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Großes Parterre und Marmorstatuen

Große Parterre

Hier wird klar, wie Wassermangel die einheitliche Anordnung zerstörte und nur einzelne mythologische Paare zurückließ.

20 Min.
Panoramablick auf das gelbe Schloss und das grüne Parterre von Schönbrunn
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Worauf achten

  • Gemusterte Blumenbeete
  • Zwei Reihen von Marmorstatuen
  • Nummern auf den Seiten der Sockel

Die Geschichte des Ortes

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Im Jahr eintausendsiebenhundertdreiundsiebzig beauftragte Maria Theresia den Hofbildhauer Johann Wilhelm Beyer, das Große Parterre mit Gestalten aus der Antike auszustatten. Als Parterre bezeichnete man die niedrigen, gemusterten Blumenbeete vor der Gartenfassade des Schlosses. Sie waren von gleichmäßigen Heckenwänden umgeben, und die Marmorfiguren sollten die höfische Dekoration unter freiem Himmel fortsetzen.

Beyer erhielt den Auftrag dank einer Entscheidung, in der Kunst und Kalkül zu gleichen Teilen steckten. Bei Sterzing in Tirol fand er weißen Marmor, der, wie er sagte, dem Carrara-Marmor nicht nachstand, und schlug einen kostengünstigen Transportweg vor. Fünfzehn Bildhauer bearbeiteten die Figuren am Steinbruch grob, damit kein überflüssiges Gewicht transportiert werden musste. Anschließend wurden die Rohlinge über Inn und Donau nach Schönbrunn geschickt und hier vollendet.

Für jede Figur setzte der Hof eintausend Gulden zuzüglich der Nebenkosten fest. Etwa die Hälfte erhielt der Meister, der den Marmor behau; der Rest ging für Modell, Material und Organisation auf. Deshalb verbirgt die Signatur „Werk Beyers“ eine ganze Werkstatt. Die „Flucht aus Troja“ etwa schuf Philipp Jakob Prokop, viele andere Gruppen fertigten Johann Baptist Hagenauer, Ignaz Platzer, Veit Königer und ihre Helfer an.

Die Gestalten der Antike dienten hier als verständliche Sprache des Hofes. Aeneas trägt seinen gebrechlichen Vater aus dem eroberten Troja, neben ihm geht sein kleiner Sohn: Für den gebildeten Betrachter bedeutete dies die Fürsorge eines Herrschers für die älteren und die künftigen Generationen. Jason hält das Goldene Vlies, das Zeichen des Ordens vom Goldenen Vlies, der den Habsburgern gehörte. Artemisia stützt sich auf die Urne ihres Ehemanns Mausolos; Zeitgenossen erkannten in der trauernden Witwe einen Hinweis auf Maria Theresia, die nach dem Tod ihres Gatten bis an ihr Lebensende Trauer trug.

Die Umstände ließen Beyer diese Helden nicht in strenger Ordnung aufstellen. Der Hofarchitekt Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg entwarf ein kompliziertes System von Brunnen und bestimmte die Statuen für die Blumenbeete und den Hang. Im Jahr eintausendsiebenhundertsechsundsiebzig hatten Arbeiter die Becken bereits ausgehoben, doch der ständige Wassermangel zwang dazu, die Baugruben wieder zuzuschütten. Ein Jahr später brachte man die Figuren in halbrunde Nischen entlang der Hecken. Die endgültigen Plätze bestimmte Hohenberg, nicht Beyer. Einzelne Paare bewahrten ihren Zusammenhang: Der Raub der Helena steht der Flucht des Aeneas gegenüber, dem Beginn und dem Ende des Trojanischen Krieges, doch für die beiden Reihen ergab sich keine einheitliche Abfolge.

Kaum hatten die Meister die Aufstellung beendet, setzte sich Maria Theresias Sohn und Mitregent Joseph II. dafür ein, dass der Garten für alle geöffnet wurde. Der Hofadel widersprach, doch seit eintausendsiebenhundertneunundsiebzig spazierten Wiener, die keine antike Mythologie studiert hatten, zwischen den Marmorhelden. Beyer selbst räumte diese Schwierigkeit später ein: Ohne Kenntnis der Mythen, schrieb er, werde ein einfacher Besucher die feinen Anspielungen nicht verstehen, die für aufgeklärte Kenner bestimmt seien.

Nach dem Jahr neunzehnhundertfünfundvierzig ordnete der Schlossverwalter Josef Glaser an, auf den Seiten der Sockel Zahlen von eins bis zweiunddreißig anzubringen, damit die Figuren leichter zu bestimmen waren. Die Nummerierung beginnt an der östlichen Hecke: Die Zahl eins steht auf dem Sockel der Artemisia mit der Urne, die Zahl fünf auf der Gruppe, in der Aeneas seinen Vater aus Troja trägt. Weder Beyer noch Hohenberg haben diese Zahlen gesehen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktNeptunbrunnen
Eintrittfrei zugänglich

Als Teil des Parks geöffnet: täglich ab 6:30 Uhr; Schließung je nach Monat zwischen 17:30 und 21:00 Uhr. Eintritt frei.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Versuchen Sie nicht, die ganze Reihe auf einmal zu betrachten: Wählen Sie einige Figuren aus und gehen Sie auf den erlaubten Wegen zu ihnen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Folgen Sie der Mittellinie des Gartens zum Wasser am Fuß des Hügels.

Stopp 2 von 6Weiter: Neptunbrunnen

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Schönbrunn: Schloss und kaiserlicher Park“ — 6 Stopps, ca. 3,1 km, 2,5—3 Stunden.

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