Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kuppelmosaiken
- Minarett
- Grab an der Ostapsis
- Altarapsis
Die Geschichte des Ortes
Die Bezeichnung „Rotunde“ setzte sich wegen des runden Grundrisses des Kuppelsaals durch. Er schloss die zeremonielle Straße mit Kolonnaden ab, die vom Bogen herführte; südlich davon lag der Kaiserpalast. Über die ursprüngliche Bestimmung des Gebäudes streiten Forschende noch heute; eine der Theorien verbindet es mit religiösen Zeremonien. An der Ostapsis erhebt sich das erhaltene Minarett, und daneben befindet sich ein Grab.
Unter der Kuppel des runden Saals des Galerius-Komplexes stehen Männer mit zum Gebet erhobenen Händen. Inschriften nennen ihre Namen, Berufe und die Monate ihres kirchlichen Gedenkens. Unter ihnen sind Priester, Bischöfe und Soldaten. Forschende halten diese Figuren für Märtyrer; einige Namen werden mit der Großen Christenverfolgung in Verbindung gebracht. Der Saal wurde unter einem der Herrscher errichtet, die diese Verfolgung betrieben.
Um das Jahr dreihundertsechs führte von dem Galeriusbogen eine zeremonielle Straße mit Kolonnaden hierher. Südlich davon lag der Kaiserpalast. Wofür das runde Gebäude am Ende der Straße bestimmt war, ist nicht genau bekannt: Möglicherweise diente es religiösen Zeremonien. Lange Zeit wurde es als nie vollendetes Grabmal des Galerius bezeichnet, doch die Grabstätte des Kaisers fand man in Felix Romuliana, seiner Landsitzresidenz auf dem Gebiet des heutigen Serbien. Galerius wurde hier nie bestattet.
Seit dem Jahr dreihundertdrei verlangten die Kaiser, christliche Gotteshäuser zu zerstören, heilige Bücher zu verbrennen und Gläubige zu zwingen, den römischen Göttern zu opfern. Eine Weigerung konnte Amt, Besitz, Freiheit oder das Leben kosten. Galerius betrieb diese Politik in den östlichen Provinzen und setzte sie fort, als er ranghöchster Kaiser wurde.
Im Frühjahr des Jahres dreihundertelf war er schwer krank und wusste, dass er sterben würde. Am dreißigsten April hob Galerius die Verfolgung auf. Christ wurde er nicht, und im Erlass selbst nannte er die Gläubigen weiterhin starrsinnig. Etwas anderes räumte er ein: Es war nicht gelungen, sie zur Rückkehr zu den früheren Kulten zu zwingen. Den Christen wurde erlaubt, sich wieder zu versammeln, und im Gegenzug bat Galerius sie, für die Kaiser, den Staat und ihre eigene Sicherheit zu beten. Kurz darauf starb er und wurde in Romuliana bestattet.
Einige Generationen später gestalteten christliche Auftraggeber den runden Saal seines Palastkomplexes zu einer Kirche um. Ihre Namen sind nicht erhalten, wohl aber die von ihnen vorgenommenen Veränderungen: In die Ostwand wurde eine Altarapsis eingebaut, und die Kuppel wurde mit Mosaiken bedeckt. Im Zentrum war Christus dargestellt, den Engel trugen; von dieser Figur sind Fragmente und eine vorbereitende Zeichnung mit Kohle auf einem Ziegel erhalten. Darunter brachte man Märtyrer an. Die Soldaten unter ihnen stehen ohne Waffen da. Ein bedeutender Teil dieser unteren Reihe befindet sich noch immer über dem Eingang, der zur Straße des Galerius weist.
Mehr als tausend Jahre diente das Gebäude als christliche Kirche, die den Erzengeln geweiht war, und im sechzehnten Jahrhundert wurde es zur Kathedrale der Stadt. Dann erwirkte Hortacı Süleyman Efendi es für seine Gemeinschaft – ein Scheich, der das benachbarte Derwischkloster leitete. An der Wende von den Jahren eintausendfünfhundertneunzig zu eintausendfünfhunderteinundneunzig erlaubte ein schriftlicher Erlass des Sultans, die Kathedrale den Muslimen zu übergeben. Der Großwesir Koca Sinan Pascha, der oberste Minister des Sultans, bezahlte den Umbau. Daneben wurde ein Minarett errichtet, im Hof ein Brunnen für die Waschungen angelegt, und die Moschee erhielt den Namen Süleymans. Nach dem Tod des Scheichs wurde er ebenfalls hier bestattet, draußen an der Ostapsis.
Dies war nicht der letzte Übergang des Gebäudes von einer Gemeinschaft zur anderen. Im Jahr eintausendneunhundertzwölf wurde die Moschee geschlossen, und die Rotunde des Galerius kehrte kurzzeitig zum orthodoxen Klerus zurück; später wurde sie zu einem archäologischen Denkmal, in dem nur selten Gottesdienste stattfinden. Das Minarett ist in voller Höhe erhalten, neben der Apsis blieb Süleymans Grab erhalten.
Die Bezeichnung „Rotunde“ prägten Reisende des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts: Sie beschreibt den runden Grundriss des Gebäudes. Auf dem heutigen Schild findet sich auch ein anderer Name – die Kirche des heiligen Georg. Georg wird von Christen als Soldatenmärtyrer verehrt, doch eine eigene Geschichte mit diesem Gebäude hat er nicht. Als die Rotunde des Galerius in eine Moschee umgewandelt wurde, bewahrte man die Kirchengeräte in der kleinen benachbarten Georgios-Kapelle auf. Später ging ihr Name auf den riesigen runden Sakralbau über. Der Name auf dem Schild stammt von der Kapelle; der Mann, dessen Namen die Moschee mehr als drei Jahrhunderte lang trug, liegt hinter der Ostapsis.
Praktisch vor Ort
Gewöhnlich als archäologisches Denkmal geöffnet; Tourismusverzeichnisse nennen ein Sommerzeitfenster von etwa 08:00—20:00, die Ticketinformationen des Kulturministeriums müssen am Tag des Besuchs überprüft werden.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie außen um den runden Bau herum und vergleichen Sie ihn mit dem Minarett; für die Mosaiken benötigen Sie Zugang zum Inneren. Rechnen Sie nicht damit, dass ein Innenbesuch automatisch denselben Öffnungszeiten folgt wie die benachbarten Kirchen.
