Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zweigeschossige Kirche
- Freistehender Glockenturm
- Die Waffengasse zwischen den Gebäuden
- Steinerne Gruft
Die Geschichte des Ortes
Die beiden Geschosse der Kirche wurden unterschiedlich genutzt: Unten betete man in der warmen Kirche zu Nikolaus der Wundertäter, oben feierte man in der kalten die Geburt Christi. Daher der offizielle Name Christi-Geburtskirche und der vertraute Tulaer Name Nikolauskirche zu Saretschje. Er erinnert an die Tulaer Waffenhandwerkersiedlung jenseits der Upa, am anderen Ufer als das Stadtzentrum. Unter dem Westteil des Gebäudes befindet sich eine steinerne Gruft: Die alten Grabsteine sind dort verschwunden, und einzelne Bestattungen lassen sich nicht mehr unterscheiden.
Akinfi Demidow, Erbe der Werke in Tula und im Ural, begann neben dem Grab seines Vaters mit dem Bau dieser steinernen Kirche. Historiker vermuten, dass er den Grundriss des Gebäudes so verschob, dass das Grab seines Vaters im westlichen Teil der Kirche, unter dem vorgesehenen Glockenturm, zu liegen kam.
Sein Vater Nikita Antufjew (Demidow) verdiente sein Geld damit, Eisenstreifen zu Gewehrläufen zusammenzuschweißen. In der Tulaer Waffenhandwerkersiedlung wurde er zum Fabrikanten, erhielt den Adel und den Familiennamen Demidow und weitete anschließend die Metallproduktion im Ural aus. Nikita starb im Jahr eintausendsiebenhundertfünfundzwanzig in Tula. Man begrub ihn nahe der hölzernen Pfarrkirche, die hier stand. Der genaue Ort des Grabes ging später verloren.
Akinfi ersetzte die alte Kirche durch eine zweigeschossige steinerne Kirche. Im Untergeschoss richtete man eine warme Kirche zu Ehren des Nikolaus der Wundertäter ein, im Obergeschoss eine kalte zu Ehren der Geburt Christi. Daher rühren die zwei Namen: offiziell Christi-Geburtskirche und im Sprachgebrauch der Einwohner Tulas Nikolauskirche zu Saretschje. „Saretschje“ nannte man sie, weil die Kirche vom Zentrum Tulas aus jenseits der Upa lag, in der Siedlung der Waffenhandwerker.
Am dritten Oktober eintausendsiebenhundertdreißig durchbrach der über dem Westteil im Bau befindliche Glockenturm die Gewölbe und stürzte ein. Fünfzehn Menschen kamen unter den Trümmern ums Leben, weitere neun wurden verstümmelt. Die Kirchenleitung untersagte Gottesdienste. Akinfi reichte ein Gesuch zur Wiederaufnahme der Gottesdienste ein, und am neunzehnten Dezember wurde die Genehmigung erteilt.
Den Glockenturm baute man nicht an seinem früheren Ort wieder auf. Man errichtete ihn getrennt auf der gegenüberliegenden Seite der Gasse und verband ihn später durch eine überdachte Eisengalerie mit dem Obergeschoss der Kirche. Die Galerie ging bei einem Brand zugrunde, der Glockenturm blieb jenseits der Straße. Diese Anordnung entstand nach der Katastrophe, nicht nach dem ursprünglichen Plan der Erbauer.
Unter dem Westteil der Kirche blieb eine steinerne Gruft erhalten. Dort bestattete man mehrere Generationen der Familie: Akinfi selbst, seine Frau Jewfimija, seinen Sohn Grigori und andere Verwandte. Akinfi starb im Jahr eintausendsiebenhundertfünfundvierzig auf dem Weg von Tula in den Ural; seinen Leichnam brachte man hierher, in die Grabkammer, die er neben dem Grab seines Vaters angelegt hatte.
Heute finden in der Kirche Gottesdienste statt, und den Besuch der Gruft organisiert das Historische Gedenkmuseum der Demidows. Die alten Grabsteine sind verschwunden, daher lassen sich einzelne Gräber nicht mehr unterscheiden. Der Glockenturm steht jenseits der Waffengasse, und unter der Stelle, an der man den ersten zu errichten versuchte, liegen die ersten Generationen der Demidows.
Praktisch vor Ort
Die Kirche ist täglich geöffnet: Liturgie 8:00, Abendgottesdienst 17:00. Museum der Demidows: Mo Ruhetag; Di–Do und So 10:00–18:00; Fr–Sa März–Oktober 10:00–20:00, November–Februar 10:00–19:00; letzter Mittwoch — Reinigungstag.
Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Demidow-Nekropole befindet sich im Inneren und ist von der Straße aus nicht sichtbar; erkundigen Sie sich gesondert nach einer Besuchsmöglichkeit und beachten Sie die Regeln der weiterhin in Betrieb befindlichen Kirche. Konzentrieren Sie sich außen auf die Verbindung zwischen Kirche, Glockenturm und dem alten Saretschje.
