Stopp 8 von 8

Kohtuotsa-Aussichtsplattform

Kohtuotsa vaateplats

Der abschließende Ausblick zeigt, warum die Stadtarchitekten jedes Dach untersuchten.

15 Min.
Kohtuotsa-Aussichtsplattform in Tallinn
Suicasmo · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
12345678

0 von 8 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Ziegeldächer der Tallinner Altstadt
  • Hohe Dachschrägen
  • Dachbodenluken
  • Alte Ahornbäume und eine Ulme

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Am Rand des Dombergs wurde ein ehemaliger Garten in eine öffentliche Terrasse verwandelt; von ihm sind einige alte Ahornbäume und eine Ulme erhalten. Über der dichten Bebauung der Tallinner Altstadt ragen von hier Turmspitzen empor, während die Ziegeldächer in unterschiedlichen Winkeln aufeinandertreffen und hohe Dachschrägen die Dachböden verbergen. Kohtuotsa bedeutet Ende der Kohtu tänav, doch am äußersten Rand des Hügels gab es niemals ein Gericht. Die Gerichtsangelegenheiten wurden im Ritterhaus am anderen Ende der Straße behandelt, und der Name der verschwundenen Institution blieb in der Stadtadresse erhalten.

Mitte der sechziger Jahre erfassten die Architekten Illar Kannelmäe, Rein Zobel und Tiina Linna die Dächer Tallinns in Inventarlisten. Sie maßen die Neigungen, vermerkten Dachbodenluken, Treppen und Türen – das war die tägliche Arbeit der Restauratoren, von der abhing, ob man die Tallinner Altstadt als Ganzes bewahren oder Haus für Haus ohne ein übergreifendes Konzept reparieren würde.

Die Kohtuotsa-Aussichtsplattform erlaubte schon damals, das Ergebnis dieses Ansatzes auf einen Blick zu sehen. Die mittelalterliche Stadt lässt sich hier an den Dächern ablesen: Ein hoher Dachschrägen verbirgt den Dachboden, schmale Flächen treffen in unterschiedlichen Winkeln aufeinander, Kirchturmspitzen ragen über die dichte Bebauung hinaus. Im Jahr eintausendneunhundertsechsundsechzig bestätigte der Ministerrat der Estnischen SSR die Schutzzone der Tallinner Altstadt – die erste vergleichbare Zone in der Sowjetunion. Die Untersuchungen der Architekten bildeten die Grundlage für Regeln, die nicht mehr einzelne Denkmäler, sondern das gesamte gewachsene Panorama schützten.

Die Folgen ihrer Arbeit wirken direkt auf dieser Aussichtsplattform. Wenn Hausbesitzer einen neuen Dachausbau einschneiden, einen Balkon anlegen oder einen Teil des Dachs anheben wollen, müssen die Planer prüfen, ob die Veränderung von öffentlichen erhöhten Punkten aus sichtbar sein wird. Die Kohtuotsa-Aussichtsplattform gehört zu diesen Kontrollpunkten. Touristen fotografieren von hier die alten Dächer; Architekten entscheiden aus demselben Blickwinkel, welches neue Dach den Gesamteindruck verderben könnte.

Die Terrasse selbst ist nicht mittelalterlich. Früher befand sich am Rand des Dombergs wahrscheinlich ein Garten; sein ursprünglicher Plan ist verloren. In der Sowjetzeit gestalteten städtische Landschaftsgestalter diesen Raum zu einer öffentlichen Aussichtsplattform um. Vom früheren Garten sind einige alte Ahornbäume und eine Ulme geblieben.

Auch der Name entstand erst spät. „Kohtuotsa“ bedeutet „Ende der Kohtu tänav“. Im Jahr eintausendachthundertzweiundachtzig wurde die Straße nach dem Estländischen Oberlandgericht benannt, das im Ritterhaus an ihrem gegenüberliegenden Ende tagte. Die adligen Richter entschieden über Erbschaften, bestätigten Dokumente zu Gütern, bestellten Rechtsanwälte und beaufsichtigten untergeordnete Gerichte. Das Gericht verschwand nach der Reform von eintausendachthundertneunundachtzig, doch sein Name gelangte über die Straße bis zum ehemaligen Garten. Auf der Aussichtsplattform gab es niemals ein Gericht: Hier befindet sich gerade das Ende der Straße, die nach dem Gericht benannt wurde.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittfrei zugänglich

Offene Aussichtsplattform auf der Nordseite des Dombergs; touristische Quellen geben freien Zugang rund um die Uhr an. Die genauen Öffnungszeiten können sich bei städtischen Arbeiten oder Veranstaltungen ändern.

Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Halten Sie den Rand nicht lange besetzt und bleiben Sie bei Wind oder Glatteis vom Geländer fern. Die Stützkonstruktion liegt tiefer und ist von hier fast nicht zu sehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Der Spaziergang endet mit einem Gesamtblick auf die Unterstadt – von den Turmspitzen bis zu den Ziegeldächern.

Stopp 8 von 8Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das alte Tallinn: Unterstadt und Domberg“ — 8 Stopps, etwa 2,9 km, 2,5–4 Std..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt