Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das Hauptbild von Qingshan Wang
- Die Figuren der acht himmlischen Ämter
- Die Figuren der Richter
- Wächter mit Halsjoch und Kette
Die Geschichte des Ortes
Das Hauptbild ist von acht himmlischen Ämtern, Richtern, Generälen und Wächtern umgeben; die Wächter halten ein Halsjoch und eine Kette in den Händen. So wird hier die Macht gezeigt, der die Untersuchung von Verfehlungen, die Bestrafung des Bösen und der Schutz des Bezirks vor bösen Geistern zugeschrieben werden. Vor dem jährlichen Auszug durch die Straßen der Stadt durchlaufen die Teilnehmer zuerst dieses Ritual: ohne Kopfbedeckung, auf den Knien, wenden sie sich dreimal mit der Bitte an den Fürsten, das Gericht zu eröffnen. Danach tragen die Menschen das Kultbild mit seinem himmlischen Gefolge zwei Nächte lang durch das südliche und nördliche Wanhua, und am dritten Tag wird der Umzug zu einem großen Fest.
Im Jahr eintausendachthundertvierundfünfzig brachten Fischer, die aus dem Kreis Hui'an nach Mengjia umgesiedelt waren, hierher eine Statue ihres Schutzpatrons aus ihrer Heimat. In der Siedlung herrschte eine Epidemie, Menschen erkrankten und starben; die Neuankömmlinge hofften, dass die Gottheit, der sie zu Hause vertraut hatten, sie auch in Taiwan schützen würde.
Diesen Schutzpatron nennt man Qingshan Wang. Hinter dem Titel steht der Feldherr Zhang Kun – in einer anderen Schreibweise Zhang Kun. Seine Biografie liegt in mehreren Versionen vor: Eine verortet ihn im dritten Jahrhundert, eine andere im zehnten. Beide verbinden Zhang Kun mit dem Schutz der Küste von Kreis Hui'an. Nach seinem Tod begannen die Bewohner, den Feldherrn als örtlichen Beschützer zu verehren. Die Bezeichnung Qingshan geht auf den Grünen Berg nahe Kreis Hui'an zurück, wo sich der Überlieferung nach seine Befestigung und ein ihm geweihter Tempel befanden.
Die Tempelüberlieferung erzählt, dass Träger die angekommene Statue in Mengjia an der Flussanlegestelle empfingen. In der Alten Straße wurde der Palankin plötzlich so schwer, dass die Menschen ihren Weg nicht fortsetzen konnten. Sie warfen Orakelklötzchen und deuteten die Antwort so: Qingshan Wang wolle hier bleiben. Für die Statue errichtete man ein kleines Heiligtum. Die Geschichten vom untragbar schweren Palankin und von wundersamen Heilungen gehören ausdrücklich zur Überlieferung; historisch belegt ist etwas anderes: Das Kultbild wurde während einer Epidemie gebracht, die Zahl der Verehrer wuchs rasch, und Menschen aus Kreis Hui'an sammelten Geld für einen dauerhaften Tempel.
Im Jahr eintausendachthundertsechsundfünfzig beschlossen die Straßenältesten, das Heiligtum auf das heutige Grundstück zu verlegen, auf dem mit importierten Waren gehandelt wurde. Der Bau dauerte drei Jahre. Fischer und Händler, deren Familien und Lebensunterhalt durch die Krankheit bedroht waren, erhielten hier ihren eigenen Tempel und eine Landsmannschaft. Sie begannen auch, Qingshan Wang jedes Jahr für die Befreiung von der Epidemie zu danken.
Die innere Gestaltung zeigt, welchen Beschützer sie mitgebracht hatten. Zu beiden Seiten des Hauptbildes stehen acht himmlische Ämter: Aufsicht, Langlebigkeit, Belohnung für Gutes, Bestrafung für Böses und weitere. Daneben stehen Richter, Wächter und Generäle mit Halsjoch und Kette. Qingshan Wang werden die Aufgaben eines Richters zugeschrieben: Verfehlungen zu untersuchen, böse Geister festzuhalten und seinen Bezirk zu schützen.
Vor dem jährlichen Umzug betreten die Teilnehmer den Tempel, nehmen ihre Kopfbedeckungen ab, knien nieder und bitten den Fürsten dreimal, die Gerichtssitzung zu eröffnen. Danach tragen die Menschen seine Statue zusammen mit Richtern und Wächtern hinaus. Zwei Nächte lang prüft die Prozession die Straßen im südlichen und nördlichen Wanhua, und am dritten Tag findet ein großer festlicher Umzug statt. Das von Fischern gebrachte Kultbild verlässt diesen Saal noch immer so, als beginne hinter den Tempelmauern sein Gerichtsbezirk.
Praktisch vor Ort
Täglich 06:00–22:00. An den Festtagen von Qingshan Wang, an den zwanzigsten Tagen des zehnten Mondmonats, sind Menschenmengen, Prozessionen und Straßensperrungen möglich.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Halten Sie sich in dem engen Tempel nicht in Durchgängen und vor Altären auf. Während eines Rituals oder der Vorbereitung einer Prozession machen Sie den Teilnehmern Platz.
