Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das schmale Flussbett der Polist
- Kurze Spannweiten
- Brückenbelag
- Die Straße aus Richtung Dubowizy
Die Geschichte des Ortes
Die heutige Lebende Brücke liegt an der schmalsten Stelle der Polist. Zunächst verkehrte hier die Uschinski-Fähre, dann verbanden die Einwohner die Ufer mit einer Pontonbrücke aus miteinander verbundenen Flößen. Unter den Rädern der Fuhrwerke schwankten die Flöße und drifteten auf dem Wasser auseinander – daher der volkstümliche Name. Im Jahr achtzehnhundertdreißig ersetzte man den schwimmenden Übergang durch eine feste Brücke auf steinernen Pfeilern und ordnete an, sie Alexandrowski-Brücke zu nennen. Die Einwohner von Staraja Russa nahmen den neuen Namen nicht an.
Ein Jahr später zeigte sich, wie wichtig gerade dieser schmale Übergang war. Staraja Russa war damals Zentrum militärischer Siedlungen. Die Bauern der Umgebung bearbeiteten zugleich das Land und galten als Soldaten: Ihre Familien lebten von der Ernte, doch die Haushaltsvorstände selbst unterstanden militärischer Disziplin, leisteten Abgaben und nahmen Militärangehörige zur Einquartierung auf. Während der Choleraepidemie kamen zu der bisherigen Unzufriedenheit ungewohnte sanitäre Maßnahmen und das Gerücht hinzu, Offiziere und Ärzte vergifteten die Menschen absichtlich. Im Juli achtzehnhunderteinunddreißig erhoben sich Soldaten und Stadtbewohner; von Staraja Russa aus breitete sich der Aufstand auf die umliegenden Regimentsbezirke aus.
Am einundzwanzigsten Juli nach dem damals geltenden Kalender zog eine Menge militärischer Siedler aus Dubowizy zur Stadt. General Nikolai Leontjew, der die in Staraja Russa zusammengezogenen Truppen befehligte, sollte sie hinter der Polist aufhalten. Auf der Brücke stellte man ein Geschütz auf, das längs der Straße gerichtet war, und am Zugang ließ man eine Kompanie Aufstellung nehmen.
In der Stadt stand jedoch ein Reservebataillon desselben Regiments, dem die Angreifenden angehörten. Auf der einen Seite des Flusses befanden sich die Siedler, auf der anderen ihre Dorfgenossen und Verwandten in Soldatenformation. Einer der Anführer der Menge, der Unteroffizier Wassiljew, verlangte die Auslieferung des Generals, der Offiziere und der Beamten der Regimentsverwaltung. Die Soldaten auf dem Platz weigerten sich, ihren Befehlshabern zu gehorchen, drängten die Artilleriemannschaft zurück und bemächtigten sich eines Teils der Geschütze.
Als die Siedler zur Brücke gingen, bat der das Geschütz befehligende Offizier um Erlaubnis zu schießen. Leontjew hoffte noch immer, die Menschen ohne eine Salve aufzuhalten, und befahl, das Geschütz zurückzufahren. Die Menge sah, dass der Durchgang offen war, und stürmte über die Brücke. Die Soldaten am Stadtufer begrüßten ihre Dorfgenossen mit Rufen und ließen sie zum Platz durch.
Leontjew versuchte, im Glied der Jäger Schutz zu finden, doch diese traten auseinander. Handwerker des zehnten militärischen Arbeitsbataillons und Siedler zerrten den General aus den Reihen und schlugen ihn zusammen; in der Nacht starb er. An diesem Tag kamen weitere zwanzig Offiziere ums Leben, etwa dreißig wurden schwer zusammengeschlagen. Gegen Abend kehrten die Siedler in ihre Bezirke zurück.
Ende Juli wurde der Aufstand niedergeschlagen. In dieser Angelegenheit verhaftete man mehr als fünfeinhalbtausend Menschen; über eintausendsiebenhundert wurden zu Strafen mit Spitzruten, Peitsche oder Ruten verurteilt, mehr als neunhundert zum Dienst in entfernte Korps geschickt. Im November wandelte Kaiser Nikolaus I. die aufständischen Bezirke um: Anstelle des ständigen Militärdienstes sollten die Einwohner nun Abgaben zahlen und Rekruten stellen.
Von der Brücke, über die die Siedler in die Stadt gelangten, ist nicht alles erhalten geblieben: Sie wurde umgebaut, und zwei Spannweiten wurden später im Krieg zerstört. An der Stelle des Geschützes gibt es keine Gedenkmarkierung. Geblieben sind der kurze Übergang zwischen der Straße aus Dubowizy und dem zentralen Platz – und der Name, den die Einwohner selbst auf allerhöchsten Befehl nicht ändern wollten.
Praktisch vor Ort
Nach dem veröffentlichten Reparaturplan ist die Brücke für den Verkehr gesperrt, der Fußgängerdurchgang soll jedoch erhalten bleiben. Der geplante Abschluss der Arbeiten ist der 21. Juli 2026; den tatsächlichen Zugang sollten Sie am Tag des Spaziergangs prüfen.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Prüfen Sie vor dem Zugang, ob der Fußgängerdurchgang geöffnet ist. Halten Sie sich auf der Brücke im erlaubten Bereich auf und bleiben Sie nicht dort stehen, wo Sie den Verkehr behindern.
