Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Stanley Park Causeway
- Durchgang unter dem Stanley Park Causeway
- Wasser des Coal Harbour
Die Geschichte des Ortes
Mitte der achtzehnhundertfünfziger Jahre überquerte Emily Strathy Coal Harbour auf einem umgestürzten Baum. Emily und ihr Mann Alexander waren kurz zuvor nach Granville gekommen, einer Siedlung, die bald Vancouver genannt wurde. Alexander verdiente sein Geld mit Bauaufträgen, und Emily stellte im Haus zwei kleine Tische auf und bewirtete Ankommende mit Tee und Toast, die außerhalb der Hotelöffnungszeiten sonst nirgends essen konnten.
An Sonntagen gingen die Eheleute zu der Halbinsel, die damals Government Reserve hieß: Die Bundesregierung hielt sie für militärische Zwecke vor. An der engsten Stelle des oberen Teils der Bucht lag ein riesiger Stamm mit Wurzeln und Ästen. Nach Emilys Erinnerungen war das Wasser darunter bei Flut tief genug. Sie trat vorsichtig über das Holz, Alexander wiederholte: „Nur nicht fallen“, und am anderen Ufer mussten sie über Felsbrocken bis zum trockenen Land hinübergelangen. Beide schafften diesen Weg unbeschadet und kehrten nach Hause zurück; vermutlich hinderte der Stamm Boote und Kanus daran, weiter in die Bucht hineinzufahren.
Gerade die Enge des Wassers bestimmte den Ort des künftigen Eingangs. Im Mai achtzehnhundertsechsundachtzig bat der erste Stadtrat von Vancouver bei seiner ersten Arbeitssitzung die Regierung in Ottawa, das Reservegebiet für einen öffentlichen Park zu überlassen. Die Genehmigung kam ein Jahr später. Der städtische Bauausschuss ordnete an, rund um die Halbinsel eine Straße anzulegen, damit die Einwohner den neuen Park erreichen konnten. Mehr als fünfzig Männer mit Zugtieren rodeten den Wald, trugen Erde ab und schütteten Kies auf. An der Stelle des umgestürzten Baums errichteten Auftragnehmer eine Pfahlbrücke, die das Ende der Georgia Street mit der sieben Meilen langen Parkstraße verband.
Am siebenundzwanzigsten September achtzehnhundertachtundachtzig zog eine Prozession zur Eröffnung des Parks über die Brücke. Im ersten Wagen fuhr die Stadtkapelle, im zweiten die Feuerwehr; beide wurden von Vierergespannen gezogen. Dahinter fuhren Kutschen mit Einwohnern, Beamten und Parkkommissaren. Bürgermeister David Oppenheimer hatte sich für die Umwandlung des Militärreservats in einen zugänglichen Stadtpark eingesetzt und führte Vancouver nun durch den dafür errichteten Eingang.
Der Name wurde bis zur Zeremonie geheim gehalten. Oppenheimer bat den Eisenbahnunternehmer Donald Smith, einen Namen auszuwählen. Smith schlug Frederick Stanley vor, der kurz zuvor zum Generalgouverneur Kanadas ernannt worden war, und erhielt dessen Zustimmung. Weiter im Park stieg Oppenheimer auf eine provisorische Tribüne und verkündete: Stanley Park. Stanley selbst war bei der Eröffnung nicht anwesend. Im folgenden Jahr kam er nach Vancouver; für seinen Besuch hatten Zimmerleute über der Brücke einen feierlichen Holzbogen errichtet, und der Generalgouverneur fuhr darunter hindurch, um den Park persönlich einzuweihen.
Das Wasser unter diesem Eingang hatte schon vor der Entstehung Vancouvers einen eigenen Namen. Im Juni achtzehnhundertneunundfünfzig erfuhr Kapitän George Richards von einem britischen Forschungsschiff aus Berichten indigener Einwohner, dass sich am Ufer Kohle befinden könnte. Er beauftragte den leitenden Schiffsingenieur Francis Brockton mit der Untersuchung. Für Brockton war die Kohle ein Brennstoff, von dem der Betrieb der Dampfmaschine seines Schiffs abhing. Er fand einen Flözaustritt am Südufer der Bucht. Die Seeleute förderten innerhalb weniger Stunden mehr als zwei Tonnen, verbrannten einen Teil erfolgreich in der Kombüsenanlage und bereiteten sich darauf vor, die Kohle in den Dampfkesselfeuerungen zu erproben.
Richards schickte Proben an Gouverneur James Douglas und schrieb, der Fund könne Queensborough – dem späteren New Westminster – rasch Nutzen bringen. Spätere Erkundungen verzichteten auf einen Abbau, und am Ufer entstanden keine Bergwerke. Auf den Karten blieb der Name Coal Harbour – Kohlehafen.
Den umgestürzten Stamm, die Pfahlbrücke und den Stanley-Bogen gibt es hier nicht mehr. Der moderne Stanley Park Causeway und der Durchgang darunter nehmen dieselbe enge Stelle ein. Über der früheren Überquerung begegnet man weiterhin zwei Namen: Der eine blieb nach der Probefeuerung der Schiffskohle, der andere nach der Fahrt des Generalgouverneurs unter dem Holzbogen.
Praktisch vor Ort
Stanley Park ist gewöhnlich von 06:00-22:00 geöffnet, sofern nicht anders angegeben; auf der Uferpromenade beachten Sie die ausgeschilderten Regeln für Einbahnverkehr/Verkehr gegen den Uhrzeigersinn.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Schauen Sie sich nur vom sicheren Rand des Weges aus um und versperren Sie nicht wegen des Panoramas den Verkehr.
