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Unterirdische Kammern und Ausstellung über den Sklavenhandel

East Africa Slave Trade Exhibition

Dieser Punkt ermöglicht es, Dokumente, eine Museumstafel und die Geschichte zu vergleichen, die Fremdenführer weiterhin erzählen.

30 Min.
Schild bei der anglikanischen Kathedrale und dem ehemaligen Sklavenmarkt in Stone Town
Adam Jones · CC BY-SA 2.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Zwei unterirdische Räume
  • Kleines Fenster
  • Rinne im Boden
  • Metalltafeln der Ausstellung

Die Geschichte des Ortes

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Am Standort des Marktes von Mkunazini befindet sich heute eine Dauerausstellung über den ostafrikanischen Sklavenhandel. Hierher brachte man auf dem Festland gefangen genommene Menschen, und die Käufer interessierten sich für Plantagen auf Sansibar und Pemba oder für den Weiterverkauf über den Indischen Ozean. Als der Markt geschlossen wurde, errichteten anglikanische Missionare das St. Monica’s Hostel für ein Krankenhaus; in dessen unteren Räumen lagerten sie Medikamente und Vorräte und schützten sie hinter dicken Wänden vor der Hitze. Die neue Ausstellung wurde sowohl im ehemaligen Café als auch in Wirtschaftsräumen untergebracht, und ihre Metalltafeln hängte man an Stahlträgern auf.

Eine schmale Treppe aus der Ausstellung führt in zwei enge unterirdische Räume, die durch einen kurzen Gang getrennt sind. In eine Wand ist ein kleines Fenster eingelassen, über den Boden verläuft eine Rinne, daneben sind Nachbildungen von Ketten ausgestellt. Fremdenführer erzählen, hier habe man vor der Auktion fünfundsiebzig Frauen und Kinder festgehalten, in der benachbarten Kammer fünfzig Männer; die Menschen seien angeblich für drei Tage eingesperrt worden, und die Meeresflut habe die Rinne durchgespült. Das ist eine spätere Museumslegende, keine gesicherte Tatsache.

Der Historiker Jonathan Glassman beschloss, die touristische Erzählung anhand von Missionsdokumenten und der Geschichte der Gebäude zu überprüfen. Der Sklavenmarkt in Mkunazini wurde im Jahr achtzehnhundertdreiundsiebzig geschlossen. Das St. Monica’s Hostel, unter dem sich die Räume befinden, errichteten anglikanische Missionare rund zwanzig Jahre später für ein Krankenhaus. Im Keller lagerten sie Medikamente und Vorräte: Die dicken Wände schützten die Bestände vor Hitze und Sonnenlicht. Zur Zeit des Sklavenhandels gab es diese Räume noch nicht.

Der Markt selbst befand sich tatsächlich hier. Händler brachten auf dem Festland gefangen genommene Männer, Frauen und Kinder nach Sansibar und verkauften sie auf einer offenen Fläche. Käufer schickten einige auf die Nelkenplantagen der Inseln Sansibar und Pemba und verkauften andere über den Indischen Ozean weiter. Der Irrtum betrifft den Keller, nicht das Schicksal der Menschen, die in Mkunazini verkauft wurden.

Im Jahr zweitausenddreizehn beauftragten die Anglikanische Diözese von Sansibar und die Regierung von Sansibar den World Monuments Fund damit, den Komplex zu restaurieren und hier eine Dauerausstellung einzurichten. Ihre Gestaltung leitete Marija Kovačević – eine Designerin, die die Geschichte des ostafrikanischen Sklavenhandels in einem Gebäude ohne Klimaanlagen und mit Unterbrechungen der Stromversorgung erzählen sollte. Es mangelte an Geld und Fachleuten, daher übernahm sie zugleich historische Recherchen, Texte, Grafik, Beleuchtung und den Aufbau. Das ehemalige Café wurde zum ersten Saal, ein Nebenraum und eine Toilette zum zweiten. Die Erklärungstafeln wurden auf mit einer Schutzschicht versehenen Metallplatten gedruckt und an Stahlträgern aufgehängt.

Vor der Eröffnung stimmte sich das Team mit Historikern ab und erfuhr von Glassmans Schlussfolgerung. In der Ausstellung, die am fünfzehnten Juni zweitausendsechzehn eröffnet wurde, beginnt der Weg mit dem Leben eines Menschen vor der Gefangennahme; dann folgen Gefangenschaft, Karawane, Seetransport, Verkauf, unfreie Arbeit, Befreiung und deren Folgen. Auf der Tafel, die dem Markt von Mkunazini selbst gewidmet ist, werden die unterirdischen Kammern nicht erwähnt.

Der Keller blieb dennoch Teil der Führung. Die Anthropologin Marie-Aude Fouéré, die untersuchte, wie hier über Sklaverei erzählt wird, nahm von zweitausenddreizehn bis zweitausendsiebzehn an rund fünfzig Führungen teil. Auch nach der Eröffnung der neuen Ausstellung wiederholten die Fremdenführer weiterhin die Geschichte von einhundertfünfundzwanzig Gefangenen, drei Tagen ohne Licht und der Flut in der Rinne. Sie hielt fest, dass die Metalltafeln die Chronologie bereits korrigiert hatten, während die mündliche Erzählung unverändert blieb.

Auf der Tafel über den Markt gibt es keine Kammern. Sie beginnen hinter der Treppe – zwei Lagerräume des ehemaligen Krankenhauses, denen Fremdenführer eine andere Vergangenheit gegeben haben.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort30 Min.
Nächster PunktSklavendenkmal
Eintrittmit Ticket

Täglich 08:00–18:00. Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung. Kombiticket mit der Kathedrale.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Drinnen ist es eng, und Sie müssen auf die Deckenhöhe achten. Bei Angst in geschlossenen Räumen oder eingeschränkter Mobilität sollten Sie den Abstieg besser auslassen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Kehren Sie an die Oberfläche zurück und gehen Sie zu den fünf Figuren im Hof.

Stopp 2 von 7Weiter: Sklavendenkmal

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Mkunazini: Sklaverei und Erinnerung in Stone Town“ — 7 Stopps, ~1,6 km, 2–3 Stunden.

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