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Cours Julien

Cours Julien

Der Platz erklärt, warum die heutigen Kultureinrichtungen geräumige Handelshallen erhielten.

20 Min.
Der Platz Cours Julien mit bunten Wänden, Cafés und Menschen
Jeanne Menjoulet · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die Fassade des Espace Julien
  • Geräumige Erdgeschosse der ehemaligen Lager
  • Den offenen Platz
  • Die Stände des Bauernmarkts mittwochs

Die Geschichte des Ortes

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Im Jahr achtzehnhundertsechzig bündelten die Marseiller Behörden am Cours Julien den Großhandel mit Obst und Gemüse. In den Erdgeschossen der Häuser wurden Lager und Kühlräume eingerichtet, auf dem Platz selbst offene Verkaufsstände. Hierher brachten Landwirte aus der Umgebung ihre Ernte; hier trafen auch im Hafen entladene Orangen, Artischocken, Tomaten und Bananen ein.

Zwischen Großhändlern und Käufern standen Händlerinnen, die man in Marseille „Partisaninnen“ nannte, also Verteilerinnen. Dieses örtliche Marktwort hatte nichts mit politischen Kämpferinnen zu tun. Die Frauen kauften Waren bei den Großhändlern, teilten große Partien auf und verkauften sie in kleinen Mengen weiter. Ihr Verdienst bestand in der Differenz zwischen den beiden Preisen, und unverkaufte verderbliche Produkte blieben bei ihnen. In den ersten Jahrzehnten liefen etwa zwei Drittel des Handels auf dem Markt über diese Vermittlerinnen.

Am zwölften April achtzehnhunderteinundsiebzig führten städtische Bedienstete hier öffentliche Versteigerungen örtlicher Erzeugnisse ein. Die Käufer erhöhten den Preis laut; bald gab es am Cours Julien einundzwanzig Versteigerungsplätze. Ein Teil der Waren ging nun an den „Partisaninnen“ vorbei, und ihr Verdienst schrumpfte.

Dann wandten sich die Erzeuger selbst gegen die bisherige Ordnung. Sie waren der Ansicht, dass die Vermittlerinnen und die Veranstalter der Versteigerungen einen zu großen Anteil der Einnahmen einbehielten, und forderten einen eigenen Markt auf der benachbarten La Plaine. Dort verteilte die Gewerkschaft der Landwirte einhunderteinundvierzig Plätze unter ihren zweitausend Mitgliedern. Im Jahr neunzehnhundertfünf arbeiteten am Cours Julien noch zweihundertfünfundzwanzig „Partisaninnen“, doch die meisten von ihnen verloren ihre Stellung als halbgroßhändlerische Vermittlerinnen und wurden gewöhnliche Einzelhändlerinnen.

Bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war der Handel über den Platz selbst hinausgewachsen. Im Jahr neunzehnhundertvierundsechzig gingen über den hiesigen Markt rund zweihunderttausend Tonnen Gemüse, Obst und Kartoffeln; etwa die Hälfte davon wurde aus dem Ausland eingeführt. Die letzte Strecke vom Hafen und vom Bahnhof legten die Waren über die Straßen der Stadt zurück. Um diesen Warenstrom aus dem Zentrum herauszuführen, beauftragte die Stadtverwaltung SOMIMAR mit dem Bau eines neuen Großmarkts in Les Arnavaux. Im März neunzehnhundertzweiundsiebzig wurde der Handel dorthin verlegt.

Geräumige Lager wurden frei. In der ehemaligen Gemüsehalle der Firma Omer Decugis am Cours Julien neununddreißig eröffnete die Stadt ein Gemeindezentrum namens Léo Lagrange. Zehn Jahre später teilte man es in ein Sozialzentrum und den Konzertsaal Espace Julien. In den benachbarten Räumen der Großhändler zogen Theatergruppen, Antiquitätenhändler, Galeristen und Restaurants ein. Deshalb erhielt das Kulturviertel große Handelshallen und keine eigens gebauten Ateliers.

Der Name des Platzes selbst hat nichts mit dem Markt zu tun. „Cours“ bedeutet eine breite städtische Promenade, und „Julien“ bewahrte nach der vorsichtigsten Version den Namen eines früheren Landbesitzers. Die genaue Identität dieses Mannes ist nicht festgestellt.

Mittwochs kommen am Cours Julien wieder etwa dreißig örtliche Erzeuger zusammen. Sie verkaufen ihre eigenen Waren auf dem Platz, auf dem zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die Mehrheit der „Partisaninnen“ ihre frühere Vermittlerrolle verlor.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktDie Treppe am Cours Julien
Eintrittvon außen

Der offene Platz ist rund um die Uhr zugänglich; Bauernmarkt mittwochs von 08:00 bis 13:00.

Geprüft: 19. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Suchen Sie nicht nach einem einzigen „Hauptmural“: Die Oberfläche des Viertels verändert sich ständig. Konzerte und der Zugang zu den Lokalen werden getrennt vom Spaziergang geplant.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Brücke und halten Sie an den bemalten Stufen an.

Stopp 5 von 8Weiter: Die Treppe am Cours Julien

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Noailles und Cours Julien: Märkte und Wandel in der Stadt“ — 8 Stopps, 2 km, 2–3 Std..

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