Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Geschnitzte Holzpfähle
- Bemalte Figuren
- Offener Platz
Die Geschichte des Ortes
Die Reihe der Totempfähle bei Brockton Point entstand als Parkattraktion für Besucher: Schnitzarbeiten von der Nord- und der Zentralküste wurden hierhergebracht. Später verlegte man die Sammlung auf einen offenen Platz, damit die Pfähle leichter zugänglich waren; die alten hölzernen Originale kamen mit der Zeit in Museen, während im Freien Kopien und neue Arbeiten von Kunsthandwerkern verschiedener Völker blieben. Die bemalten Figuren auf geschnitzten Holzstämmen zeigen, dass diese Reihe nicht nach Museumsregeln lebt.
In den vierziger Jahren verkaufte Ellen Neel bei Brockton Point kleine geschnitzte Pfähle. Sie war eine Kunsthandwerkerin der Kwakwaka'wakw und hatte bei ihrem Großvater in Alert Bay das Schnitzen gelernt. Nach dem schweren Schlaganfall ihres Mannes im Jahr neunzehnhundertsechsundvierzig wurde ihre Arbeit zum einzigen Einkommen für ihre große Familie. Unter den professionellen Schnitzern ihrer Zeit war Neel die einzige bekannte indigene Frau. Die Käufer im Park ermöglichten es ihr, ihre Kinder mit ihrem Handwerk zu versorgen.
Zu dieser Zeit sammelte der Vancouver Park Board bereits Totempfähle für Besucher. Im Jahr neunzehnhundertvierundzwanzig kauften seine Mitarbeiter vier Pfähle in Alert Bay im Norden von Vancouver Island und stellten sie beim Lumbermen's Arch auf. Später kamen Arbeiten von Haida Gwaii und aus Rivers Inlet hinzu. Die damaligen Beamten zogen sie der örtlichen Schnitzkunst der Coast Salish vor: Pfähle von der Nord- und der Zentralküste erschienen ihnen für Touristen spektakulärer. Neel handelte zunächst bei Brockton Point, dann neben den gesammelten Pfählen beim Lumbermen's Arch.
Die Bundesregierung verbot in jenen Jahren den Potlatch – zeremonielle Zusammenkünfte mit Geschenken, Reden und der Bestätigung von Familienrechten, bei denen solche Pfähle aufgerichtet werden konnten. Das Verbot wurde erst im Jahr neunzehnhunderteinundfünfzig aufgehoben. Die Nachfrage der Touristen verschaffte Neel die ganze Zeit über Aufträge. Sie eröffnete bei Ferguson Point die Familienwerkstatt Totem Art Studios. Die Kinder lernten bei ihr, schnitzten und bemalten die Arbeiten gemeinsam mit ihrer Mutter.
Im Jahr neunzehnhundertfünfundfünfzig beauftragte das Kaufhaus Woodward's die Familie mit fünf großen Pfählen für ein Einkaufszentrum in Edmonton. Einen davon, den sechs Meter hohen Kakaso’las, fertigte Ellen mit Hilfe von drei Söhnen an. Der Pfahl ist unter seinem Namen in der Sprache der Kwakwaka'wakw bekannt: „Kakaso’las“ bedeutet „Menschen kommen von weither, um sich bei ihr Rat zu holen“. Oben befand sich der Donnervogel mit einem Wal auf der Brust, am Fuß war ein Rabe geschnitzt. Die Arbeit wurde beim Geschäft in Edmonton aufgestellt.
Zu Beginn der sechziger Jahre verlegte der Vancouver Park Board die gesamte Sammlung wegen des bequemen Zugangs für Besucher zu Brockton Point. Ellen Neel starb im Jahr neunzehnhundertsechsundsechzig und erlebte nicht, wie ihre eigene Arbeit in dieser Reihe stehen würde. Im Jahr neunzehnhundertvierundachtzig übergab Woodward's den Kakaso’las dem Museum of Anthropology at UBC. Ellens Sohn Robert, inzwischen selbst Schnitzer, restaurierte die Arbeit seiner Mutter. Ein Jahr später richtete man ihn bei Brockton Point auf – dort, wo Ellen einst ihre kleinen Pfähle verkauft hatte. Die alten hölzernen Originale wurden später Museen übergeben, während im Freien Kopien und neue Arbeiten von Kunsthandwerkern verschiedener Völker aufgestellt wurden.
Der Kakaso’las stand hier fast vierzig Jahre. Als das Holz gealtert war und darin Zimmermannsameisen entdeckt wurden, bat Ellens Familie darum, den Pfahl ins Museum zurückzubringen und den Vertrag mit dem Park nicht zu verlängern. Am vierten September zweitausendvierundzwanzig wurde er herabgelassen und abtransportiert. Jetzt gibt es keinen Kakaso’las in der Reihe bei Brockton Point: Die Arbeit von Ellen Neel befindet sich im Museum of Anthropology.
Praktisch vor Ort
Offener Bereich des Stanley Park; die Parköffnungszeiten sind normalerweise 06:00-22:00, sofern nicht anders angegeben.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Beschränken Sie sich nicht auf ein Gesamtfoto: Gehen Sie über den Platz und lesen Sie die zugänglichen Beschriftungen zu den einzelnen Arbeiten.
