Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Rechter Flügel
- Schmale vertikale Fenster
- Oberstes Stockwerk
Die Geschichte des Ortes
Die schmalen vertikalen Fenster des rechten Flügels verraten die frühere Spezialisierung des Hauses der Kommunikation: Hinter ihnen befand sich die Telefontechnik. Unter einem Dach kamen die städtische Post, der Telegraf, der Fernsprechverkehr und eine automatische Telefonzentrale mit zehntausend Nummern zusammen. Oben arbeiteten Radiostudios, und im Inneren trennte man die Abläufe nach Aufgaben: In einigen Räumen nahm man Sendungen an, in anderen vermittelte man Gespräche, in dritten schickte man Telegramme ab.
Zu Beginn der dreißiger Jahre hieß Jekaterinburg bereits Swerdlowsk. Die Bevölkerung wuchs rasch, die Posträume waren mit Briefen, Zeitungen und Paketen überfüllt, und bis eintausendneunhundertvierunddreißig errichtete man dieses Gebäude für die Beschäftigten des Kommunikationswesens.
Die Bezeichnung „Haus der Kommunikation“ war wörtlich zu verstehen. Hier vereinte man die städtische Post, den Telegrafen, die Fernsprechzentrale und eine automatische Telefonzentrale mit zehntausend Nummern. Hinter den schmalen vertikalen Fenstern des rechten Flügels stand die Telefontechnik, im obersten Stockwerk befanden sich Radiostudios. In einem Teil des Gebäudes nahm man Briefe an, in einem anderen vermittelte man Gespräche, im dritten übermittelte man Telegramme.
Während des Krieges hing dieses ganze System von Frauen und Jugendlichen ab. Die Zahl der Beschäftigten sank, und im Jahr eintausendneunhundertdreiundvierzig schickten die Einwohner Swerdlowsks achtzehn Millionen sechshunderttausend Briefe an die Front. Im Postamt stellte man vierzehn- und fünfzehnjährige Mädchen ein. Sie arbeiteten in Schichten: Die Frühschicht begann um sechs, die Spätschicht endete um elf. Die Säcke trugen sie selbst zwischen den Stockwerken. Wegen Verspätung oder Fernbleibens konnten Beschäftigte vor Gericht gestellt werden – der Postdienst war für sie zugleich Verdienst und eine Pflicht, der sie sich nicht entziehen konnten.
Die Fahrzeuge gab man an die Front ab, deshalb hielt man im Hof zwei Postpferde. Dann erhielt das Postamt einen umgebauten Personenwagen der Straßenbahn. Abends bog er von der Tolmatschow-Straße ab und fuhr direkt in den Hof des Hauses der Kommunikation. Die Beschäftigten verluden die Säcke zusätzlich zu ihrer regulären Schicht; der Wagen brachte sie zum Bahnhof und nahm die eingetroffene Post mit. An Zwischenhaltestellen lud man die Sendungen im Winter auf Schlitten, im Sommer auf Handwagen um.
Besonders schwierig war es mit Briefen für Evakuierte. Menschen zogen um, Betriebe wechselten ihre Adressen, die Beschriftungen auf den Frontdreiecken rieben sich ab: Die Soldaten schrieben oft mit Bleistift auf Zeitungsschnipseln und Seiten aus Schulbüchern. Die Postbeschäftigten suchten die Empfänger über Meldestellen und Werksbüros. Nach den Berichten des Postamts von Swerdlowsk wurde kein einziger Brief mit unklarer Adresse zurückgeschickt.
Ein Brief blieb dennoch im Haus der Kommunikation. Im Jahr zweitausendacht fand man beim Austausch des Fußbodens im ersten Kundensaal ein Dreieck, das im Jahr eintausendneunhundertdreiundvierzig geschrieben worden war. Es trug keinen Stempel der Militärzensur. Vermutlich hatte man den Brief für die vorgeschriebene Prüfung beiseitegelegt; danach fiel er unter den Fußboden, und sein Adressat erhielt ihn nicht mehr. Die Straßenbahngleise im Hof sind längst entfernt, doch die Postmitarbeiter bewahrten das Original des gefundenen Dreiecks auf.
Praktisch vor Ort
Die architektonische Besichtigung und die Markierung des nullten Kilometers sind vom öffentlichen Gehweg aus zugänglich; der Betrieb der Postdienste gehört nicht zur Route.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Besichtigen Sie das genutzte Gebäude vom öffentlich zugänglichen Raum aus. Die Geschichte der Poststraßenbahn betrifft die Gestaltung des Hofs, doch deshalb müssen Sie nicht versuchen, in den Dienstbereich zu gelangen.
