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Wolgaturm und Uferpromenade

Волжская башня

Erklärt den Übergang von der Verteidigung der Stadttore zur Befestigung des hohen Flussufers.

15 Min.
Der weiße dreistöckige Wolgaturm an der Abfahrt zur Uferpromenade.
Alex 'Florstein' Fedorov · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Die zugemauerte Durchfahrt
  • Die vergrößerten Fenster
  • Das aufgesetzte obere Stockwerk
  • Den befestigten Hang der Uferpromenade

Die Geschichte des Ortes

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Der Wolgaturm steht an der ehemaligen Mündung der Medwedizki-Schlucht. Die Schlucht trennte die Festung auf der Strelka, die Holzstadt genannt wurde, vom kaufmännisch geprägten Semljanoi Gorod. Im siebzehnten Jahrhundert führte durch den Turm eine Durchfahrt zur Wolga. An den Toren wechselten täglich vier Wachleute aus den Jaroslawler Posad-Leuten – Handwerkern und Händlern, die zum städtischen Dienst verpflichtet waren. Der Name des Turms war wörtlich zu verstehen: Er bewachte die Straße zu den Anlegestellen und den Zugang von der Flussseite.

Nach dem Großen Brand des Jahres eintausendsechshundertachtundfünfzig verbrannten die Holzmauern und Türme. Zar Alexei Michailowitsch ordnete an, sie durch Steinbauten zu ersetzen. Im folgenden Jahrzehnt errichteten die Einwohner Jaroslawls hier Backsteintore mit Kampfgeschossen und einer vorgeschobenen Schießanlage – einer zusätzlichen Befestigung vor der Durchfahrt. Von der gesamten Verteidigungslinie entlang der Wolga ist nur dieser Turm erhalten geblieben.

Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts brauchte die Stadt bereits Schutz vor dem Fluss. Hochwasser im Frühjahr und Eis unterspülten das hohe, von Schluchten zerfurchte Ufer und rückten den Bauten nahe. Der Gouverneur von Jaroslawl, Alexander Besobrasow, bemühte sich um Geld für die Befestigung des Hangs. Vor dem Besuch von Kaiser Alexander I. im Sommer eintausendachthundertdreiundzwanzig ließ man auf Anordnung des Gouverneurs die Abfahrt am Wolgaturm hastig ebnen, mit Rasen bedecken, mit acht Laternen versehen und die Holzbrücke verputzen.

Nach der Besichtigung des Ufers billigte Alexander I. ein großes Projekt für die Uferpromenade. Kaufleute, die mit Waren auf der Wolga nach Jaroslawl kamen, wurden verpflichtet, Stein anzuliefern. Die Erdarbeiten verrichteten Gefangene aus den Arrestantenkompanien von Korowniki und den städtischen Zwangsarbeitshäusern. Täglich führte man einhundertfünfzig Menschen hierher. Sie arbeiteten unentgeltlich und, wie in den Dokumenten vermerkt ist, sogar ohne Verpflegung von der Staatskasse: Sie schütteten Schluchten zu, ebneten die Böschungen, verlegten Stein und Rasen und pflanzten Linden. Im Jahr eintausendachthundertvierundzwanzig verbot Besobrasow, den zu öffentlichen Arbeiten Geschickten Fußfesseln anzulegen. Die Gefangenen blieben bewacht und unbezahlt, bewegten sich an den Hängen nun aber ohne Eisen an den Füßen.

Die Hauptarbeiten dauerten etwa zehn Jahre. Der befestigte Hang erhielt einen ebenen oberen Weg, Steinschutz am Wasser und Brücken über die Schluchtenabfahrten. Spätere Bauleute veränderten den Belag, das Geländer und die unteren Ebenen, doch am Turm ist die ursprüngliche Aufgabe der Uferpromenade weiterhin sichtbar: eine durchgehende Straße über die ehemalige Schlucht zu führen und das hohe Ufer zu halten.

Auch der Turm selbst verlor in dieser Zeit seine frühere Durchfahrt. Im Jahr eintausendachthundertvierzehn ließen die städtischen Verwalter die Tore mit Ziegeln zumauern, bauten die vordere Befestigung ab, brachen Fenster durch und vermieteten die Räume an eine Schenke. Nach einem Brand zu Beginn der eintausendachthundertdreißiger Jahre blieb vom Turm nur ein ausgebranntes steinernes Gerippe übrig.

Kaiser Nikolaus I. sah es während einer Reise durch Jaroslawl und ordnete zehn Monate später an, den Turm zur Lagerung von Waffen und militärischem Eigentum herzurichten. Der Umbau wurde im Jahr eintausendachthundertachtundvierzig abgeschlossen: Man setzte ein oberes Stockwerk auf, vergrößerte die Fenster und verschloss die ehemaligen Tore endgültig. Militärlager nutzten das Gebäude bis eintausendneunhundertsiebzehn, und seitdem blieb dem Turm auch sein zweiter Name Arsenalnaja erhalten.

Heute ist im Erdgeschoss wieder ein Café in Betrieb. Die Durchfahrt zur Wolga ist zugemauert, Waffen gibt es im Inneren schon lange nicht mehr, und das Wort „Arsenalnaja“ ist von der Entscheidung Nikolaus’ I. geblieben, die ausgebrannte Schenke in ein Militärlager zu verwandeln.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktMariä-Entschlafens-Kathedrale
Eintrittvon außen

Außenbesichtigung ohne Museumsbetrieb. Die Innenräume gehören nicht zur Route und können von einer Einrichtung genutzt werden oder geschlossen sein.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Turm lässt sich bequemer von außen betrachten; wenn im Inneren ein Betrieb geöffnet ist, behandeln Sie ihn als einen eigenen öffentlichen Raum.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie am hohen Ufer entlang zur großen Kathedrale.

Stopp 6 von 8Weiter: Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Kaufmannskirchen und das Wolga-Ufer von Jaroslawl“ — 8 Stopps, 3,8 km, 3 Std. 45 Min..

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