Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade der ehemaligen Rundfunkstation
- Museumsschild
- Eingang zur Dauerausstellung
Die Geschichte des Ortes
Das Museum befindet sich in der ehemaligen Taiwanischen Rundfunkstation, von der aufgezeichnete Ansprachen und Nachrichten ausgestrahlt wurden, die Sprecher und Ingenieure vorbereitet hatten. Hinter der Fassade der Rundfunkstation beginnt heute die Dauerausstellung, die das Gebäude zunächst zu seiner früheren Funktion zurückführt. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundneunzig wurde es als Taipeh-228-Gedenkmuseum eröffnet und verband diese Räume mit der Erinnerung an die Menschen, die hier tätig waren.
Im März neunzehnhundertsiebenundvierzig verdiente Zeng Qilin hier seinen Lebensunterhalt mit seiner Stimme. Er kam allein nach Taiwan, trat in die Taiwanische Rundfunkstation ein und verlas Nachrichten auf Taiwanisch – der örtlichen Variante der südmin-chinesischen Sprache. Für viele Bewohner der Insel war ein solcher Sprecher notwendig: Die Anordnungen der Beamten wurden in chinesischer Literatursprache abgefasst, die bei Weitem nicht alle verstanden.
Nach dem Zwischenfall vom 28. Februar beschloss der Verwaltungschef Chen Yi, sich über das Radio an die Bewohner zu wenden. Er wollte verkünden, dass diejenigen, die geschossen hatten, vor Gericht gestellt würden, die Betroffenen eine Entschädigung erhielten, die Festgenommenen gegen Kaution freikämen und Beamte sowie gesellschaftliche Vertreter gemeinsam klären würden, was geschehen war. Zeng wurde angewiesen, Ingenieure und Aufnahmegeräte mitzunehmen, zur Verwaltungsbehörde zu kommen und die Rede zu übersetzen. Chen Yi las den Text auf Chinesisch, dann wiederholte Zeng ihn auf Taiwanisch. Die Aufnahme wurde von hier aus ausgestrahlt.
Dieser Dienst schützte ihn nicht. Am folgenden Tag wurde Zeng verhaftet. Am elften März, als er Dienst an der Rundfunkstation hatte und die Geräte vor Beschädigung schützen sollte, kamen Angehörige der Militärpolizei, um ihn abzuholen. Unterwegs versuchte er zu fliehen; man schoss ihm durch die linke Wade, verband ihm die Augen und brachte ihn, eine Waffe an seinen Kopf haltend, in ein Untersuchungsgefängnis.
Elf Tage verbrachte Zeng in einem Raum ohne Tageslicht. Dann wurde er in ein Militärgefängnis verlegt. Die Ermittler hätten beinahe ein Todesurteil erwirkt, fanden jedoch keine Beweise für eine solche Anklage. Daraufhin wurde der Sprecher wegen „Verstoßes gegen die Ordnung“ verurteilt. Im Jahr neunzehnhundertneunundvierzig kam er frei, nachdem er fast zwei Jahre in Haft verbracht hatte.
Zu seinem früheren Mikrofon kehrte Zeng nicht zurück. Die einzige Person, die ihn im Gefängnis besuchte, war die Tänzerin Zhang Guizhu. Nach seiner Entlassung half sie ihm, in einer Familien-Theatertruppe unterzukommen. Er spielte Schlagzeug, Trompete und Saxofon und begann später, Musik für Theater, Film und taiwanische Oper zu schreiben. Die Polizei bestellte ihn weiterhin zu nächtlichen Gesprächen. Daraufhin verbrannte er alte Dokumente, änderte seinen Namen, sein Geburtsjahr und seinen Geburtsort und gab in Fragebögen sogar eine geringere Bildung an. Zeng Qilin wurde zum Komponisten Zeng Zhongying.
Im Jahr neunzehnhundertsiebenundneunzig wurde die ehemalige Rundfunkstation als Taipeh-228-Gedenkmuseum eröffnet – nach dem Datum des Ereignisses, das das Schicksal des Sprechers und seiner Kollegen bestimmte. Im Jahr zweitausendfünfzehn richteten die Museumsmitarbeiter hier eine Ausstellung über Zeng aus und luden den dreiundneunzigjährigen ehemaligen Sprecher ein, über das Geschehene zu erzählen. Die heutige Dauerausstellung beginnt mit der Geschichte der Taiwanischen Rundfunkstation – in genau dem Gebäude, das Zeng am Tag seiner Verhaftung bewachte.
Praktisch vor Ort
Dienstag—Sonntag 10:00—17:00; Montag geschlossen; Eintritt frei. Im Inneren gelten Kapazitätsbeschränkungen und Regeln für Aufnahmen ohne Blitz, Stative und Selfie-Sticks.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wenn das Museum nicht zugänglich ist, hören Sie die Erzählung draußen: Der Wert dieser Station liegt im Gebäude der ehemaligen Rundfunkstation selbst. Planen Sie den Innenbesuch gesondert.
