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Longshan-Tempel

艋舺龍山寺

Hier wird deutlich, warum das Heiligtum für die Siedler zugleich ein Ort des Gebets, der Rechtsprechung und gegenseitiger Hilfe war.

20 Min.
Außenansicht des Longshan-Tempels in Mengjia.
bizmac · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die Figur von Guanyin
  • Zwei rote Weissagungshalbmonde
  • Der geschnitzte Altar
  • Das Dach der Haupthalle

Die Geschichte des Ortes

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Das Dach über der Haupthalle, die schweren Balken und der geschnitzte Altar gehören zum Wiederaufbau nach dem Krieg: Das frühere hölzerne Heiligtum brannte nieder, und die Handwerker errichteten es in seinen früheren Maßen und Umrissen neu. Als Mengjia eine Flusssiedlung mit Hafenhandel war, gaben Siedler aus drei Landkreisen von Fujian dem Tempel den Namen des Heiligtums ihrer Heimat in Anhai; mit den Hügeln von Taipeh hat der Drachenberg nichts zu tun. Die zwei roten hölzernen Halbmonde am Altar sind weiterhin in Gebrauch: Man wirft sie und liest ihre Lage als Antwort auf eine Frage.

In der Haupthalle treten die Menschen vor allem an Guanyin heran, die buddhistische Bodhisattva des Mitgefühls. Im hinteren Hof bitten sie andere Gottheiten um Glück beim Lernen, im Handel, auf See oder in der Ehe, doch der Tempel entstand gerade für diese Figur auf dem Lotosthron. Sie ist älter als das Gebäude um sie herum.

Im Jahr eintausendsiebenhundertachtunddreißig bezahlten Siedler aus drei Landkreisen des südlichen Fujian gemeinsam den Bau des Tempels in der Flusssiedlung Mengjia – so hieß das heutige Wanhua früher. Sie lebten vom Handel über den Hafen und brachten ein geweihtes Bild aus dem Longshan-Tempel in der Stadt Anhai mit. Der Name bedeutet „Drachenberg“ und wiederholt den Namen jenes Tempels in ihrer Heimat; auf das Relief von Taipeh bezieht er sich nicht.

Die Siedler brauchten einen Ort, an dem sie als Gemeinschaft zusammenhalten konnten. Vor Guanyin beteten sie, versammelten sich, um gemeinsame Angelegenheiten zu besprechen, und verhandelten Streitfälle, indem sie die Gottheit baten, zwischen den Streitenden zu entscheiden. Mit der Zeit wirkte hier eine Kaufmannsvereinigung: Sie erhob Abgaben von Schiffen und bezahlte Straßen, die Fähre, Nachtpatrouillen und Hilfe für Arme. Deshalb kümmerte sich der Tempel von Anfang an um Angelegenheiten, die weit über den Gottesdienst hinausgingen.

Die schwerste Prüfung dieser Verbindung ereignete sich im Jahr eintausendneunhundertfünfundvierzig. Taiwan stand damals unter japanischer Verwaltung, und die amerikanische Luftwaffe bombardierte Taipeh. Während der Luftangriffe hatten sich die Bewohner von Mengjia daran gewöhnt, sich in der Haupthalle unter dem großen Altartisch von Guanyin zu verstecken.

In jener Nacht, als Brandbomben den Tempel trafen, war niemand unter dem Altar. Die Tempelüberlieferung erklärt dies mit einem Moskitoeinfall: Die Menschen hielten die Stiche nicht aus und gingen nach Hause. Erzählt wird auch von einer Frau in Weiß, die angeblich fallende Bomben mit den Händen auffing. Das sind ausdrücklich Überlieferungen. Gesichert ist etwas anderes: Die hölzerne Halle brannte nieder, die darin befindlichen Bilder, Schnitzereien und alten Schrifttafeln gingen verloren, und im Tempel gab es keine menschlichen Opfer. Die Figur von Guanyin fand man an ihrem früheren Platz. Ihr Gesicht war vom Ruß geschwärzt, doch das Feuer zerstörte sie nicht; das eiserne Gitter um sie herum war bereits geschmolzen.

Die Bewohner verbanden die Rettung der Menschen und der Statue mit dem Schutz durch Guanyin. Für jene, die ihren Altar zuvor als Zuflucht gewählt hatten, wurde dies zu einem Grund, dem Tempel noch stärker zu vertrauen. Die Halle konnten sie jedoch nicht sofort wiederaufbauen: Nach dem Krieg fehlte das Geld. Die Arbeiten begannen erst im Jahr eintausendneunhundertfünfundfünfzig. Der Architekt Wang Shinan bemühte sich um die früheren Maße und Umrisse, und die Handwerker vollendeten die neue Haupthalle bis zum Jahr eintausendneunhundertneunundfünfzig.

Das heutige Dach, die Balken und der geschnitzte Altar entstanden nach der Bombardierung. Guanyin blieb dieselbe. Noch heute stellt man ihr Fragen, indem man zwei rote hölzerne Halbmonde auf den Boden wirft: Einer muss mit der flachen Seite nach oben liegen, der andere gewölbt. Eine solche Antwort gilt als Zustimmung. Die Menschen erhalten sie vor jener Figur, um die herum die Haupthalle neu gebaut werden musste.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktXiyuan-Straße
Eintrittfrei zugänglich

Täglich 06:00–22:00; große Tempeldaten und der Mondkalender verändern die Besucherdichte und den Rhythmus der Rituale stark.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Machen Sie Betenden Platz und stellen Sie sich nicht zwischen eine Person und den Altar. Betrachten Sie die Details im Inneren ohne Blitz und ohne Hast.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Guangzhou-Straße hinunter und biegen Sie hinter der westlichen Ecke der Tempelmauer ab.

Stopp 1 von 8Weiter: Xiyuan-Straße

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Mengjia und Ximending: der alte Westen von Taipeh“ — 8 Stopps, 3.1 km, 3–3.5 Stunden.

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