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„Koneser“ und das Muzeum Polskiej Wódki

Centrum Praskie Koneser & Muzeum Polskiej Wódki

Das Werksviertel zeigt, wie Dienstpapiere und Produkte eines von der Besatzung betriebenen Unternehmens zur Rettung von Beschäftigten eingesetzt wurden.

30 Min.
Backsteinernes Fabrikensemble Koneser mit Schornstein und Hof
Adrian Grycuk · CC BY‑SA 3.0 PL; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Backsteingebäude
  • Ehemaliges Rektifikationsgebäude
  • Wachhaus
  • Gebäude der Fabrikdirektion

Die Geschichte des Ortes

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Ende des neunzehnten Jahrhunderts verband man das Grundstück an der Eisenbahn mit einer eigenen Stichstrecke, damit Rohalkohol hierher geliefert wurde. In einigen Gebäuden reinigte man ihn, in den benachbarten machte man daraus Wodka; ringsum arbeiteten Lager, Werkstätten, Büros und Häuser für Angestellte. Zwischen den Backsteinfassaden sind das Wachhaus und die Fabrikdirektion erhalten, die an die Ordnung eines abgeschlossenen Unternehmens erinnern. Im ehemaligen Rektifikationsgebäude arbeitet heute das Muzeum Polskiej Wódki.

Während der deutschen Besatzung nahm der Verwalter dieser Fabrik eine Kiste Wodka aus dem Lager und fuhr zum Hauptquartier der Gestapo an der Aleja Szucha oder in das Durchgangslager an der ulica Skaryszewska. Dort bot er Fabrikware für einen festgehaltenen Arbeiter an.

Der Verwalter hieß Wilhelm Horak. Im Jahr neunzehnhundertvierzig beauftragte die Besatzungsverwaltung diesen tschechischen Ingenieur damit, das Warschauer Spiritusmonopol zu leiten. Horak wollte die Menschen schützen, für die er verantwortlich war. Er erreichte, dass jeder Arbeiter einen Einleger für seinen Ausweis erhielt: Der Inhaber ist in einem wichtigen Kriegsbetrieb beschäftigt. Ein solches Papier konnte die Verschickung zur Zwangsarbeit verhindern. Wenn es nicht ausreichte, fuhr Horak selbst zu dem Verhafteten.

Nach den Erinnerungen eines ehemaligen Arbeiters rettete er auf diese Weise den Fabrikwächter Tadeusz Pestrzyński. Pestrzyńskis Name war bereits auf einem Aushang über eine bevorstehende Erschießung gedruckt, doch Horak konnte ihn freibekommen. Den ärmsten Beschäftigten stellte der Verwalter Erlaubnisse aus, Wodka aus dem Lager zu erhalten: gewöhnlich auf einem Papierfetzen, einmal direkt auf einem gerade zur Hand befindlichen Brett.

Horaks Familie lebte gleich hier, im Diensthaus an der ulica Markowska. Seine Stellung, sein Einkommen und seine Wohnung verdankte er derselben Verwaltung, deren Entscheidungen er mithilfe von Ausweisen und Fabrikkisten umging. Als sich die Rote Armee im Jahr neunzehnhundertvierundvierzig Praga näherte, halfen die Arbeiter Horak bei der Flucht. Er gelangte nach Tschechien, wurde dort jedoch verhaftet und der sowjetischen Seite übergeben. In einem Kriegsgefangenenlager lackierte der Chemieingenieur Autos. Nach seiner Freilassung ließ er sich in Westdeutschland nieder und starb in den siebziger Jahren.

Die Wodkakisten konnten hier zu einem Mittel der Rettung werden, weil das ganze Viertel um Spiritus herum angelegt war. Ende des neunzehnten Jahrhunderts wählten Unternehmer und die Staatskasse ein Grundstück neben der Eisenbahn und führten eine eigene Stichstrecke dorthin. Die private Warszawska Rektyfikacja reinigte Rohalkohol, und das benachbarte staatliche Lager machte daraus Wodka. Ringsum entstanden bewachte Lager, Werkstätten, Büros und Häuser für die Angestellten.

Der Name „Koneser“ ist viel jünger als die Backsteingebäude. Die Fabrik erhielt ihn erst im Jahr neunzehnhundertvierundneunzig, in ihrer letzten Betriebsphase. Die Produktion wurde im Jahr zweitausendsieben eingestellt, und für das neue Viertel behielt man die letzte Werksaufschrift bei.

Heute befinden sich hinter den offenen Toren Wohnungen, Büros, ein Hotel, Restaurants und Orte für kulturelle Veranstaltungen. Das Muzeum Polskiej Wódki befindet sich im ehemaligen Rektifikationsgebäude – genau dem Gebäude, in dem der Spiritus tatsächlich gereinigt wurde. Daneben sind das Wachhaus und das Gebäude der Fabrikdirektion erhalten, und die Lager, aus denen Horak mit Kisten losfuhr, um verhaftete Arbeiter herauszuholen, erhielten neue Türen und neue Besitzer.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort30 Min.
Nächster PunktMuzeum Warszawskiej Pragi
Eintrittteilweise frei zugänglich

Die Höfe des Viertels sind als öffentlicher Raum geöffnet; die offizielle Website des Viertels gibt rund um die Uhr geöffnete Tore an. Das Muzeum Polskiej Wódki arbeitet mit Führungszeiten; Tickets und die Sprache der Führung sollten für den Besuchstag geprüft werden.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das öffentlich zugängliche Gelände kann ohne Museumsführung betreten werden. Den Besuch der Ausstellung und die Verkostung planen Sie getrennt; die Verkostung ist nur für Erwachsene bestimmt.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Kehren Sie über die ulica Ząbkowska zur ulica Targowa zurück und gehen Sie zum Museumskomplex.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Praga-Północ: das rechte Ufer von Warschau“ — 7 Stopps, etwa 1,9 km, 2,5–3 Stunden.

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