Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kirchenfassade
- Platz vor der Kirche
- Angrenzende Straßen
Die Geschichte des Ortes
Hinter der Fassade der Iglesia La Matriz steht die vierte Kirche, die auf diesem kleinen Stück des Hafens entstanden ist. Eine Kapelle aus Lehm und Stroh versammelte einst die ersten Bewohner des Hafens um sich, noch bevor die Straßen hier geplant waren. Mit dem Wort Matriz bezeichnet man die ursprüngliche, mütterliche Pfarrei. Der Platz daneben bewahrt den Namen des Dominikanerklosters, das einst hinter der Kirche stand; das Kloster selbst gibt es längst nicht mehr, und rundherum führen die Straßen des alten Hafens weiterhin auseinander.
Im September achtzehnhundertachtundsechzig veranstaltete der neue Pfarrer Mariano Casanova in Valparaíso eine Wahl des himmlischen Schutzpatrons. Casanova war als Gemeindepfarrer und Bezirksvikar hierhergeschickt worden – als kirchlicher Richter, der den Erzbischof vertrat. Er wollte die Gemeindemitglieder in die Kirchen zurückbringen und dachte bereits daran, sein Amt aufzugeben: In der Stadt war er feindselig empfangen worden, und seine kranke Kehle bewahrte ihn nicht vor fünf Sonntagspredigten hintereinander.
Der Streit drehte sich um den vollständigen Namen der Kirche am Platz. Als die Stadtpfarrei geteilt wurde, erhielt die Kirche Salvador del Mundo als Schutzpatron. Die Einwohner verehrten hier jedoch seit dem achtzehnten Jahrhundert Nuestra Señora de la Merced de Puerto Claro. Ihr Bild stand an einem der Altäre, und alte Beschlüsse des Stadtrats bezeichneten gerade sie als Schutzpatronin. Casanova entschied, die Gläubigen selbst sollten die Antwort geben.
Der Stadtrat widersprach: Seiner Ansicht nach war die Frage bereits zugunsten der Gottesmutter entschieden. Protestanten und andere Einwohner, die nicht der katholischen Kirche angehörten, vermuteten, der Pfarrer wolle unter dem Deckmantel der Abstimmung die Katholiken zählen. Casanova ordnete dennoch an, an den Eingängen mehrerer Stadtkirchen Tische aufzustellen. Stimmen wurden am dritten, vierten, fünften und sechsten September entgegengenommen.
Am zehnten September verkündete die Auszählungskommission das Ergebnis. Salvador del Mundo wurde von neunzehntausendneunhundertsechsundvierzig Menschen gewählt. Nuestra Señora de la Merced erhielt viertausendeinhundertzweiunddreißig Stimmen, andere Heilige dreihundertvierundachtzig. Insgesamt wurden vierundzwanzigtausendvierhundertzweiundsechzig Stimmzettel abgegeben.
Fünf Tage später wurden die Ergebnisse hier bekannt gegeben. Nach dem Bericht einer damaligen Zeitung füllten Menschen die Kirche, den Platz und die angrenzenden Straßen. Im Altarraum befanden sich mehr als dreißig Priester, und einen Dankhymnus sangen mehr als zwanzig Chorsänger. Salvador del Mundo wurde zum Schutzpatron der Pfarrei und von Valparaíso, und der sechste August wurde zu seinem städtischen Feiertag bestimmt.
Das Wort „Matriz“ im Namen ist älter als diese Abstimmung. So bezeichnet man die ursprüngliche, mütterliche Pfarrei: Die erste Kapelle hier aus Lehm und Stroh wurde im Jahr eintausendfünfhundertneunundfünfzig errichtet, und die ersten Bewohner des Hafens siedelten sich um sie herum an, noch ohne vorher angelegte Straßen. Das heutige Gebäude ist die vierte Kirche an dieser Stelle; es wurde im Jahr eintausendachthundertzweiundvierzig fertiggestellt. Daher betraten die Teilnehmer der Wahl genau die Kirche, die heute hier steht.
Die Plaza Santo Domingo erhielt ihren Namen vom Dominikanerkloster, das sich hinter Iglesia La Matriz befand. Nach der Vertreibung des Jesuitenordens wurde dessen Besitz den Dominikanern übergeben – einem Orden, den der spanische Prediger, der heilige Dominikus von Guzmán, gegründet hatte. Das Kloster am Platz gibt es nicht mehr. Auch die Wahltische sind verschwunden, doch die Worte „Salvador del Mundo“ im vollständigen Namen der Kirche bleiben das Ergebnis jener Auszählung, die einst die Kirche, den Platz und alle angrenzenden Straßen mit Menschen füllte.
Praktisch vor Ort
Von außen als städtischer Raum zugänglich; der Innenraum ist unregelmäßig geöffnet, meist während Gottesdiensten, Gemeindeveranstaltungen und Tagen des Kulturerbes.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Rechnen Sie vor allem mit einer Besichtigung von außen: Der Eintritt kann von einem Gottesdienst oder einer Veranstaltung abhängen. Stören Sie während eines Gottesdienstes die Gemeindemitglieder nicht.
