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Tor der Anna Palaiologina

Τείχη — Πύλη Άννας Παλαιολογίνας

Die Inschrift verbindet zwei Durchgänge mit einem verlorenen Bürgerkrieg und der bewahrten Herrschaft über die Stadt.

12 Min.
Steintore in einer Mauer beim Trigonion-Turm in Thessaloniki.
Nikolai Bulykin · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Marmorplatte mit Inschrift
  • Zwei Durchgänge
  • Quermauer
  • Marmorner Türpfosten

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Eine Marmorplatte im Widerlager eines der Bögen verrät, wer angeordnet hat, hier einen Durchgang zu öffnen. Im Jahr eintausenddreihundertfünfundfünfzig oder eintausenddreihundertsechsundfünfzig errichtete man das Tor auf Befehl der „Herrin und Despina Anna Palaiologina“. Diese Inschrift gab ihm auch seinen Namen.

Anna wurde als Giovanna von Savoyen geboren, als Tochter des Herrschers über die Ländereien am Fuß der Alpen. Palaiologina nannte man sie nach ihrer Heirat mit dem byzantinischen Kaiser Andronikos Palaiologos dem Dritten; zugleich nahm sie den orthodoxen Glauben und den Namen Anna an. Im Juni eintausenddreihunderteinundvierzig starb Andronikos. Ihrem Sohn Ioannes V. Palaiologos fehlten noch drei Tage bis zu seinem neunten Geburtstag. Anna wurde Regentin und musste ihrem Kind den Kaiserthron bewahren.

Anspruch darauf, im Namen des Jungen zu verfügen, erhob der oberste Berater des verstorbenen Kaisers, Ioannes VI. Kantakouzenos. Seine Anhänger riefen ihn zum Kaiser Ioannes VI. Kantakouzenos aus. Ein sechsjähriger Bürgerkrieg begann. Anna setzte die Stellung ihres Sohnes und ihren eigenen Platz am Hof aufs Spiel; Geld für den Kampf suchte ihre Regierung sogar durch die Verpfändung kaiserlicher Juwelen zu beschaffen. Im Jahr eintausenddreihundertsiebenundvierzig erkannte sie ihre Niederlage an. Kantakouzenos zog als älterer Kaiser in Konstantinopel ein, Ioannes V. Palaiologos blieb jüngerer Mitkaiser und heiratete die Tochter des Siegers.

Vier Jahre später zog Anna nach Thessaloniki. Hier erhielt die unterlegene Regentin ihren eigenen Hof, Beamte und eine Münzstätte. Sie erließ Anordnungen in eigenem Namen. Auf den Kupfermünzen aus Thessaloniki hält Anna ein Zepter und ein Stadtmodell, ihr Sohn ist auf der anderen Seite abgebildet. Das war der Preis dafür, dass sie den Kampf in der Hauptstadt verließ: Sie behielt ihren Titel und verfügte fast selbstständig über Thessaloniki.

Inzwischen setzte Ioannes V. Palaiologos den Kampf um den Thron fort. Im Jahr eintausenddreihundertvierundfünfzig zog er in Konstantinopel ein und zwang Kantakouzenos zur Abdankung. Annas früherer Gegner trat ins Mönchtum ein. Anna selbst kehrte nicht in die Hauptstadt zurück. Schon nach dem Sieg ihres Sohnes ordnete sie an, dieses Tor einzurichten.

Seinen Platz wählte man an der Verbindung der äußeren Befestigungsanlagen mit einer Quermauer, die die Oberstadt von der Akropolis von Thessaloniki trennte. Ein kleiner Durchgang führte aus dem Bereich des Trigonion-Turms über den Stadtrand hinaus, der benachbarte ermöglichte den Zugang zur befestigten Akropolis von Thessaloniki. Die Inschrift nennt auch den Beamten, der hier während des Baus diente: Ioannes Chamaetos, den Hüter der Festung und Gerichtsvorsteher. Seine Ämter erklären den Zweck der Bögen: Durch sie ließ man Menschen zwischen der Stadt, der Außenseite der Mauern und der Festung hindurch.

Anna regierte Thessaloniki bis an ihr Lebensende. Um eintausenddreihundertfünfundsechzig wurde sie zur Nonne Anastasia und starb in dieser Stadt. Auf dem marmornenen Türpfosten blieb ihr früherer Name erhalten — Anna Palaiologina —, daneben stehen der Name Ioannes Chamaetos und das Datum der Ausführung des Befehls. Gerade diese Inschrift, die zusammen mit den zwei Durchgängen erhalten blieb, gab dem Tor seinen heutigen Namen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort12 Min.
Nächster PunktTrigonion-Turm
Eintrittvon außen

Die äußere Besichtigung der Mauern ist frei zugänglich; einzelne Durchgänge, Türme und Abschnitte können aus Sicherheitsgründen oder wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen sein.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie die Inschrift aus der Entfernung, ohne auf das Mauerwerk zu steigen oder die geschnitzten Teile zu berühren. Wichtiger sind hier der Blick auf die Mauer und das Gelände von außen; ein gesonderter Innenraum oder eine Eintrittskarte sind zum Verständnis der Station nicht nötig.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie von der Marmorplatte zum runden Turm an der Biegung der Mauer.

Stopp 8 von 9Weiter: Trigonion-Turm

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Thessaloniki vom römischen Bogen zu den byzantinischen Mauern“ — 9 Stopps, etwa 3,4 km, 3,5—4 Stunden.

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