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Sophienkathedrale

Собор Святой Софии

Die Kathedrale zeigt, wie jahrelange Loyalität gegenüber dem Zaren einen kirchlichen Würdenträger nicht schützte.

25 Min.
Die weißsteinerne Sophienkathedrale mit fünf Kuppeln.
Ludvig14 · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Zarischer Gebetsstuhl
  • Innenraum der Sophienkathedrale

Die Geschichte des Ortes

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Am sechsundzwanzigsten August eintausendfünfhundertsiebzig begann man in der Sophienkathedrale, den geschnitzten Gebetsstuhl des Erzbischofs Pimen auseinanderzunehmen. Als Gebetsstuhl bezeichnete man einen abgegrenzten Sessel unter einem Baldachin, der dem ranghöchsten Geistlichen für die Dauer des Gottesdienstes vorbehalten war. Zehn Jahre zuvor hatte Pimen ihn selbst bei Nowgoroder Handwerkern bestellt und angeordnet, am Gesims eine Inschrift anzubringen: angefertigt unter Zar Iwan IV., auf Befehl des Erzbischofs von Nowgorod.

Pimen leitete die Kirche des weiten Nowgoroder Landes und wollte seine Stellung gegenüber dem Zaren bewahren. Sein Amt verschaffte ihm eine Kathedralkirche, einen Hof neben ihr, eine Schatzkammer und Einkünfte aus den Ländereien des Hauses der Heiligen Sophia – so nannte man den gesamten Besitz des Nowgoroder Erzbischofs. Pimen empfing Iwan IV. hier schon zuvor, hielt Bittgottesdienste für die Gesundheit des Zaren ab und schickte ihm Ikonen und kostbare Geschenke. Auch die Inschrift über dem Sessel begann mit Iwans Namen.

Die Sophia selbst war die wichtigste Stadtkirche. Mitte des elften Jahrhunderts ließen sie der Nowgoroder Fürst Wladimir Jaroslawitsch und Bischof Luka errichten. „Sophia“ bedeutet auf Griechisch „Weisheit“: Die Kathedrale ist der Göttlichen Weisheit geweiht, nicht einer heiligen Frau namens Sophia. Hier amtierte das Oberhaupt der Nowgoroder Kirche, hier wurde seine Schatzkammer aufbewahrt, und hier begrub man Fürsten und Bischöfe. Deshalb drang der Streit mit dem Erzbischof zwangsläufig in diese Mauern ein.

Im Winter eintausendfünfhundertsiebzig führte Iwan IV. ein Opritschnina-Heer nach Weliki Nowgorod – ein besonderes zaristisches Heer, das ausgesandt worden war, Verdächtige des Verrats zu bestrafen. Der Zar glaubte, die Stadtbewohner wollten zum litauischen König übergehen, und bezeichnete Pimen als Anführer einer Verschwörung. Als der Erzbischof Iwan empfing und ihm ein Kreuz zum Segen hinhielt, trat der Zar nicht an das Kreuz heran und erklärte Pimen vor allen zum Verräter.

Danach betraten beide die Sophienkathedrale. Pimen hielt einen Gottesdienst für einen Mann ab, der soeben seinen Segen zurückgewiesen hatte. Anschließend lud der Erzbischof den Zaren zu einem Festmahl in die benachbarte Bischofskammer ein. Bald nach Beginn des Festmahls befahl Iwan, den Gastgeber zu verhaften, den Bischofshof und die Schatzkammer zu plündern. Die Opritschniki verwüsteten auch die Sophienkathedrale und andere Stadtkirchen.

Pimen wurde aus Weliki Nowgorod fortgebracht, durfte keine Gottesdienste mehr halten, wurde seines erzbischöflichen Ranges enthoben und in klösterliche Haft geschickt. Ein Jahr später starb er dort. Die Einkünfte, der Hof, die Schatzkammer und der Platz in der Kathedrale, für die er jahrelang seine Loyalität gegenüber dem Zaren bekräftigt hatte, wurden ihm genommen.

Auf Iwans Befehl nahmen Handwerker Pimans Sessel auseinander und begannen unmittelbar daneben einen neuen, zarischen anzufertigen. Der geschnitzte Zarische Gebetsstuhl, der Anfang der eintausendfünfhundertsiebziger Jahre vollendet wurde, befindet sich noch immer im Inneren der Sophienkathedrale. Auch Pimans Gebetsstuhl ist erhalten, jedoch zerlegt – seine Teile werden im Nowgoroder Museum aufbewahrt.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktBischofskammer
Eintrittfreier Eintritt, aktive Kathedrale

Die Kathedrale ist täglich von 08:00 bis 20:00 geöffnet; Gottesdienste finden gewöhnlich um 10:00 und 18:00 statt, außer montags und dienstags.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Denken Sie daran, dass dies eine aktive Kirche ist: Unterbrechen Sie während des Gottesdienstes die Besichtigung, schalten Sie den Ton aus und beachten Sie die üblichen Kleidungsregeln.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Verlassen Sie die Kathedrale und gehen Sie zum erzbischöflichen Hof neben ihr.

Stopp 3 von 8Weiter: Bischofskammer

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Nowgoroder Kreml und Markt: Wer über Weliki Nowgorod entschied“ — 8 Stopps, 2,1 km, 2 Std. 45 Min..

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