eintausendneunhundertdreiunddreißig versammelte die Stadtverwaltung die Großhändler an zwei Orten – hier und auf dem Markt Zeleni venac. Auf dem Bajloni-Markt stellte man für sie achtunddreißig private Holzbaracken auf; auf dem Zeleni venac waren acht nötig. Erzeuger und Kleinhändler konnten städtische Stände mieten und zahlten eine Gebühr für jeden Tag.
Im Jahr eintausendneunhundertsechsundvierzig erlaubte man hier gleichzeitig Groß- und Einzelhandel, und der offizielle Name wurde in „Skadarlija“ geändert. Die Holzbaracken und den Sumpf gibt es nicht mehr. In den Dokumenten blieb „Skadarlija“ stehen, doch Einkäufe und Treffen verabreden die Belgrader weiterhin bei Bajloni.
Praktisch vor Ort
Die offizielle Seite der Stadtmärkte nennt täglich 06:00–19:00; tatsächlich sind die Stände morgens und tagsüber stärker bestückt.
Öffnungszeiten nach Tagen
Stören Sie Verkäufer und Käufer nicht; betrachten Sie den Markt in ruhigen Stunden als Stadtplatz, ohne mit vollständigem Handel zu rechnen.
