Vom Ölberg zu den Mauern Jerusalems
Von der Aussichtsterrasse durch Gethsemane und das Kidrontal zum Löwentor

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Gesamte Strecke
Routenkarte
Über diese Route
Sie beginnen oberhalb der Altstadt und steigen den Ölberg hinab, nach Gethsemane, ins Kidrontal und zur östlichen Mauer Jerusalems.
Die Panoramaaussicht weicht rasch den Reihen des Friedhofs, einer kleinen Kirche mit Fenster zur Stadt, alten Olivenbäumen und einem offenen Felsen vor dem Altar. Weiter unten erscheinen aus Kalkstein gehauene Gräber, und der Weg endet am Löwentor.
Die Erzählung trennt biblischen Text von späterer Überlieferung und Legende von dem, was Archäologen und Historiker belegt haben. Sie erfahren, warum ein ehemaliger Regierungschef vier benachbarte Grabmäler wählte, was eine viele Meter hohe Schicht aus Steinen verbarg und wie über einem osmanischen Bogen die Tiere eines anderen Sultans auftauchten. Die Antworten ergeben sich aus menschlichen Entscheidungen: Flucht, Treue, Angst, Verrat und dem Versuch, einen Namen zu bewahren.
Nach diesem Spaziergang ist der Osthang Jerusalems nicht mehr bloß die Kulisse der Altstadt: Sie werden hier eine Szene aus dem Evangelium, ein spätes Heiligtum und einen alten Stein mit eigener Geschichte unterscheiden können.
Warum diese Reihenfolge
Die Route beginnt in einer Höhe, von der zugleich die Altstadt, das Kidrontal und der gesamte bevorstehende Abstieg zu sehen sind. Der Friedhof am selben Hang führt die Geschichte von der Panoramaansicht zu konkreten menschlichen Entscheidungen. Weiter unten fasst Dominus Flevit die Stadt erneut in einem Bild zusammen, nun aber als Gegenstand einer Prophezeiung. Danach verlegt Gethsemane die Erzählung vom Schicksal Jerusalems zur nächtlichen Verhaftung, und die benachbarte Basilika der Agonie lässt gesondert hören, was ihr vorausging. Von Gethsemane führt der Weg zu den Grabmälern im Kidrontal, wo der Name Absalom zum Aufstand der ersten Station zurückkehrt, nun aber durch die Archäologie des sichtbaren Denkmals. Der letzte Anstieg zum Löwentor beendet den Weg an der Mauer: Nach biblischen und Grabüberlieferungen bleibt hier die dokumentierte Geschichte der Stadtgrenze selbst.
Für alle, die Ölberg und Altstadt auf einer einzigen Route zu Fuß verbinden möchten Für alle, denen der Unterschied zwischen Text, Überlieferung und Archäologie wichtig ist Für alle, die Geschichten über menschliche Entscheidungen lieber mögen als einen Überblick über Daten und Heiligtümer
Für alle, die nur einen Panoramaspaziergang ohne belastende Themen suchen Für alle, die sich nicht für biblische und religiöse Quellen interessieren Für alle, die eine ebene Route ohne längeren Abstieg und anschließenden Aufstieg bevorzugen
Vor dem Spaziergang
Tragen Sie Schuhe, die auf steilem Stein sicheren Halt geben, nehmen Sie Wasser und Sonnenschutz mit: Zwischen der oberen Terrasse und Gethsemane gibt es wenig Schatten. Für Kirchenbesuche wählen Sie Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt. Bleiben Sie auf dem Friedhof auf den Wegen, setzen Sie sich nicht auf Grabsteine und fotografieren Sie weder Beerdigungen noch Betende. Berühren Sie die alten Olivenbäume nicht und gehen Sie für ein Foto nicht hinter Absperrungen. Der Zugang zu religiösen Orten kann sich wegen Gottesdiensten ändern; prüfen Sie daher vor dem Aufbruch die Hinweise der jeweiligen Gemeinden.
Wann losgehen
Beginnen Sie am Morgen, wenn der Hang noch nicht aufgeheizt ist und das Licht die Formen von Stadt und Stein gut hervorhebt. Planen Sie Zeit für mögliche Wartezeiten an den Kirchen und für den langsamen Weg durch den Friedhof ein; an Tagen mit Gottesdiensten betrachtet man einzelne Bereiche besser von außen, statt um jeden Preis hineingelangen zu wollen.
Plan B
Wenn Kirche oder Garten geschlossen sind, bleibt die Route dennoch sinnvoll. Betrachten Sie bei Dominus Flevit die tränenförmige Silhouette und den Blick auf die Stadt von außen; in Gethsemane sehen Sie die alten Stämme durch das Gitter; an der Basilika der Agonie lesen Sie Fassade und Mosaik als Auftakt zur Geschichte des Gebäudes. Gehen Sie danach weiter zu den Monumenten im Kidrontal und zum Löwentor. Bei Hitze oder Erschöpfung kürzen Sie die Stopps in Innenräumen, suchen Sie aber keinen direkten Weg durch Friedhofsbereiche oder abgesperrte Gelände.
Spazierplan
In Karten öffnen ↗- 1
Aussichtsplattform auf dem Ölberg
Von hier aus zeigt das Relief, warum die Flucht aus der Stadt zugleich eine militärische Berechnung und eine Familientragödie wurde. - 2
Jüdischer Friedhof am Ölberg
Vier benachbarte Grabsteine verbinden die Gefängnisgeschichte der Untergrundbewegung mit dem letzten Wunsch eines ehemaligen Regierungschefs. - 3
Dominus Flevit
Hier hilft der Blick auf Jerusalem, die evangelische Prophezeiung, die eingetretene Katastrophe und die spätere Wahl dieses Ortes für ein Heiligtum voneinander zu unterscheiden. - 4
Garten Gethsemane
Ein vertrauter Treffpunkt wird zum Schauplatz einer heimlichen Verhaftung, bei der die Kenntnis einer fremden Gewohnheit entscheidend ist. - 5
Basilika der Agonie
Der offene Fels bündelt die Erzählung auf das Gebet, das Versprechen von Unterstützung und die drei wiederholten Verleugnungen. - 6
Kidrontal: Absaloms Säule und antike Gräber
Das freigelegte Monument wird zeigen, wie eine jahrhundertealte Legende selbst nach archäologischer Überprüfung Spuren im Stein hinterlässt. - 7
Löwentor
Die letzte Station behandelt das Tor als Ergebnis eines Auftrags des Sultans, eines dienstlichen Streits und der Wiederverwendung alter Reliefs.
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