Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das steinerne Steuerrad, der Propeller und der Anker
- Der alte Gebäudeteil des Museums
- Die Rasenfläche am Wasser
Die Geschichte des Ortes
Am Standort des Museum of Contemporary Art Australia standen bis eintausendneunhundertneununddreißig die Commissariat Stores. Als Commissariat bezeichnete man einen Dienst, der staatliche Vorräte lagerte und ausgab. Verurteilte, Soldaten und Einrichtungen der jungen Kolonie erhielten von hier Lebensmittel und Ausrüstung. Die beiden Steingebäude wurden zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts unmittelbar am Wasser errichtet. Sie dienten etwa einhundertdreißig Jahre lang und galten gegen Ende dieser Zeit als die ältesten erhaltenen öffentlichen Gebäude Sydneys.
Im Jahr eintausendneunhundertsiebenunddreißig bereitete Sir John Butters, der Vorsitzende des Ausschusses zur Umgestaltung von Circular Quay, den Platz für einen Bahnhof, hochgelegte Gleise und ein neues Büro des Maritime Services Board vor. Das alte Büro des Maritime Services Board sollte wegen der Eisenbahn verschwinden, und Butters beschloss, das neue dort zu errichten, wo sich die Lagerhäuser befanden. Der Ausschuss erkannte ihren historischen Wert an, betrachtete sie jedoch als Hindernis für die gewählte Planung. Die Mieter erhielten drei Monate Zeit zum Auszug.
James Houison, Ehrensekretär der Royal Australian Historical Society, versuchte nachzuweisen, dass die Eisenbahnlinie die Lagerhäuser nicht berührte. Sie sollten für eine freie Fläche rund um das Hafenkontor abgerissen werden. Houison forderte, dafür ein anderes Grundstück zu finden.
Zu ihm stieß Sid Long – ein Künstler, der seinen Lebensunterhalt mit Malerei und Druckgrafik verdiente. Er fertigte eine Radierung mit dem Blick auf diese Lagerhäuser von der Sydney Cove aus an und entdeckte bei der Arbeit hinter einer Mauer das fast unbemerkte Cadmans Cottage. Long warnte, Butters’ Plan werde sowohl die Lagerhäuser als auch das Cottage zerstören. Nur das Cottage konnte gerettet werden.
Im Sommer eintausendneunhundertneununddreißig begann man, die Lagerhäuser abzutragen. Die historische Gesellschaft erreichte die Erhaltung des Grundsteins, doch die Gebäude selbst verschwanden. Ein schneller Ersatz kam nicht zustande: Das Grundstück blieb etwa zwölf Jahre lang leer. Das Maritime Services Board bezog sein neues Büro erst im Jahr eintausendneunhundertzweiundfünfzig.
Den Abriss beobachtete die Natur- und Denkmalschützerin Annie Forsyth Wyatt. Der Verlust der Lagerhäuser am westlichen Rand des Anlegerbereichs wurde für sie zu einem der Belege dafür, dass einzelne Zeitungsaufrufe nicht rechtzeitig die Bulldozer aufhalten. Im Jahr eintausendneunhundertvierundvierzig schlug Wyatt vor, eine ständige Gesellschaft zu gründen, die im Voraus Listen wertvoller Orte erstellen und Kampagnen zu ihrem Schutz führen sollte. Im Frühjahr des folgenden Jahres gründeten sie und weitere achtundzwanzig Mitglieder den National Trust of Australia (NSW).
Über den Resten der Lagerhäuser steht heute der alte Gebäudeteil des Museums. Er wurde für den Dienst errichtet, der die Anleger und die Schifffahrt des Bundesstaats verwaltete; deshalb sind hoch an der Fassade steinerne Darstellungen eines Steuerrads, eines Propellers und eines Ankers erhalten. Unter dem Gebäude und der benachbarten Rasenfläche fanden Archäologen die Fundamente der abgerissenen Gebäude und Platten der früheren Uferpromenade.
Die Gemälde gelangten durch einen anderen Menschen in das Hafenkontor. Der Sydneyer Arzt John Wardell Power erbte ein Vermögen, gab die Medizin auf und wurde in Europa Künstler. Der Verkauf eigener Werke sicherte ihm nicht den Lebensunterhalt, und Power konnte es sich leisten, ohne Rücksicht auf Käufer zu malen. Er verließ Australien jung und kehrte nie dorthin zurück, vermachte der University of Sydney jedoch etwa zwei Millionen Pfund: Mit diesem Geld sollte man Australiern die neueste ausländische Kunst nahebringen.
Nach dem Tod seiner Frau Edith trat das Testament in Kraft. Die Universität begann, Werke zu kaufen, die andere australische Sammlungen damals übergingen. Die Sammlung wartete auf ein dauerhaftes Zuhause, bis das Maritime Services Board sein Büro an Circular Quay verließ. Die Regierung des Bundesstaats übergab das Gebäude dem künftigen Museum, und im Jahr eintausendneunhunderteinundneunzig eröffneten hier Galerien für zeitgenössische Kunst. Steuerrad, Propeller und Anker blieben über den Fenstern, die Commissariat Stores dagegen nur unter dem Boden des Museums und dem Gras am Wasser.
Praktisch vor Ort
Der öffentliche Rand der Anleger ist als Außenweg zugänglich; die Öffnungszeiten des Museums ändern sich, die aktuelle Seite für The Rocks weist auf eine Schließung dienstags und Öffnung an den übrigen Tagen von zehn bis siebzehn Uhr hin; Fähren und Durchgänge hängen von Warnhinweisen ab.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Halten Sie sich nicht in den Passagierdurchgängen an den Anlegern auf. Die Besichtigung der Ausstellungen ist ein eigener Besuch; die Route funktioniert auch ohne Eintritt ins Museum.
