Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Langer Bau
- Abgerundete Ecke
- Fensterreihen
Die Geschichte des Ortes
Der Name Druckhaus hat die Druckerei selbst überdauert: Die Redaktion arbeitet seit Langem an einem anderen Ort, und die Maschinen wurden von hier fortgebracht. Der lange Bau mit der abgerundeten Ecke und den Fensterreihen beherbergte einst den gesamten Weg einer Zeitung – vom Manuskript und Satz bis zu fertigen Bündeln für den Versand in die Oblast. Unter einem Dach arbeiteten Redaktionsbüros, Verlag, Werkstätten und Lager.
Am sechzehnten Januar neunzehnhundertdreiundvierzig verließ aus dieser Druckerei eine Ausgabe von Uralski rabotschi mit dem Vorschlag der Werksarbeiter: Über den verpflichtenden Plan hinaus sollten so viele Panzer und Selbstfahrlafetten hergestellt werden, dass damit ein eigenes Freiwilligenkorps ausgerüstet werden konnte. Jekaterinburg hieß damals Swerdlowsk. „Über den Plan hinaus“ bedeutete einen ganz konkreten Einsatz: Die Betriebe erfüllten bereits Militärbestellungen, die neuen Maschinen sollten zusätzlich hergestellt und durch freiwillige Beiträge bezahlt werden.
Das Druckhaus wurde Anfang der dreißiger Jahre eigens für Uralski rabotschi errichtet. Redaktion, Verlag, Setzereien, Druckmaschinen und Lager brachte man unter einem Dach zusammen. Der Text durchlief hier den ganzen Weg, vom Manuskript bis zum Bündel frischer Zeitungen, das zum Versand in die Oblast bereitlag.
Lew Schaumjan, der verantwortliche Redakteur – also derjenige, der für den Inhalt jeder Ausgabe verantwortlich war –, wollte aus dem Vorschlag der Werksarbeiter eine gemeinsame Kampagne machen. Er erklärte die Zeitung zum Informationsstab für die Aufstellung des Korps. Andere Uraler Publikationen griffen die Veröffentlichung auf. Bewohner der Swerdlowsker Oblast, der Tscheljabinsker Oblast und der Molotower Oblast sammelten Geld, Betriebe stellten zusätzliche Technik her, und Arbeiter reichten Anträge ein, um Freiwillige zu werden. Es gab rund einhundertzehntausend Interessenten – zwölfmal so viele wie Plätze im Korps.
Sergei Alexandrow verdiente seinen Lebensunterhalt als Journalist und leitete hier die Militärabteilung von Uralski rabotschi. Im März meldete er sich selbst für das Korps, das gerade aufgestellt wurde. Alexandrow gab seinen Beruf nicht auf: Als Korrespondent der Zeitung Dobrowolez ging er an die Front. Ihre Mitarbeiter zogen gemeinsam mit den Panzerbesatzungen, brachten unterwegs Ausgaben heraus und schrieben über die Kämpfe und die Menschen, neben denen sie sich befanden. Das Korps trat bei Orjol in die Schlacht ein und beendete den Krieg in Prag; die Journalisten seiner Frontredaktion legten denselben Weg zurück.
Heute befindet sich die Redaktion von Uralski rabotschi unter einer anderen Adresse, und die Druckmaschinen wurden von hier fortgebracht. Dem langen Bau mit der abgerundeten Ecke blieb der Name Druckhaus. Er beschreibt den früheren Aufbau des Gebäudes ganz wörtlich: In einigen Räumen bereitete man die Zeitungsseite vor, in anderen verwandelte man sie in eine Auflage – wie jene Januarausgabe, die von hier zu den Lesern in drei Ural-Oblasten gelangte.
Praktisch vor Ort
Die Fassaden sind von öffentlichen Straßen aus zugänglich; eine freie Besichtigung der historischen Produktionsräume ist nicht garantiert.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie das Haus von der gegenüberliegenden Seite der offenen Fläche, damit Sie seine Länge und die Ausrichtung der Fassade nicht aus dem Blick verlieren. Rechnen Sie nicht mit freiem Zugang ins Innere.
