Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Vier Tiere über dem Bogen
- Inschrift im Inneren des Durchgangs
- Gewölbter Raum
- Gerade Durchfahrt
Die Geschichte des Ortes
Das Löwentor durchbricht die östliche Mauer der Altstadt und dient heute als ihr einziger offener Eingang. Jetzt geht es gerade durch den Bogen, doch früher knickte der Durchgang absichtlich im Inneren ab: Wer eintrat, wandte sich zunächst nach Norden und gelangte erst danach in die Stadt. Diese enge Biegung hinderte Angreifer daran, vor der inneren Öffnung zu beschleunigen. In britischer Zeit riss man die innere Mauer für Autos ab; vom früheren Verteidigungsweg blieb ein gewölbter Raum erhalten.
Über dem Bogen sind vier Tiere eingemeißelt – je zwei auf jeder Seite. Man nennt sie seit Langem Löwen, obwohl Historiker islamischer Kunst in ihnen Panther erkennen: das persönliche Zeichen des mamlukischen Sultans Baibars, der im dreizehnten Jahrhundert herrschte. Mit diesem Zeichen kennzeichnete er Münzen und von ihm in Auftrag gegebene Bauten.
Das Tor selbst entstand fast drei Jahrhunderte nach Baibars. Der osmanische Sultan Süleyman der Prächtige befahl, Jerusalem wieder mit einer Mauer zu umgeben, und in den eintausendfünfhundertdreißiger Jahren begannen örtliche Handwerker gemeinsam mit Bauleuten aus Aleppo die Arbeit. Über Geld und Fristen verfügte der Beamte des Sultans Muhammad Çelebi an-Naqqāsh. Als man ihm vorwarf, der Bau habe sich verzögert, trat an-Naqqāshs Gehilfe, der Meister Darwisch al-Halabi, als Zeuge auf und bestätigte: Sein Vorgesetzter habe die Arbeiten so sehr beschleunigt, wie er konnte. Der Vorwurf wurde fallengelassen. Für an-Naqqāsh ging es um die ausgegebene Staatskasse und seine eigene Stellung; für die Einwohner darum, ob die Stadt endlich einen durchgehenden Schutz erhalten würde.
Zwischen eintausendfünfhundertachtunddreißig und eintausendfünfhundertneununddreißig vollendeten die Bauleute das östliche Tor. In das neue Mauerwerk setzten sie zwei alte Steinblöcke mit den Panthern Baibars'. Diese Reliefs wurden wiederverwendet, doch das Gebäude, für das sie ursprünglich herausgeschnitten worden waren, ließ sich nicht sicher bestimmen. Im Inneren des Durchgangs ist eine Inschrift mit Süleymans Namen erhalten, außen befindet sich die Signatur eines anderen Sultans, der zweieinhalb Jahrhunderte vor Baubeginn gestorben war.
Später entstand die Überlieferung, Süleyman habe im Traum Löwen gesehen, die ihn wegen seiner Missachtung Jerusalems zerreißen wollten, und daraufhin den Bau der Mauern befohlen. Es ist tatsächlich eine Überlieferung: Die Dokumente verbinden das Tor mit Süleymans Bauauftrag und die Tiere mit Baibars' Emblem. Die Legende erklärt jedoch gut, wie aus Panthern Löwen wurden und dem Tor seinen heutigen Namen gaben.
Ursprünglich konnte man unter dem Bogen nicht geradeaus hindurchgehen. Man betrat einen engen Vorraum, wandte sich nach Norden und gelangte erst dann in die Stadt: Dieser Knick hielt Angreifer auf und ließ sie vor der inneren Öffnung nicht beschleunigen. Während des britischen Mandats riss man die innere Westwand ab, damit Autos ohne Abbiegung passieren konnten. Deshalb wirkt das einzige offene Tor in der östlichen Mauer heute wie eine gerade Durchfahrt. Vom Verteidigungsknick blieb ein Teil des gewölbten Raums erhalten, und über dem begradigten Durchgang stehen weiterhin die vier Panther Baibars'.
Praktisch vor Ort
Stadttor ohne Ticketregelung; der tatsächliche Zugang hängt von der Sicherheitslage ab
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein belebter städtischer Durchgang: Bleiben Sie nicht unter dem Bogen stehen und behindern Sie weder Fußgänger noch den Verkehr. Betrachten Sie die Reliefs von einem sicheren Platz vor dem Tor.
