Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinverkleidung der Brücke
- Namenstafel
- Schmale Wasserstraße
- Schild des Restaurants „Kaorou Ji“
Die Geschichte des Ortes
Yinding bedeutet „Silberbarren“. Die alte Brücke verbreiterte sich an den Ufern und verengte sich über dem Wasser; sie erinnerte an einen umgedrehten chinesischen Barren mit erhöhten Enden. Sie wurde an der schmalsten Stelle der Wasserstraße zwischen Qianhai und Houhai errichtet. Hier trafen die Straße zum Trommelturm (Gulou), die Straßen am Wasser und der einzige bequeme Übergang von einem Ufer zum anderen zusammen.
Im Jahr eintausendachthundertachtundvierzig nutzte der zwanzigjährige Bauer Ji Decai aus einem Dorf bei Tongzhou diesen Strom. Er brachte einen einrädrigen Karren nach Peking und stellte am östlichen Ende der Brücke einen Kohleofen mit Lammfleisch auf. Eigene Räumlichkeiten hatte er nicht: Ji verdiente nur in den Monaten, in denen am Shichahai ein saisonaler Markt geöffnet war und die Stadtbewohner kamen, um bei den Lotusblumen spazieren zu gehen und von hier auf die Westberge (Xishan) zu blicken.
Den Ort hatte er genau richtig gewählt. Die Menschen mussten über die schmale Brücke gehen und blieben nach ihrem Spaziergang am Karren stehen. Außer Lammfleisch verkaufte Ji kalte Nudeln und andere Sommergerichte. Ein Schild hatte der Händler nicht, deshalb nannten die Käufer seinen Stand nach dem einfachsten Merkmal: „Kaorou Ji“ – „gebratenes Fleisch von Ji“.
Nach Jis Tod übernahm sein Sohn den Karren, dann ging das Geschäft an die Enkel über. Saison für Saison kehrte die Familie zur Brücke zurück, bis die Nachkommen des Händlers im Jahr eintausendneunhundertsiebenundzwanzig den Straßenstand durch ein festes Lokal am Wasser ersetzten. Nun konnte man das ganze Jahr arbeiten. Offiziell versuchte man, das Restaurant „Luquan Ju“ zu nennen, doch die Besucher sagten weiterhin „Kaorou Ji“, und der umgangssprachliche Name wurde zum Schild.
Die Brücke aus der Zeit von Ji Decai gibt es nicht mehr. Sie wurde mehrmals abgetragen und verbreitert; unter der heutigen Steinverkleidung befindet sich eine moderne Konstruktion, und nach der Renovierung zu Beginn der zweitausendzehner Jahre brachten die Bauarbeiter die früheren Steine und die Namenstafel wieder an ihren Platz. Das Restaurant „Kaorou Ji“ steht dagegen noch immer nahe dem Übergang. Der Familienname des Bauern, der hier einige Sommermonate im Jahr von einem Karren aus handelte, ist am Lokal beim Silberbarren erhalten geblieben.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr geöffnet, Durchgang frei.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Brücke dient als Durchgang, bleiben Sie daher nicht in der Mitte stehen und behindern Sie nicht den Verkehr. Für den Blick in die Ferne und zum Zuhören gehen Sie besser zum Ufer.
