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Hyde Park Barracks

Hyde Park Barracks

Hier wird das Strafsystem zugleich Hunderten von Menschen die Freiheit nehmen und sie einem Menschen zurückgeben.

15 Min.
Hyde Park Barracks, Sydney – Joy of Museums
Joyofmuseums · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Hauptbau aus Ziegeln
  • Reihen von Hängematten
  • Fassadenuhr
  • Inschrift mit Macquaries Namen und dem Datum

Die Geschichte des Ortes

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Das dreistöckige Ziegelgebäude in der Mitte des Hofes wurde für Männer errichtet, die die Kolonie zu staatlicher Arbeit schickte. Hier richtete man für sie einen gemeinsamen Schlafsaal mit ungefähr sechshundert Plätzen ein, umgab ihn mit Mauern, stellte Wachen an die Tore und Zellen in die Eckpavillons. Morgens versammelten sich die Arbeitsgruppen im Hof, und am Abend zählte und durchsuchte man die Bewohner und schloss sie für die Nacht in Hängematten ein. Von dieser abgeschlossenen Welt ist heute der Museumsbau mit der Uhr an der Fassade geblieben; der Name des benachbarten Parks erinnert an das Londoner Vorbild.

Der Mann, der diese Barracks für Verbannte entwarf, kam selbst aufgrund eines Urteils nach Sydney. Francis Greenway war ein Architekt aus Bristol. Im Jahr achtzehnhundertzwölf wurde er der Fälschung eines Dokuments für schuldig befunden und zum Tode verurteilt; die Hinrichtung wurde durch vierzehn Jahre Verbannung ersetzt. In Sydney eröffnete Greenway sofort ein Architekturbüro. Vom Beruf hingen nun der Unterhalt seiner Familie und seine eigene Freiheit ab.

Der Gouverneur von New South Wales, Lachlan Macquarie, brauchte jemanden, der öffentliche Gebäude entwerfen konnte. Im Jahr achtzehnhundertsechzehn ernannte er Greenway zum Zivilarchitekten. Das Gehalt betrug drei Schilling am Tag; dazu kamen eine Unterkunft für die Familie, ein Pferd und dessen Futter. Für einen gut ausgeführten Leuchtturm erhielt Greenway eine bedingte Begnadigung: Er durfte innerhalb der Kolonie arbeiten und über sein Leben verfügen, sie aber noch nicht verlassen.

Macquarie brauchte die Barracks wegen der Organisation der Zwangsarbeit in Sydney. Männer, die zur staatlichen Arbeit eingeteilt waren, hatten zuvor selbst eine Unterkunft für die Nacht gesucht und dafür mit Geld bezahlt, das sie nach ihrer Pflichtschicht verdienten. Abends verteilten sie sich in der Stadt. Der Gouverneur verband diese Freiheit mit nächtlichen Raubüberfällen und beschloss, die Arbeiter in einem bewachten Komplex zusammenzufassen.

Greenway platzierte im Zentrum einen dreistöckigen Schlafsaal für ungefähr sechshundert Menschen. Ringsum verliefen hohe Mauern; an den Toren befanden sich Wachräume, an den Ecken Pavillons mit Zellen. Ein an der Fassade angebrachtes Uhrwerk schlug die Zeit. Errichtet wurde all dies von Arbeitsgruppen Verurteilter.

Am vierten Juni achtzehnhundertneunzehn setzte man fünfhundertneunundachtzig Männer in den neuen Speisesälen an ihre Plätze. Zur Eröffnung servierte man ihnen Rindfleisch, Pflaumenpudding und Punsch. Danach begann der gewöhnliche Tagesablauf. Morgens versammelte ein Signalton die Arbeitsgruppen im Hof. Abends durchsuchte man die Männer am Tor, zählte sie und schloss sie ein; sie schliefen reihenweise in Hängematten. Die Erlaubnis, außerhalb der Barracks zu übernachten, wurde zu einer Belohnung für gutes Benehmen. Später berichtete Macquarie, die Zahl der nächtlichen Raubüberfälle habe sich merklich verringert.

Am selben Tag übergab der Gouverneur Greenway persönlich eine vollständige Begnadigung. Hunderte Männer legten sich nach dem Festessen hier zum ersten Mal unter Verschluss, während der Architekt mit einem Dokument hinausging, das ihm erlaubte, die Kolonie zu verlassen.

Heute steht im Zentrum des Hofes noch der Hauptbau aus Ziegeln, der in ein Museum umgewandelt wurde; im Inneren sind wieder Reihen von Hängematten aufgehängt. Die hohen Mauern und die Eck-Wachpavillons des früheren Komplexes sind verschwunden. Über Australiens ältester erhaltener öffentlicher Uhr stehen noch immer Macquaries Name und das Jahr achtzehnhundertsiebzehn – das Jahr, in dem die Arbeiten begannen. Der Hyde Park im Namen ist der benachbarte Park, den derselbe Gouverneur nach dem Londoner Vorbild benannte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktSt.-James-Kirche
Eintrittvon außen

Die Erzählung funktioniert an der Fassade und am Tor. Die Innenräume und Museumsausstellungen erfordern einen gesonderten Besuch; stören Sie drinnen keine Führungen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Überqueren Sie den Queens Square zur Kirche des Jakobus des Älteren.

Stopp 1 von 8Weiter: St.-James-Kirche

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Von den Barracken zur Galerie: Macquarie Street und The Domain“ — 8 Stopps, etwa 3,3 km, 2,5-3,5 Stunden.

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