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Worauf achten
- Warszawa Wileńska
- U-Bahn-Eingänge
- Straßenbahngleise an der ulica Targowa
Die Geschichte des Ortes
Der Wilnaer Bahnhof, die U-Bahn-Eingänge und die Straßenbahngleise an der ulica Targowa treffen an einem Platz zusammen; die Endstationen der Regionalzüge befinden sich im Inneren eines Einkaufszentrums. Den Personenbahnhof verlegte man nach dem Ersten Weltkrieg näher an den heutigen Platz, als neue Grenzen die alte Hauptstrecke durchschnitten. Die Fernzüge verschwanden, doch die Verbindung mit Vilnius blieb erhalten: Sein Name wird heute von der Straße, dem Platz, dem Bahnhof und der U-Bahn-Station getragen.
Im Sommer achtzehnhundertvierundsechzig brachte man Benedykt Dybowski vom Dworzec Petersburski zur Zwangsarbeit. Dieser Bahnhof war der Vorgänger des heutigen Warszawa Wileńska und stand weiter die ulica Wileńska entlang, nahe ihrer Kreuzung mit der heutigen ulica Zaokopowa.
Dybowski lehrte Zoologie und vergleichende Anatomie an der Szkoła Główna Warszawska. Während des Januaraufstands – eines polnischen Aufstands gegen das Russische Kaiserreich – trat er der konspirativen Nationalregierung bei und reiste mit Aufträgen umher, wobei er half, den Aufstand außerhalb Warschaus zu organisieren. Die Polizei deckte seine Verbindungen Anfang achtzehnhundertvierundsechzig auf. Während der Untersuchung in der Zitadelle Warschau weigerte sich Dybowski, seine Mitstreiter zu verraten, und erhielt zwölf Jahre Zwangsarbeit.
Gerade der Dworzec Petersburski eignete sich für einen solchen Abtransport. Das russische Militär plante die Eisenbahn zwischen Warschau und Sankt Petersburg im Hinblick auf einen möglichen polnischen Aufstand: Züge ermöglichten es, Soldaten und Nachschub schnell heranzubringen. Im Mai achtzehnhundertzweiundsechzig eröffnete man den Verkehr auf der gesamten Strecke über Białystok und Vilnius. Acht Monate später begann der Aufstand. Nach seiner Niederlage brachte man die Verurteilten auf demselben Weg nach Osten.
Vor seiner Verhaftung lebte Dybowski von seinem Gehalt als Lehrer und besaß ein Arztdiplom. Das Urteil entzog ihm seine Stelle, seine Bürgerrechte und die Möglichkeit, legal zu behandeln. Noch in der Zitadelle beschaffte er sich durch geheime Korrespondenz einen Verbandskasten und Ausrüstung zum Sammeln von Tieren. Der Plan war ganz praktisch: Die Verbannten sollten zoologische Präparate verkaufen, um Lebensmittel und Werkzeuge zu kaufen.
Vom Dworzec Petersburski reiste eine Gruppe Verurteilter mit dem Zug über Sankt Petersburg und Moskau und gelangte dann nach Transbaikalien. Bei der Zwangsarbeit wurde Dybowski dazu eingeteilt, Holz zu fällen und zu flößen. Andere Gefangene tauschten mit ihm die Arbeit, damit er Menschen behandeln konnte. Zugleich versammelte er Jäger und Naturforscher um sich: Sie beschafften Präparate für das Warschauer zoologische Kabinett und erhielten dafür etwas Geld.
Später erforschte Dybowski den Baikalsee, beschrieb mehr als hundert Arten örtlicher Kleinkrebse und wurde zu einem der Begründer der Wissenschaft vom Leben in Süßgewässern. Im Jahr achtzehnhundertsiebenundsiebzig durfte er zurückkehren. Schon ein Jahr später reiste er freiwillig auf derselben Ostroute – nun als Arzt und Forscher von Kamtschatka.
Den Dworzec Petersburski, von dem sein Weg zur Zwangsarbeit begann, gibt es nicht mehr. Sich zurückziehende russische Truppen zerstörten das Gebäude im Jahr neunzehnhundertfünfzehn. Nach dem Ersten Weltkrieg teilten neue Grenzen die frühere Hauptstrecke, Fernzüge nach Sankt Petersburg verschwanden, und Vilnius blieb die wichtigste Richtung. Im Jahr neunzehnhundertzwanzig verlegten Eisenbahner den Personenbahnhof näher an den heutigen Platz; bald wurde er zum Wilnaer Bahnhof.
Heute enden Regionalzüge im Inneren eines Einkaufszentrums, unter dem Platz verläuft die U-Bahn, und auf der ulica Targowa fahren Straßenbahnen. Der Name Vilnius ist zugleich an einer Straße, einem Platz, einem Bahnhof und einer U-Bahn-Station erhalten geblieben.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr zugänglich, öffentlicher Platz und Verkehrsknotenpunkt.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Schauen Sie sich vom Gehweg aus um und halten Sie sich nicht im Weg der Fahrgäste auf: Dies ist vor allem ein belebter Verkehrsknotenpunkt.
