Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinwände der Kirche
- Kasaner Seitenkapelle
- Vier Freskenszenen an der Nordwand
Die Geschichte des Ortes
Die heutige Steinkirche steht an der Stelle der Holzkirche, und ihr Hauptaltar behielt die Weihe an die Geburt Christi. Die Kaufmannsfamilie Nasarjew-Gurjew vollendete diese Kirche fünfunddreißig Jahre später und richtete in ihr eine eigene Kasaner Seitenkapelle ein. An der Nordwand des Steinbaus sind vier Freskenszenen erhalten.
Die Geschichte der Kasaner Seitenkapelle der heutigen Kirche begann mit dem Diebstahl einer Ikone.
Im März sechzehnhundertneun wurde die Stadt Romanow – das heutige Tutajew – von einer Militärabteilung verwüstet. Leutnant Jakow Ljubski, ein jüngerer Offizier dieser Abteilung, nahm aus der Nikolaikirche in Romanow eine kleine verehrte Kopie der Kasaner Gottesmutterikone samt dem Kiot – einem Schrank für das Bild – und kirchlichen Geräten mit. Die Beute brachte er nach Jaroslawl.
Wassili Lytkin, ein Jaroslawler Kaufmann und Semstwoältester, wollte die Ikone erhalten. Den Semstwoältesten wählten die Stadtbewohner: Lytkin verwaltete gemeinsame Angelegenheiten und wirkte an der Vorbereitung der Verteidigung mit. Sein Geld verdiente er im Großhandel, und später spendete er der Miliz eine beträchtliche Summe. In einem wichtigen Detail gehen die Quellen auseinander. Eine kirchliche Überlieferung behauptet, Ljubski habe das Bild ohne Bezahlung übergeben; Lytkin selbst sagte, er habe es freigekauft.
Zunächst stellte man die Ikone in der Kirche zum Lobpreis der Gottesmutter auf. In der Nacht vom dreißigsten April auf den ersten Mai, als ein neuer Sturm auf Jaroslawl begann, brachten die Priester sie hinter die hölzernen Befestigungen des kleinen Ostrog und stellten sie hier, in der Kirche der Geburt Christi am Wolgaufer, auf. Damals war die Kirche aus Holz. Ihr Hauptaltar war der Geburt Christi – der Geburt Jesu – geweiht; diese Weihe behielten die Auftraggeber der Steinkirche später bei.
Während die Belagerung andauerte, blieb die Ikone hier. Nach kirchlicher Überlieferung sahen der Diakon Eleasar und der Mönch Galaktion die Gottesmutter und erhielten den Auftrag, für das Bild eine eigene Kirche zu errichten. Dies ist ausdrücklich eine Überlieferung, doch die späteren Handlungen der Stadtbewohner sind aus Dokumenten bekannt. Nach der Aufhebung der Belagerung wählten sie ein Grundstück am Erdwall, erbaten die Genehmigung des Erzbischofs und errichteten die hölzerne Kasaner Kirche. Daneben gründeten sie ein Frauenkloster, in das zweiundsiebzig Nonnen aus einem verwüsteten Kloster übersiedelten.
Die Ikone wurde von hier, aus der Kirche der Geburt Christi, feierlich dorthin gebracht. Die Einwohner von Romanow verlangten die Rückgabe des Bildes, doch das kirchliche und das zarische Gericht ließ es in Jaroslawl. Nach Romanow schickte man eine Kopie. Lytkin erreichte, wofür er das Heiligtum von einem Militärangehörigen gekauft oder entgegengenommen hatte: Es blieb in der Stadt, nun aber in einer neuen Kirche.
Fünfunddreißig Jahre später vollendete die Kaufmannsfamilie Nasarjew-Gurjew an der Stelle der Holzkirche den heutigen Steinbau. Zur Erinnerung an den Aufenthalt der Ikone richteten die Erbauer die Kasaner Seitenkapelle ein. An der Nordwand sind vier Freskenszenen aus der Geschichte des Bildes erhalten. Die Ikone selbst wurde neunzehnhundertfünfundzwanzig gestohlen; ihr weiterer Verbleib ist unbekannt. Hier blieben die Seitenkapelle und die Wandmalereien zurück, die wegen der wenigen Wochen entstanden, die sie in der Holzkirche an diesem selben Ort verbracht hatte.
Praktisch vor Ort
Vom 1. Oktober bis 1. Mai geschlossen. Ab 1. Mai ist eine Besichtigung des Innenraums nur mit einer mindestens 5 Tage im Voraus angemeldeten Führung möglich. Außenbesichtigung frei zugänglich.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Inschrift ist von außen gut zu betrachten; den Besuch des Innenraums stimmen Sie gesondert und rechtzeitig ab.
