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Fondamenta della Misericordia

Fondamenta della Misericordia

Dieser Abschnitt zeigt, wo das heutige Abendleben im nördlichen Cannaregio begann.

15 Min.
Kanal an der Fondamenta della Misericordia mit Booten und alter Bebauung
Wolfgang Moroder · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies; author requested attribution and limited social-media reuse
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Schild „Paradiso Perduto“
  • Türen des Hauses 2540
  • Lange Tische im Inneren
  • Kanal vor dem Gebäude

Die Geschichte des Ortes

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Der steinerne Streifen der Uferpromenade zieht sich am Kanal vor den Häusern entlang und lässt das Wasser ganz nah an den Türen. Den Namen Misericordia erhielt das Ufer von der Bruderschaft und ihren Gebäuden am östlichen Ende. Über einem der Eingänge hängt das Schild „Verlorenes Paradies“, und hinter den Türen stehen lange Tische.

Im Haus zweitausendfünfhundertvierzig trafen sich früher die Ruderer der Gesellschaft „Remo d’Oro“ – „Goldenes Ruder“. Der Raum direkt am Wasser passte im wörtlichen Sinn zu ihnen: Die Boote fuhren unmittelbar in den Kanal hinaus. Um die Wende von den siebziger zu den achtziger Jahren nahm ihn eine andere Gruppe in Besitz – Studenten, die beschlossen hatten, eine Osteria mit Livemusik zu eröffnen. Zu ihnen gehörte Maurizio Adamo, der spätere Koch und langjährige Besitzer des Lokals. Er wollte mit der Küche Geld verdienen und einen Teil der Einnahmen für gute Musiker ausgeben.

Die Osteria nannten sie „Paradiso Perduto“ – „Verlorenes Paradies“. Adamo kaufte Fisch auf dem städtischen Markt, bereitete hausgemachte Pasta zu und änderte die Speisekarte je nach Fang. Einmal in der Woche wurde hier Jazz gespielt. Der Gewinn blieb gering: Die Besitzer räumten ein, dass das Leben ohne Konzerte und Gagen leichter wäre. Doch gerade die Musik brachte ein Publikum hierher, das zuvor am nördlichen Rand von Venedig keine Abendunterhaltung gesucht hatte.

Im Frühjahr neunzehnhundertsiebenundachtzig blieben Besucher nach einem Karnevalskonzert länger als bis zwei Uhr nachts. Polizisten überprüften die Ausweise, und städtische Beamte ordneten an, die Osteria für zehn Tage zu schließen – ausgerechnet über das gut besuchte Osterwochenende. Die Besitzer baten darum, zumindest den Beginn der Strafe wegen eines längst angesetzten Konzerts zu verschieben. Man gewährte ihnen zwei Tage Aufschub. Sie diskutierten ernsthaft, ob sie nicht ganz schließen sollten: Die Musik brachte fast kein Geld ein, und der Verzicht auf sie hätte dem Lokal seinen Existenzgrund genommen.

Die Osteria wurde dennoch wieder eröffnet. Hier veranstaltete man weiterhin Konzerte, Lesungen und Aufführungen; unter den Auftretenden war der Jazztrompeter Chet Baker. Das Paradiso Perduto wurde eines der ersten Lokale in Venedig, die bis spät in die Nacht geöffnet hatten. Danach erschienen am Wasser weitere Bars und Bistros, und das lange Ufer wurde zu einem abendlichen Treffpunkt für Studenten und Stadtbewohner.

Die Venezianer nennen ein solches gepflastertes Ufer entlang eines Kanals Fondamenta. Den Namen Misericordia gaben sie ihm nach der Bruderschaft und ihren Gebäuden am östlichen Ende der Uferpromenade. Und die heutige Nutzung dieses Ufers begann vor den Türen der alten Rudergesellschaft: Das Schild des Paradiso Perduto hängt noch immer am Haus zweitausendfünfhundertvierzig, nur stehen hinter seinen Türen statt der Boote lange Tische.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktCampo dei Mori
Eintrittvon außen

Die Uferpromenade ist als städtischer Raum geöffnet. Die Lokale haben eigene Öffnungszeiten; prüfen Sie den jeweiligen Ort, bevor Sie zum Essen einkehren.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Uferpromenade bleibt ein lauter öffentlicher Raum. Blockieren Sie für einen längeren Halt weder Anlegestellen noch Durchgänge.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Biegen Sie von der Uferpromenade in die Calle Larga ein und gehen Sie über die Brücke zu den Steinfiguren.

Stopp 6 von 8Weiter: Campo dei Mori

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Nördliches Cannaregio: Ghetto, Handwerk und Bruderschaften“ — 8 Stopps, etwa 1,6 km, 2–2,5 Stunden.

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