Noailles und Cours Julien: Märkte und Wandel in der Stadt
Von La Canebière über Noailles und Cours Julien bis La Plaine

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Gesamte Strecke
Routenkarte
Über diese Route
Ihr beginnt auf der La Canebière, zwischen Straßenbahnschienen und strengen Fassaden, und taucht dann in das enge Noailles ein: zum Gemüsemarkt, zu einem alten Blumenstand und zur Rue d’Aubagne. Weiter geht es hinauf zum Cours Julien, über eine bemalte Treppe und durch die Église Notre-Dame-du-Mont bis auf die weite La Plaine.
Dieser Spaziergang führt durch Orte, die die Stadt immer wieder für neue Bedürfnisse umgebaut hat. Von einem Kloster bleibt nur noch der Name. Ein einzelner Stand bewahrt den vertrauten Spitznamen einer Blumenhändlerin. An einem Mahnmal hört ihr von einem nächtlichen Anruf, der wenige Stunden vor dem Einsturz getätigt wurde, erfahrt aber noch nicht, warum ein Bewohner bleiben durfte.
Die Geschichte hält sich an Dokumente, menschliche Entscheidungen und an das, was vor euch liegt. Ohne Hafenromantik und ohne heroische Pose. Nach diesem Spaziergang lest ihr diesen Hang als Kette städtischer Umgestaltungen: von Großhandelskisten und verschwundenen Häusern bis zu Konzertsälen, frischer Farbe und der kleinen Silhouette einer Kugel an der Wand.
Warum diese Reihenfolge
Die Reihenfolge folgt den unterschiedlichen Schicksalen städtischer Orte. Von der repräsentativen La Canebière biegt der Weg gleich zum Marché des Capucins ab: Hinter der Hauptstraße liegt ein Abschnitt, von dessen großem Kloster nur Namen erhalten sind. Nach diesem verschwundenen Komplex kehrt ihr zum Cours Saint-Louis zurück – zum gegenteiligen Fall, dem einzigen erhaltenen Blumenstand. Dort beginnt die Rue d’Aubagne; deshalb folgt als Nächstes das Mahnmal: Die Erinnerung an den Handel weicht einer genauen Adresse und den Folgen einer städtischen Entscheidung. Ein kurzer Anstieg führt zum Cours Julien, wo sich eine andere Art zeigt, frei gewordene Gebäude zu nutzen: Ehemalige Großhandelsräume bekommen neue Aufgaben. Danach erklärt die Treppe, wie Anwohner den Markt auf dem Plateau mit der unteren Stadt verbanden. Wieder oben geht ihr zur Église Notre-Dame-du-Mont: Nach der Geschichte eines gemeinsamen Durchgangs folgt eine intime Erzählung von einem Abschied. Von der Kirche führt der Weg auf die La Plaine. Die Weite des oberen Platzes beschließt den Anstieg und erklärt, warum gerade hier ein gefährlicher Flug über das Meer vorbereitet wurde.
Für alle, die das alltägliche Zentrum von Marseille durch Märkte und städtische Entscheidungen verstehen möchten Für alle, die dichte dokumentarische Geschichten mit menschlichen Details mögen Für alle, die sich für verschwundene Gebäude und neue Funktionen alter Orte interessieren
Für alle, die nur einen Spaziergang zu repräsentativen Sehenswürdigkeiten suchen Für alle, denen Anstiege und Treppen schwerfallen Für alle, die nicht an einem Ort einer jüngeren städtischen Katastrophe stehen bleiben möchten
Vor dem Spaziergang
Tragt Schuhe mit gutem Halt: In der zweiten Hälfte der Route kommen Anstiege und eine Treppe, die besonders nach Regen unbequem sein kann. Die Märkte sehen je nach Tag und Uhrzeit anders aus; rechnet also nicht damit, alle Reihen gleichzeitig zu sehen. Achtet in den engen Einkaufsstraßen auf eure Sachen und behindert Käufer und Verkäufer nicht für ein Foto. Sprecht auf dem Gedenkplatz leiser und haltet den Bereich vor der Erinnerungstafel nicht lange besetzt. Betretet die Kirche nur bei offenen Türen, mit Rücksicht auf Gottesdienste und privates Gebet; einen besonderen Zugang ins Innere sieht die Route nicht vor.
Wann losgehen
Plant 2–3 Std. ein: Der Weg selbst ist vergleichsweise kurz, doch Märkte, Mahnmal, Kirche und Wandbilder brauchen ruhige Pausen.
Plan B
Wenn der Markt nicht stattfindet, geht seine Straßen als Viertel des alltäglichen Handels ab: Schilder alter Läden, schmale Fassaden und die Mischung der Geschäfte erzählen die Geschichte weiter. Ist die Kirche geschlossen, beschränkt euch auf Fassade und Gedenkinschrift, ohne den Spaziergang auf einen Zugang ins Innere auszurichten. Ist die Treppe nass, gesperrt oder unbequem, wählt in der Karte einen zugänglichen Fußweg und trefft die Erzählung oben am Cours Julien wieder. Bei starkem Regen verkürzt die Aufenthalte an den Wandbildern, versucht aber nicht, rutschige Stufen nur um der ursprünglichen Linie willen zu gehen.
Spazierplan
In Karten öffnen ↗- 1
La Canebière
Dieser Punkt zeigt, wie eine städtische Katastrophe die Organisation des Rettungsdienstes veränderte. - 2
Marché des Capucins
Der Markt hilft, das verschwundene Kloster in zwei erhaltenen Stadtnamen zu entdecken. - 3
Cours Saint-Louis
Ein einziger Kiosk verbindet die Geschichte des Platzes mit einer Blumenverkäuferin und dem Theater-Marseille. - 4
Gedenkstätte Rue d’Aubagne
Die Tafel wird acht Namen in die Debatte über baufälligen Wohnraum und Verantwortung zurückbringen. - 5
Cours Julien
Der Platz erklärt, warum die heutigen Kultureinrichtungen geräumige Handelshallen erhielten. - 6
Die Treppe am Cours Julien
Die Treppe zeigt, wie die Bewohner einen direkten Durchgang zwischen dem Plateau und der Unterstadt durchsetzten. - 7
Notre-Dame-du-Mont
Die Tafel an der Fassade führt zu einem stillen musikalischen Abschied und zum Schicksal einer alten Orgel. - 8
Place Jean-Jaurès (La Plaine)
Das Relief am Rand des Platzes markiert den Ausgangspunkt des Fluges, der vor den Augen einer Menschenmenge begann.
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