Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade des Hauses Nr. 14
- Schild „Demel“
- Aufschrift über den Hofzuckerbäcker
- Schaufenster der Konditorei
Die Geschichte des Ortes
Zuerst verkaufte man in dieser Einkaufsstraße Brennholz, dann Holzkohle; von ihnen blieb der mittelalterliche Name Kohlmarkt. Sie liegt an dem Weg zwischen dem Graben und der Hofburg, den Menschen auf dem Weg zum Hof nutzten. Als der kaiserliche Hof in der Nähe war, kaufte man hier statt Brennstoff Schmuck, Bücher und Tabak für den Palast und wohlhabende Häuser. Hinter den Scheiben der heutigen Schaufenster stehen weiterhin teure Waren, die dem Hof hierher gefolgt sind.
An der Fassade des Hauses Nummer vierzehn ist die Bezeichnung „kaiserlicher und königlicher Hofzuckerbäcker“ erhalten. Sie trägt die Konditorei Demel. Als Hoflieferant galt ein Unternehmen, das den kaiserlichen Hof beliefern durfte und dies auf Schildern und Verpackungen angeben durfte. Dieses Prädikat erklärt gut, warum der Kohlmarkt von teuren Geschäften geprägt ist.
Der mittelalterliche Name der Straße bezeichnete eine ganz andere Ware. Zuerst verkaufte man hier Brennholz, dann Holzkohle, und zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts erscheint in den Dokumenten der Kohlmarkt – der Kohlenmarkt. Die Händler brachte der Weg zwischen dem Graben und der Hofburg hierher. Als der kaiserliche Hof sich in der Nähe niederließ, kamen nach dem alltäglichen Brennstoff Waren, die für den Palast und wohlhabende Häuser bestellt wurden: Schmuck, Bücher, Tabak und Konditoreiwaren.
Im Jahr eintausendachthundertachtundachtzig verloren die Besitzer der Hofkonditorei, Josef und Karl Demel, wegen des Abrisses des alten Hoftheaters ihre früheren Räume am Michaelerplatz. Sie mussten in der Nähe der Hofburg und ihrer Kunden bleiben. Die Brüder verlegten ihr Geschäft an den Kohlmarkt, in das heutige Haus Nummer vierzehn. Hier entbrannte ein Streit, in dem der Preis eines einzigen Wortes mit dem Wert eines Familienunternehmens vergleichbar war.
Der Konditor Eduard Sacher hatte einst bei Demel gelernt und dort eine Schokoladentorte nach dem Rezept seines Vaters Franz zubereitet. Später eröffnete Eduard das Hotel Sacher, wo dieselbe Torte zu einer Spezialität des Hauses wurde. Deshalb hatten gleich zwei Betriebe Grund, Anspruch auf sie zu erheben: Die Familie Sacher gab der Torte ihren Namen, und die Konditorei Demel war an ihrer frühen Geschichte beteiligt und verkaufte sie viele Jahre lang.
Nach dem Tod von Anna Sacher, Eduards Witwe und Inhaberin des Hotels, ging das Unternehmen in Konkurs. Im Jahr eintausendneunhundertvierunddreißig kauften neue Eigentümer das Hotel. Annas Sohn, ebenfalls Eduard Sacher, erlaubte ihnen, den Hotelnamen beizubehalten, handelte sich jedoch das Recht aus, seinen eigenen Familiennamen in einem anderen Geschäft zu verwenden und Torten herzustellen. Ein weiteres Hotel Sacher in Wien konnte er nicht mehr eröffnen. Am vierundzwanzigsten Juli desselben Jahres übertrug Eduard Demel das ausschließliche Recht, die „Eduard Sacher-Torte“ herzustellen und zu verkaufen. Das Hotel gehörte ihm nicht mehr; nun konnte er über die Konditorei am Kohlmarkt mit dem Familiennamen Geld verdienen.
Die neuen Eigentümer des Hotels begannen, ihre Version unter dem Namen „Original Sacher-Torte“ zu verkaufen. Demel verwendete ebenfalls das Wort „original“ und brachte auf den Torten ein dreieckiges Schokoladensiegel mit Eduards Namen an. Der Streit gelangte vor das Handelsgericht Wien und den Obersten Gerichtshof. Im Jahr eintausendneunhundertsechsundfünfzig stellten die Richter fest, dass das dreieckige Siegel von Demel nicht mit dem runden Siegel des Hotels verwechselt werden könne. Endgültig einigten sich die Parteien im Jahr eintausendneunhundertdreiundsechzig: Das Wort „original“ blieb beim Hotel, und die Konditorei behielt das Recht auf ihre eigene Torte und das dreieckige Zeichen.
Heute heißt das Erzeugnis im Haus Nummer vierzehn „Demel's Sachertorte“. Auf ihrer Schokoladenglasur liegt weiterhin das dreieckige Siegel – die Form, die das Gericht vom runden Siegel des Hotels unterschied.
Praktisch vor Ort
Die Fußgänger-Einkaufsstraße ist als Straßenroute zugänglich; die Öffnungszeiten hängen von den einzelnen Geschäften, Cafés und dem saisonalen Andrang ab.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Es genügt, die Straße zu Fuß entlangzugehen und ihren alten Namen mit ihrem heutigen Erscheinungsbild zu vergleichen. Ein Besuch bei Demel ist eine eigene gastronomische Pause; eine Warteschlange nach drinnen ist nicht nötig, um der Erzählung weiter zu folgen.
