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Muzeum Warszawskiej Pragi

Muzeum Warszawskiej Pragi

Hier wird ein Zufallsfund den Abriss baufälliger Gebäude aufhalten und die Adresse des künftigen Bezirksmuseums bestimmen.

25 Min.
Rotziegelhaus mit hölzernen Galerien – Muzeum Warszawskiej Pragi
Adrian Grycuk · CC BY‑SA 3.0 PL; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Drei Häuser entlang der ulica Targowa
  • Hofanbau
  • Fragmente der Wandmalerei
  • Darstellung der Klagemauer

Die Geschichte des Ortes

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Drei alte Häuser ziehen sich entlang der ulica Targowa, und hinter ihren Fassaden liegt ein Hof mit einem niedrigen Nebengebäude. In den Museumssälen sind Familienfotos, Gegenstände und aufgezeichnete Stimmen der Bewohner des rechten Warschauer Ufers versammelt, neben einem Modell des alten Praga und Erzählungen über Märkte, Handwerk und örtliche Betriebe. Tief im Hof blieben zwei kleine Räume erhalten, in die Nachbarn und Händler einst zum täglichen Gebet kamen. Man ließ sie an ihrem ursprünglichen Ort, und das Museum nahm nicht nur die Häuser an der Straße ein, sondern auch diesen verborgenen Hof.

Im Frühjahr neunzehnhundertsechsundneunzig untersuchten die Warschauer Historiker Janusz Sujecki und Jarosław Zieliński einen baufälligen Anbau im Hof der ulica Targowa fünfzig bis zweiundfünfzig. Sujecki gehörte einer Gruppe von Warschauer Kulturerbeschützern an, Zieliński dem Towarzystwo Opieki nad Zabytkami. Sie suchten nach Spuren der alten Bebauung, die bei einer Instandsetzung oder einem Abriss hätten verschwinden können.

Der Hauptraum des Anbaus diente damals als Lager. Hinter Regalen und Stapeln von Kisten sahen die Historiker an der Wand Fragmente Jerusalems: Menschen an der Klagemauer, Rachels Grab, Tierkreiszeichen und hebräische Inschriften. So entdeckte man zwei ehemalige jüdische Gebetsräume. Es waren kleine Zimmer für das tägliche Gebet von Nachbarn und Händlern, keine große Gemeindesynagoge. Im Jahr neunzehnhundertsechsundzwanzig waren unter dieser Adresse gleich drei solche Räume verzeichnet.

Die erhaltenen Wandmalereien entstanden im Jahr neunzehnhundertvierunddreißig. Eine Inschrift besagt, dass die Darstellung der Klagemauer von vier Brüdern, den Söhnen Dawid Grinsteins, bezahlt wurde. Nach dem Krieg richtete man in einem Raum eine Werkstatt und eine Garage ein, im anderen eine Schneiderei. Die Wände wurden mit Mörtel und Farbschichten bedeckt. Feuchtigkeit und wirtschaftliche Nutzung zerstörten den größten Teil der Darstellungen, doch die erhaltenen Fragmente blieben bis zum Eintreffen der Forscher verborgen.

Der Fund bedeutete noch keine Rettung. Der Mieter der Garage musste ausgewiesen werden, der leere Anbau blieb feucht und ungeheizt, und die Farbe blätterte weiter ab. Im Nachbarraum entdeckte man neue Fragmente erst drei Jahre später. Sujeckis Organisation setzte sich für den Schutz des gesamten Grundstücks ein, und im Jahr zweitausendeins wurde der Komplex in das Denkmalregister eingetragen. Nach Aussage der Schützer selbst hielt dieser Eintrag den vorbereiteten Abriss auf.

Gerade die Wandmalereien bestimmten das weitere Schicksal der Adresse. Im Jahr zweitausendsechs richtete das Muzeum Historyczne m.st. Warszawy eine Abteilung ein, die dem rechten Ufer gewidmet war, und ein Jahr später übergab die Stadt ihr drei Häuser an der ulica Targowa und den Hofanbau. Restauratoren festigten den Putz, trockneten die Wände und legten die Darstellungen frei, ohne die verlorenen Szenen nachzumalen. Von der früheren Malerei blieb etwa ein Fünftel erhalten.

Während die Instandsetzung lief, begannen die Mitarbeiter, Erinnerungen von Bewohnern des rechten Warschauer Ufers aufzuzeichnen. Diese Interviews, Familienfotos und von Stadtbewohnern übergebene Gegenstände gingen zusammen mit einem Modell des alten Praga sowie Materialien über Märkte, Handwerke und die hiesigen Betriebe in die Ausstellung ein. So entstand das heutige Muzeum Warszawskiej Pragi – ein Bezirksmuseum, das unter anderem aus den Zeugnissen der Bewohner Pragas selbst zusammengestellt wurde.

Die von Sujecki und Zieliński entdeckten Räume wurden nirgendwohin verlegt. Die Hauptausstellung nimmt drei Häuser entlang der ulica Targowa ein, und dahinter bleiben im Anbau des ehemaligen Lagers jene Wände erhalten, wegen derer das Museum an dieser Adresse untergebracht wurde.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster Punktulica Stalowa und der Konopacki-Palast
Eintrittmit Ticket

Bis 5. Juli 2026: Di, Mi, Fr 9:00–17:00; Do 11:00–20:00; Sa–So 10:00–18:00; Mo geschlossen. Auf der offiziellen Seite ist eine Schließung vom 6. Juli–15. September 2026 angegeben; Donnerstag ist gewöhnlich kostenlos.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Prüfen Sie vor dem Besuch, ob das Museum Besucher empfängt. Wenn das Gebäude geschlossen ist, beschränken Sie sich auf die Fassaden und gehen Sie nicht durch geschlossene Tore.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie die ulica Targowa hinauf zur ulica Stalowa und dann durch die ulica Środkowa zum Palast.

Stopp 6 von 7Weiter: ulica Stalowa und der Konopacki-Palast

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Praga-Północ: das rechte Ufer von Warschau“ — 7 Stopps, etwa 1,9 km, 2,5–3 Stunden.

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