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Cafesjian Center for the Arts

Գաֆէսճեան արվեստի կենտրոն

Das unvollendete Relief zeigt, dass eine spätere Öffnung manchmal wichtiger ist als der Versuch, die Arbeit eines anderen zu vollenden.

35 Min.
Steinrelief mit David von Sassun zu Pferd
Maria.hovsepyan · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Mehrfiguriges Tuffrelief
  • David zu Pferd
  • Eingemeißelte Verse des Epos
  • Festungsmauern an den Rändern der Komposition

Die Geschichte des Ortes

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Im Cafesjian Center for the Arts ist einer der Säle der Kaskade von Jerewan einer steinernen Erzählung über das armenische Epos gewidmet. Eine ganze Wand ist hier aus Tuffstein herausgemeißelt: Tief im Relief galoppiert David zu Pferd mit einem Schwert, und ringsum sind mehr als dreißig Szenen angeordnet. An den Seiten ragen Festungsmauern, Berge und ein Kloster empor; unter einzelnen Figuren stehen Verse des Epos. In dem Museumsraum, der auf einer Sammlung zeitgenössischer Kunst beruht, hat man diese Wand als eigenständige Dauerausstellung belassen.

Vier Jahre lang meißelten der Bildhauer Artashes Hovsepyan und vier Steinmetze diese mehrfigurige Wand aus Tuffstein. Erst nach Abschluss der gesamten Arbeit sollte man sie bezahlen. Sie konnte nicht abgeschlossen werden – und nach Hovsepyans Worten erhielten weder er noch die Handwerker in diesen vier Jahren je Geld.

Mitte der achtziger Jahre richtete der Architekt der Kaskade von Jerewan, Jim Torosyan, im Inneren des Komplexes thematische Ausstellungssäle ein. Eine Wand wollte er dem armenischen Epos widmen und schlug Hovsepyan vor, die grafische Komposition „David von Sassun“ von Hakob Kodjoyan, die im Jahr neunzehnhundertzweiundzwanzig entstanden war, zu vergrößern. Hovsepyan stimmte zu: Das kleine Blatt sollte in ein Bild verwandelt werden, das etwa fünfzehnmal größer war als das Original.

Sassun ist eine Gebirgsregion des historischen Armenien. David ist der Hauptheld des dritten Teils des Volksepos „Sasna Zrer“, also „Die Tapferen aus Sassun“. Der Herrscher von Mysr, Msra-Melik, fordert von den Bewohnern Sassuns Tribut und schickt seine Leute, um ihn einzutreiben. David tritt gegen ihn an und besiegt ihn im Zweikampf. Deshalb galoppiert er im Zentrum der Komposition auf dem Pferd Kurkik Dschalali, das Blitzschwert erhoben. Ringsum sind mehr als dreißig Episoden angeordnet: Davids Geburt, seine erste Jagd, Zusammenstöße mit den Leuten Msra-Meliks. Unter einzelnen Szenen sind Verse des Epos eingemeißelt; an den Rändern verlaufen Festungsmauern, Berge und das Maruta-Kloster.

Hovsepyan musste Kodjoyans Linien direkt an der Wand in räumliche Formen übertragen. Eine Figur, die auf dem Papier zwischen Ornamenten Platz fand, trat im Saal fast vollständig aus dem Stein hervor. Die vier Handwerker übertrugen die Zeichnung auf den Tuffstein und trugen den Hintergrund um Körper, Pferde und Inschriften ab. Als die Arbeit sich dem Ende näherte, stoppte das Erdbeben von Spitak im Jahr neunzehnhundertachtundachtzig den Bau der Kaskade von Jerewan. Danach verschwand die sowjetische Finanzierung. Torosyan versuchte, Geld für die Fortsetzung zu finden, doch Hovsepyan weigerte sich, ohne Bezahlung weiterzuarbeiten.

Später wurde die Wand verschlossen, und im Saal stellte man Werke aus Glas aus. In diesem Zustand fand Gerard Cafesjian das Relief vor – ein amerikanischer Unternehmer und Kunstsammler armenischer Herkunft, dessen Stiftung im Jahr zweitausendzwei mit der Wiederherstellung des Komplexes begann. Cafesjian übergab dem künftigen Museum seine Sammlung zeitgenössischer Kunst; als das Zentrum hier im Jahr zweitausendneun eröffnete, wurde es nach seinem Gründer benannt.

Das Relief blieb noch einige Jahre hinter einer Trennwand. Im Mai zweitausendsechzehn öffnete das Cafesjian Center for the Arts es anlässlich von Hovsepyans fünfundachtzigstem Geburtstag für die Öffentlichkeit. Der Bildhauer sah seine Wand nach einer mehrjährigen Unterbrechung wieder vollständig; im folgenden Sommer starb er. Keinen anderen Meister beauftragte man damit, das Relief zu vollenden.

Heute ist es weiterhin unvollendet und bildet die Dauerausstellung des Saals „Sasuntsi Davit“. In den Kursen des Zentrums wählen Schulkinder eine Episode aus demselben Epos, zeichnen sie als Comic neu und fügen gemeinsam ein neues illustriertes Buch zusammen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort35 Min.
Nächster PunktKaskade von Jerewan
EintrittGalerien – kostenlos gemäß Öffnungszeiten

Ausstellungsgalerien und Besucherzentrum: Freitag–Sonntag 10:00–20:00; Rolltreppengalerie: täglich 08:00–20:00; Skulpturengarten ständig geöffnet. An staatlichen Feiertagen geschlossen.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das Relief und das Triptychon befinden sich im Inneren, daher hängt ihre Besichtigung vom Zugang zu den Sälen ab; die Außenskulpturen können separat besichtigt werden.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Steigen Sie vom Relief zu den offenen Stufen und Terrassen hinauf.

Stopp 6 von 8Weiter: Kaskade von Jerewan

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Jerewan von Alexander Tamanjan: vom Platz der Republik zum Matenadaran“ — 8 Stopps, 3,3 km, 4 Std. 20 Min..

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