Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Figuren des mittleren Rangs
- Untere Figurenreihe
- Nachgebildeter Zaun und Laternen
Die Geschichte des Ortes
Im Nowgoroder Kreml wurde dieses Bronzedenkmal zum tausendjährigen Jubiläum des Staates errichtet. Es ist als dicht besetzte Liste angelegt: Im mittleren Rang sind sechs Gruppen von Herrschern versammelt, darunter stehen Militärs, Schriftsteller, Künstler und Aufklärer. Über die Zusammensetzung dieser Liste entschieden die Kommission und der Kaiser; daher ist nicht nur wichtig, wer in Bronze gelangte: Ein Zar fehlt hier nach dem Massaker an Nowgorod absichtlich.
Im Winter eintausendneunhundertvierundvierzig lagen die bronzenen Figuren von Rurik, Pjotr I., Puschkin und Dutzenden weiterer Personen im Schnee rund um den leeren Sockel. Die deutsche Besatzungsverwaltung befahl, das Denkmal zu zerlegen und nach Deutschland zu bringen. Für die schweren Skulpturen verlegte man eine Schmalspurbahn direkt in den Nowgoroder Kreml. Die Laternen und den Bronzezaun hatte man noch abtransportieren können; die Figuren wurden hinabgeworfen, nummeriert und zum Verladen vorbereitet, doch der Abtransport wurde nicht mehr vollendet.
Zerlegt wurde gerade das, wofür man das Denkmal hier errichtet hatte. Kaiser Aleksandr II. wollte tausend Jahre des Staates würdigen und bestimmte die Chronikenerzählung über die tausend Jahre zurückliegenden Ereignisse – die Berufung des warägischen Fürsten Rurik nach Nowgorod – zum Ausgangspunkt für das Jahr eintausendachthundertzweiundsechzig. Deshalb stand das Jubiläumsdenkmal im Nowgoroder Kreml.
Den Wettbewerb gewann der vierundzwanzigjährige Michail Mikeschin. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Schlachtenmaler und hatte zuvor keine Denkmäler geschaffen; erfahrene Bildhauer formten die Bronzemodelle nach seinen Zeichnungen. Dieser Auftrag machte Mikeschin zum Schöpfer großer Staatsdenkmäler.
Die Kommission und der Kaiser entschieden, wer zur tausendjährigen Geschichte zugelassen wurde. Im mittleren Rang stellte man sechs Gruppen auf – von Rurik bis Pjotr I. Darunter platzierte man Herrscher, Militärs, Aufklärer, Schriftsteller und Künstler. Ein russischer Zar fehlt unter ihnen. Iwan IV. schickte im Jahr eintausendfünfhundertsiebzig die Opritschniki, um Nowgorod zu verwüsten; die Zusammensteller entschieden, dass man seine Figur nach diesem Massaker nicht in der Stadt aufstellen könne. Einen leeren Platz ließ man ihm nicht: Sein Fehlen fällt erst auf, wenn man die bronzene Liste nach Namen durchgeht.
Nach der Befreiung Nowgorods am zwanzigsten Januar eintausendneunhundertvierundvierzig lagen die Figuren noch immer dort, wo man sie hingeworfen hatte. Der Vorsitzende des städtischen Exekutivkomitees, Michail Judin, der sich für die Erhaltung der zerlegten Bronze eingesetzt hatte, ordnete an, sie mit Stacheldraht einzuzäunen. Am Denkmal wurde rund um die Uhr ein Wachtposten aufgestellt; hinter den Zaun durfte man nur in Begleitung des Museumsdirektors gehen.
Im April, als der Krieg weiterging, beschlossen die Beamten, das Denkmal erneut zusammenzusetzen. Die Arbeiten wurden einer Bauverwaltung übertragen, die damals in der Oblast Flugplätze baute; unter den Ausführenden waren professionelle Handwerker. Sie errichteten ein Gerüst und eine schräge Rampe, legten eine weitere Schmalspurbahn an und hoben darauf Figuren mit einem Gewicht von bis zu drei Tonnen empor. In Leningrad goss man mehr als eintausendfünfhundert verlorene Bronzedetails, und am Denkmal schloss man rund einhundertfünfzig Meter Fugen.
Am zweiten November desselben Jahres wurde das Denkmal abends im Licht von Autoscheinwerfern zum zweiten Mal eröffnet. Die heutigen Figuren stehen seit jenem Wiederaufbau an ihren Plätzen. Der Zaun und die Laternen kamen erheblich später hinzu: Restauratoren fertigten sie neu an, weil die abtransportierten Originale nie zurückkehrten.
Praktisch vor Ort
Das Denkmal steht im Freien auf dem Gelände des Nowgoroder Kreml, das täglich von 06:00 bis 24:00 zugänglich ist.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Umrunden Sie das Denkmal: Von einem Punkt aus lassen sich die zahlreichen Figuren und der Gesamtentwurf nicht erfassen.
