Stopp 3 von 7

Xiahai-Tempel des Stadtgottes

台北霞海城隍廟

Hier verbindet sich das gemeinsame Heiligtum zugewanderter Kaufleute mit persönlichen Bitten um eine Heirat.

18 Min.
Xiahai-Tempel des Stadtgottes in Taipeh
Supanut Arunoprayote · CC BY 4.0; cropped/resized for app
1234567

0 von 7 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Statue von Xiahai
  • Figur von Yue Lao
  • Rote Fäden
  • Schachteln mit Hochzeitsgebäck

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

In der Volksreligion wurde dem Stadtgott das himmlische Gericht und der Schutz der Gemeinschaft anvertraut. Im Xiahai-Tempel des Stadtgottes steht seine Statue, die der Kaufmann Chen Jinrong aus dem Kreis Tong'an über die Meerenge brachte und zunächst bei sich zu Hause aufbewahrte. Das Haus stand in Mangka, dem Handelsviertel des heutigen Wanhua; der Kampf der Landsmannschaften um die Flussanlegestellen zwang die Menschen aus Tong'an, ihr Viertel zu verlassen und nach Dadaocheng umzuziehen. Erst hier richtete die Gemeinschaft einen eigenen Tempel ein und verehrt in dessen westlichem Teil achtunddreißig Landsleute, die bei jener Auseinandersetzung ums Leben kamen.

Im Jahr neunzehnhunderteinundsiebzig kam eine ältere Frau aus Taipeh hierher. Sie dankte dem Stadtgott dafür, dass die Geschäfte ihres Mannes gut liefen und ihre Kinder eine Ausbildung erhalten und Arbeit gefunden hatten. Eine Bitte blieb: Die Kinder konnten einfach keine Ehepartner finden.

Nach der Überlieferung der Tempelgemeinde fanden die Kinder bald nach ihrem Gebet Partner. Die Frau kehrte mit dem versprochenen Dank zurück und bot an, dem Tempel eine Statue von Yue Lao, dem Alten unter dem Mond, zu schenken. In der chinesischen Tradition verbindet er Menschen, die füreinander bestimmt sind, mit einem roten Faden. Der Name der Frau ist in dieser Geschichte nicht überliefert. Bekannt ist jedoch, dass der Tempelverwalter Chen Guoting bei dem Meister Wang Daoju eine dreiundvierzig Zentimeter hohe Figur in Auftrag gab.

Genau diese Figur steht noch heute hier. Bittsteller nennen Yue Lao ihren Namen, ihr Alter und ihre Adresse, nehmen einen roten Faden, und Menschen, die geheiratet haben, bringen Hochzeitsgebäck in den Tempel. Manchmal lassen sie die Schachteln auf einem gemeinsamen Tisch stehen, und Besucher bedienen sich daran – das erfüllte Versprechen eines anderen wird Teil der nächsten Bitte.

Yue Lao kam hierher als Helfer eines viel älteren Herrn des Tempels. Der Stadtgott ist in der Volksreligion ein himmlischer Richter und Beschützer der Gemeinschaft. Xiahai wurde nicht zum Schutzpatron von Taipeh ernannt. Man brachte ihn aus dem Kreis Tong'an in Fujian: Im Jahr achtzehnhunderteinundzwanzig überquerte der Kaufmann Chen Jinrong gemeinsam mit hundert Landsleuten die Meerenge und stellte die Statue bei sich zu Hause auf. Auch der Name kam von dort. Der Heimattempel stand in der Siedlung Xiacheng beim Linhai-Tor; aus diesen beiden Namen entstand „Xiahai“.

Chens Haus befand sich in Mangka – so hieß früher das Handelsviertel des heutigen Wanhua. Landsmannschaften von Kaufleuten teilten dort den Flusshandel unter sich auf. Menschen aus drei benachbarten Kreisen kontrollierten die Anlegestellen und erhoben eine Abgabe auf eintreffende Waren; die Einkünfte der Händler aus Tong'an hingen von denselben Anlegestellen ab. Im Jahr achtzehnhundertdreiundfünfzig eskalierte der Streit zu einer großen bewaffneten Auseinandersetzung. Die Menschen aus Tong'an verloren, und ihr Viertel brannte nieder.

Die Tempelüberlieferung erzählt, dass Gläubige die Statue von Xiahai aus dem Feuer trugen. Achtunddreißig Menschen aus Tong'an kamen ums Leben; später verband die Gemeinschaft ihr Andenken mit dem Schutz der Gottheit und der sich zurückziehenden Landsleute. Die Überlebenden gingen nach Norden, nach Dadaocheng. Der Sohn von Chen Jinrong, Chen Haoran, stellte die gerettete Figur in seiner Konditorei „Jintongli“ auf. Für Menschen, die ihre Häuser, Läden und ihren Platz an der Anlegestelle verloren hatten, wurde die Bäckerei zeitweise zu einem gemeinsamen Heiligtum.

Drei Jahre später sammelten Chen Haoran und seine Landsleute Geld für einen eigenen Tempel. Er wurde an diesem Ort im Jahr achtzehnhundertneunundfünfzig fertiggestellt. Im westlichen Teil gedachte man der Toten – sie werden unter dem Namen Yiyong Gong verehrt, die „achtunddreißig rechtschaffenen Tapferen“.

Heute stehen im Inneren der aus dem niedergebrannten Viertel gebrachte Stadtgott, Yiyong Gong und der kleine Yue Lao, der nach der Bitte einer Mutter geschenkt wurde. Die Schachteln mit Hochzeitsgebäck werden vor genau dieser dreiundvierzig Zentimeter hohen Figur abgestellt.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort18 Min.
Nächster PunktYongle-Markt
Eintrittvon außen

Aktiver Tempel; gewöhnlich tagsüber geöffnet, prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten vor dem Besuch.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Machen Sie Betenden Platz, berühren Sie keine Opfergaben und erkundigen Sie sich bei den Tempeldienern nach der Erlaubnis zum Fotografieren.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie ohne Richtungswechsel auf der Dihua-Straße zum mehrstöckigen Markt.

Stopp 3 von 7Weiter: Yongle-Markt

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Dadaocheng: Dihua-Straße und Flusshandel“ — 7 Stopps, etwa 1,4 km, 2-2,5 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt