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Stock-im-Eisen-Platz

Stock im Eisen / Stock-im-Eisen-Platz

Die kleine Nische ermöglicht den Übergang von der städtischen Legende zur Tat des Mannes, der für dieses Haus verantwortlich war.

15 Min.
Stock im Eisen hinter Glas an der Ecke des Palais Equitable im Zentrum Wiens.
Gnosos · Public Domain; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Fichtenstamm hinter Glas
  • Nagelköpfe
  • Eisenreif
  • Vorhängeschloss

Die Geschichte des Ortes

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In der Vitrine an der Ecke des Palais Equitable ist ein originales Fragment einer mittelalterlichen Fichte erhalten. Die ersten Nägel schlug man ein, als der Baum noch wuchs: Das Holz hatte Zeit, mehrere Nagelköpfe zu umschließen. Wer sie hinterließ, ist unbekannt; Forschende vermuten Bitten um Schutz oder Dank für eine Heilung. Später kamen Gesellen hierher, fügten ihre eigenen Nägel hinzu und spendeten zugleich Geld an die Zunft.

In einer Glasnische an der Ecke des Palais Equitable steht ein mittelalterlicher Fichtenstamm, der fast vollständig unter Nagelköpfen verborgen ist. Das ist der Stock im Eisen – der „Stamm im Eisen“. Nach ihm benannten die Wiener den Platz noch im siebzehnten Jahrhundert. Der Name selbst entstand früher: Ein Dokument aus dem Jahr eintausendfünfhundertdreiunddreißig nennt den Baum einen „in Eisen eingeschlossenen Stamm“. Gemeint ist ein breiter Reif mit einem Vorhängeschloss. Das Schloss wurde nie verschlossen – es ist eine Attrappe. Auf dem Reif sind das Jahr seiner Ersetzung und die Initialen des damaligen Hauseigentümers Hans Büttinger erhalten.

In demselben Dokument lag der Stamm bereits hier neben einem Brunnen. Fünfzehn Jahre später befestigte man ihn an der Hauswand. Als die Versicherungsgesellschaft „Equitable“ Ende des neunzehnten Jahrhunderts die alten Gebäude abreißen ließ und einen Palast errichtete, wiesen die Auftraggeber an, für den Baum eine Ecknische einzurichten. Auf dem Bronzerelief am Eingang stellte man eine verbreitete Legende dar: Wandernde Gesellen hätten vor der Weiterreise jeweils einen Nagel eingeschlagen, und das kunstvolle Schloss habe ein Schmied angefertigt, der einen Vertrag mit dem Teufel geschlossen hatte.

Das ist eine Legende, nicht die gesicherte Herkunft des Stammes. Eine Untersuchung ergab, dass die Fichte ungefähr im Jahr eintausendvierhundert gewachsen war und um eintausendvierhundertvierzig gefällt wurde. Das Holz hatte Zeit, über mehrere Nägel zu wachsen: Sie wurden eingeschlagen, als der Baum noch lebend stand. Wer das tat, ist unbekannt. Wahrscheinlich hinterließen Menschen den damals kostbaren Nagel als Bitte um Schutz oder als Dank für eine Heilung. Der Brauch wandernder Handwerker ist hier erst ab dem Jahr eintausendsiebenhundertfünfzehn belegt. Die Gesellen schlugen tatsächlich ihre Nägel ein und spendeten Geld an die Zunft, kamen aber mehrere Jahrhunderte nach den ersten unbekannten Teilnehmern des Brauchs zu dem Baum.

Am neunundzwanzigsten Januar eintausendneunhundertvierundvierzig fuhr ein Auto zum Palais Equitable. Mehrere Männer in Parteiuniform verlangten, den Pförtner Leopold Koci zu rufen. Sie zeigten eine Anordnung vor: Der Stock im Eisen müsse abgenommen und in ein Museum in Deutschland geschickt werden.

Koci verdiente seinen Lebensunterhalt im Dienst dieses Hauses und war von den Menschen abhängig, die über das Eigentum verfügten. Doch er weigerte sich, den Stamm herauszugeben. Die Ankommenden zogen sich zurück, und der Pförtner begriff, dass sie ohne ein Gespräch zurückkehren könnten. In der Nacht nahm er den Baum von der Fassade und versteckte ihn im Keller des Palasts. Im folgenden Monat wurde das Gebäude bei einem Luftangriff schwer beschädigt; der Stock im Eisen befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits unten.

Nach dem Krieg wusste nicht einmal die Denkmalschutzbehörde von dem Versteck. Den Stamm fand man erst im August eintausendneunhundertsechsundvierzig im Keller. Fast weitere fünf Jahre wurden für die Reparatur und die Vorbereitung des früheren Platzes benötigt. Am sechsten Juni eintausendneunhunderteinundfünfzig befestigte man den Baum wieder an der Ecke des Palasts, Leopold Koci wurde öffentlich sein Retter genannt, und eine Vertreterin der Gesellschaft „Equitable“ übergab die Reliquie in die Obhut der Stadt.

Hinter dem Glas befindet sich genau das Original, das der Pförtner von dieser Wand abnahm und in den Keller brachte. Es wurde hier nicht durch eine Museumskopie ersetzt.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktGraben und Pestsäule
Eintrittvon außen

Straßenobjekt hinter Glas an der Ecke des Palais Equitable; vom Gehweg aus betrachten, ohne den Verkehr am Graben und in der Kärntner Straße zu behindern.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Stamm ist von der Straße aus gut zu sehen, das Gebäude muss nicht betreten werden. Die Ecke ist eng und stark frequentiert; betrachten Sie die Nische daher, ohne den Durchgang zu versperren.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie auf dem Graben weiter bis zur Marmorsäule.

Stopp 2 von 8Weiter: Graben und Pestsäule

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Von der Domkirche St. Stephan zur Hofburg: Wer über Wien bestimmte“ — 8 Stopps, etwa 1,6 km, 2–3 Stunden.

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