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Denkmal der Helden des Ghettos

Pomnik Bohaterów Getta

Die beiden Seiten des Monuments liefern den genauen Hintergrund für die politische Geste, die die öffentliche Meinung spaltete.

12 Min.
Bronzefiguren kämpfender Menschen an der dunklen Wand des Denkmals der Helden des Ghettos in Warschau.
Simon Burchell · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Bronzegruppe „Der Kampf“
  • Relief „Der letzte Marsch“
  • Schwarze Steinplatten
  • Platte mit einer knienden Figur

Die Geschichte des Ortes

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Das schwarze steinerne Monument hat zwei Seiten. Auf der Westseite treten bewaffnete Männer und Frauen aus Bronze hervor, die Ostseite nimmt ein Relief mit zwölf barfüßigen Menschen unter Bewachung ein. In diesem Bildpaar stehen der Widerstand der Ghettobewohner und der Weg jener nebeneinander, die in die Vernichtungslager gebracht wurden. Nach dem Krieg sammelten überlebende Juden, darunter Angehörige des Untergrunds, Geld für das Bauwerk, und auf der Platte hinterließen sie eine Widmung an Kämpfer und Märtyrer in drei Sprachen.

Am siebten Dezember neunzehnhundertsiebzig legte Willy Brandt, der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland – des westlichen Teils des damals geteilten Deutschlands –, an diesem Denkmal einen Kranz nieder. Das Protokoll verlangte, die Bänder zurechtzurücken, einige Schritte zurückzutreten und den Kopf zu senken. Brandt trat zurück und sank dann ohne Vorwarnung auf beide Knie.

Er war nach Warschau gekommen, um einen Vertrag mit der Volksrepublik Polen zu unterzeichnen – so hieß der polnische Staat damals. Seit dem Krieg hatten die beiden Länder keine diplomatischen Beziehungen. Brandt strebte Versöhnung und die Anerkennung der Nachkriegsgrenze Polens an. Für den westdeutschen Kanzler bedeutete das einen Streit mit vielen Wählern, besonders mit Deutschen, die aus den Gebieten östlich der neuen Grenze umgesiedelt worden waren.

Brandt selbst war an den Verbrechen des NS-Regimes nicht beteiligt gewesen. Im Jahr neunzehnhundertdreiunddreißig war er aus Deutschland geflohen und setzte aus dem Exil den Kampf gegen Hitler fort. Gerade ein solcher Mensch entschied sich, im Namen des Staates, den er nun führte, um Vergebung zu bitten. Später erklärte er, angesichts des Abgrunds der deutschen Geschichte und der Millionen Ermordeten habe er getan, was Menschen tun, wenn Worte versagen.

Fotografen hielten den Kanzler kniend vor dem Kranz fest. In Westdeutschland bezeichneten achtundvierzig Prozent der Befragten seine Handlung als übertrieben; einundvierzig Prozent hielten sie für angemessen. Brandts Gegner nutzten das Bild im Kampf gegen den Kanzler und seinen Vertrag mit Polen. Für einen Politiker, der von einer parlamentarischen Mehrheit abhing, wurden einige Minuten des Schweigens hier zur Gefahr, sein Amt zu verlieren. Der Vertrag wurde erst zwei Jahre später ratifiziert. Schon im folgenden Jahr erinnerte das Norwegische Nobelkomitee, als es Brandt für die Versöhnung mit den Nachbarn den Friedensnobelpreis verlieh, ausdrücklich an sein Knien vor dem Denkmal im ehemaligen Ghetto.

Brandt stand vor der Westseite des Monuments, der Bronzegruppe „Der Kampf“. Im Zentrum platzierte der Bildhauer Nathan Rapoport eine Figur, die nach dem Vorbild von Mordechaj Anielewicz geschaffen wurde, dem Kommandeur der Jüdischen Kampforganisation. Um ihn herum stehen Männer und Frauen mit Pistolen und Flaschen mit Brandmischung. Es sind Kämpfer, die im April neunzehnhundertdreiundvierzig deutsche Einheiten bewaffnet empfingen, welche gekommen waren, das Ghetto endgültig zu vernichten. Das Denkmal nennt sie Helden.

Rapoport überlebte den Krieg in der Sowjetunion und kehrte in das zerstörte Warschau zurück. Überlebende Juden, darunter wenige Angehörige des Untergrunds, sammelten Geld für das Monument. Es wurde am neunzehnten April neunzehnhundertachtundvierzig, zum fünften Jahrestag des Beginns des Aufstands, enthüllt. Auf die schwarze Platte schrieben sie auf Polnisch, Jiddisch und Hebräisch: „Das jüdische Volk – seinen Kämpfern und Märtyrern“.

Das letzte Wort erklärt die zweite Seite des Denkmals. Auf dem östlichen Relief „Der letzte Marsch“ gibt es keine Waffen. Zwölf barfüßige Menschen gehen unter Bewachung; unter ihnen sind Frauen, Kinder und ein alter Mann mit einer an die Brust gedrückten Torarolle. Rapoport stellte Bewohner des Ghettos dar, die zum Abfahrtsort in die Vernichtungslager geführt wurden. Bei der Enthüllung war die Vorderseite mit weißem Stoff verhängt, und die Zeremonie war vor allem den bewaffneten Kämpfern zugewandt. Die Menschen auf der Rückseite blieben hinter der steinernen Wand des Monuments.

Im benachbarten kleinen Park steht heute eine bronzene Platte mit dem knienden Brandt. Sie gibt ein hier aufgenommenes Foto wieder. Auf der Originalaufnahme ist der Kanzler dem „Der Kampf“ zugewandt, und direkt hinter dessen Figuren, auf der anderen Seite desselben Steinblocks, verläuft „Der letzte Marsch“.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort12 Min.
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Eintrittfrei zugänglich

Der offene Platz ist rund um die Uhr zugänglich; während staatlicher und Gedenkzeremonien kann der Zugang eingeschränkt sein.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Gehen Sie vollständig um das Monument herum: Von einem Punkt aus erschließt sich sein Gedanke nicht. Setzen Sie sich nicht auf den steinernen Sockel.

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„Muranów: jüdische Erinnerung und ein Nachkriegsviertel“ — 7 Stopps, etwa 2,9 km, 2,5–4 Stunden.

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