Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Gotischer Kreuzgang
- Spitzbögen
- Renaissancehof
- Überdachte Galerien
Die Geschichte des Ortes
Der Name Barri del Carme erinnert an die Karmelitenklosteranlage, die einst hinter der Stadtmauer stand und später dem um sie herum gewachsenen Stadtteil ihren Namen gab. Die überdachten Galerien des gotischen Kreuzgangs mit Spitzbögen führen zu einem zweiten Hof aus der Renaissance; weiter innen sind das Refektorium und der ehemalige Schlafsaal der Mönche erhalten geblieben. Heute wechseln zwischen diesen beiden Höfen Ausstellungen, Aufführungen, Filmvorführungen und die Arbeit von Künstlern.
Der fünfzehnjährige Joaquín Sorolla verband seinen Unterricht in diesen Mauern mit der Arbeit in der Schlosserwerkstatt seines Onkels José. Nach dem frühen Tod seiner Eltern zog der Onkel ihn auf und brachte ihm ein Handwerk bei, mit dem er die Familie ernähren konnte. Sorolla strebte nach einer anderen Zukunft: Er schrieb sich an der Escuela de Bellas Artes de San Carlos ein, die das ehemalige Kloster im Barri del Carme nutzte.
Die Schule kam nach der Zwangsauflösung der spanischen Klöster in den achtzehnhundertdreißiger Jahren hierher. Professoren der Real Academia de Bellas Artes de San Carlos und Mitglieder der Provinzkommission brachten Gemälde und Skulpturen aus den aufgehobenen Klöstern in den leer stehenden Klosterkomplex. Sie sammelten etwa sechshundert Werke, erfassten sie und richteten das erste valencianische Gemäldemuseum ein. Dann wurden die Akademie selbst und ihre Schule hierher verlegt. Die Klosterräume füllten sich mit Lehrwerkstätten, und nebenan hingen Gemälde, die aus geschlossenen Kirchen gerettet worden waren. Die Nutzung als Museum bewahrte den Komplex vor dem Abriss, der andere valencianische Klöster traf.
Sorolla lernte bei dem Landschaftsmaler Gonzalo Salvá, der seine Studenten zum Malen nach der Natur anhielt. Unter Sorollas Mitschülern war der Sohn von Antonio García Peris, einem der wichtigsten valencianischen Fotografen jener Zeit. Diese Bekanntschaft verschaffte dem jungen Künstler eine bezahlte Arbeit in einem Fotoatelier und einen Platz zum Arbeiten in einem Atelier auf dem Dach des Hauses von Antonio García Peris. Dort traf Sorolla auch dessen Tochter Clotilde García del Castillo, seine spätere Frau.
Mit einundzwanzig Jahren versuchte er, ein Provinzstipendium für ein Studium in Rom zu erhalten. Die Bewerber mussten drei Wettbewerbsaufgaben ausführen. Nach der zweiten blieben zwei übrig; Sorollas letzte Arbeit war eine große historische Szene über den Widerstand der Valencianer gegen die französische Invasion. Die Jurymitglieder wählten ihn einstimmig. Das Stipendium ermöglichte Sorolla, das Schlosserhandwerk hinter sich zu lassen und als professioneller Künstler nach Italien zu gehen.
Der Name des Zentrums ist älter als diese Geschichte. Das „Carme“ in Barri del Carme ist die valencianische Form des Wortes „Carmen“. Im Jahr zwölfhunderteinundachtzig gründeten die Karmeliten hier das Real Monasterio de Nuestra Señora del Carmen. Es stand hinter der Stadtmauer; später wuchs um es herum ein Stadtteil, der den Namen Barri del Carme erhielt. Von der Klosteranlage sind ein gotischer Kreuzgang mit überdachter Galerie, das Refektorium, der ehemalige Schlafsaal der Mönche und ein zweiter Hof aus der Renaissance erhalten geblieben.
Die Akademie und das Museum verließen den Komplex im Jahr neunzehnhundertsechsundvierzig, die Kunstschule im Jahr neunzehnhundertsechsundachtzig. Heute finden in den Räumen zwischen den beiden Kreuzgängen Wechselausstellungen, Aufführungen, Filmvorführungen, Konzerte, Angebote für Kinder und Künstlerresidenzen statt. Die meisten Projekte werden über offene Ausschreibungen und Jurys ausgewählt. Sorollas Schülerstaffeleien stehen hier nicht mehr; geblieben sind das ehemalige Kloster und die dort fortgesetzte Arbeit von Künstlern.
Praktisch vor Ort
Ausstellungen und zugängliche Räume können sich ändern; informieren Sie sich daher gesondert über das Programm. Sprechen Sie in den Kreuzgängen leise und betreten Sie keine Bereiche hinter vorübergehenden Absperrungen.
