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Rheinpalast

Palais du Rhin

Diese Station behandelt den Nachkriegsstreit, in dem ein praktisches Projekt die Stadt beinahe den Rheinpalast gekostet hätte.

14 Min.
Der Rheinpalast in Straßburg, von der Place de la République aus gesehen.
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Worauf achten

  • Die Kuppel des Rheinpalasts
  • Die Prunkfassade
  • Das Hauptportal
  • Der Garten vor dem Gebäude

Die Geschichte des Ortes

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Hinter der Prunkfassade mit Kuppel sind hohe Säle, lange Korridore und Treppen erhalten, die für Zeremonien in der offiziellen Residenz des deutschen Kaisers bestimmt waren. Den Grundstein legte Wilhelm I., eröffnet wurde der Rheinpalast von seinem Enkel Wilhelm II., der sich hier nur bei seltenen Besuchen in Straßburg aufhielt. Nach dem Ersten Weltkrieg bezog die aus Mannheim hierher verlegte Zentralkommission für die Rheinschifffahrt die kaiserlichen Räume. Ihre Delegierten legen auch heute gemeinsame Regeln für den Verkehr und die Sicherheit der Schiffe auf dem Fluss fest, und der Garten an der Fassade blieb Teil des Palastensembles.

Am zwölften Februar neunzehnhundertsiebenundfünfzig verfasste Maurice Roche, Generalsekretär der Präfektur des Bas-Rhin und der Beamte, der für das Schicksal dieses Gebäudes zuständig war, eine Denkschrift gegen dessen Abriss. Seine eigene Verwaltung bereitete ein anderes Projekt vor: Der Rheinpalast sollte abgerissen und der frei gewordene Platz von einem neuen Gebäude für staatliche Dienststellen eingenommen werden.

Die Argumente der Abrissbefürworter waren durchaus sachlich. Nach dem Krieg blieb ein Teil des Gebäudes beschädigt. Die hohen Prunksäle, endlosen Korridore und Treppen ließen sich schlecht in Büroräume verwandeln. Der Rheinpalast stand noch nicht unter Denkmalschutz. Zudem erinnerte er viele Einwohner zugleich an zwei deutsche Epochen: zunächst befand sich hier die Residenz des Kaisers, dann während des Zweiten Weltkriegs die deutsche Kommandantur.

Früher hieß das Gebäude tatsächlich Kaiserlicher Palast. Es wurde für Wilhelm I., den deutschen Kaiser, in Auftrag gegeben, der nach der Angliederung des Elsass an das Deutsche Kaiserreich eine offizielle Residenz in Straßburg benötigte. Wilhelm legte im Jahr achtzehnhundertvierundachtzig den Grundstein, starb jedoch vor der Vollendung der Arbeiten. Eröffnet wurde der Rheinpalast von seinem Enkel Wilhelm II. Die dreitägigen Feierlichkeiten brachten den Kaiser nicht dazu, die neue Residenz zu lieben: Bei seinen seltenen Besuchen hielt er sich hier nur einige Tage auf.

Der Name Rheinpalast – „Palast des Rheins“ – entstand später und hängt nicht mit dem Standort des Gebäudes zusammen. Nach dem Ersten Weltkrieg verlegten die Verfasser des Vertrags von Versailles die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt von Mannheim hierher. Ihre Delegierten stimmen einheitliche Verkehrsregeln, die Sicherheit der Schiffe und die Freiheit des Transports auf dem Fluss ab, der mehrere Länder durchquert. Im Jahr neunzehnhundertzwanzig bezogen die Beamten der Kommission die ehemaligen kaiserlichen Räume, und der Rheinpalast erhielt den Namen der Institution.

Dieser Name erwies sich im Streit um den Abriss als nützlich. Die Gegner des Projekts warnten: Wenn das Gebäude verschwinde, könne die Kommission Straßburg verlassen und nach Mainz oder Basel umziehen. Maurice Roche sammelte diese und weitere Einwände für die Sitzung der Kommission zum Schutz des Stadtbildes. Am achtzehnten Februar endete die Diskussion mit offenem Widerstand von Architekten, Museumsfachleuten und Vertretern von Tourismusverbänden. Am nächsten Tag entzog der verärgerte Präfekt Roche die Angelegenheit. Für einen Laufbahnbeamten war das eine durchaus spürbare Folge: Gehalt und weiterer Dienst hingen von derselben Führung ab, deren Projekt er verhindert hatte.

Der Stadtrat Robert Heitz erreichte, dass Informationen über den Abriss in einer regionalen Zeitung veröffentlicht wurden. Er sammelte Stellungnahmen von Architekten und Künstlern und verlangte, die Entscheidung aus den Amtsstuben in eine öffentliche Diskussion zu tragen. In der Redaktion gingen Briefe ein; die Verteidiger des Rheinpalasts sprachen vom Erhalt des Gartens, von den enormen Kosten des Abrisses und von der möglichen Abreise der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt. Bis zum Sommer wurde das Projekt aufgegeben.

Maurice Roche behielt seine Stelle und wurde vier Jahre später Präfekt von Savoyen. Der beschädigte Flügel des Rheinpalasts wurde wiederhergestellt, im Jahr neunzehnhundertsiebenundsiebzig wurde das Gebäude erstmals unter Schutz gestellt und später als historisches Denkmal anerkannt. Die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt arbeitet weiterhin im Inneren, gemeinsam mit der regionalen Kulturverwaltung, die nun für den Unterhalt des Rheinpalasts zuständig ist. Der neue Verwaltungsbau nahm nie den Platz des Rheinpalasts ein, und auch der Garten vor seiner Fassade blieb erhalten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort14 Min.
Nächster PunktUniversitätspalast
Eintrittvon außen

Außenbesichtigung ohne feste Zeiten. Der Zugang zum Inneren ist kein garantierter Bestandteil des Rundgangs und hängt von Programmen, Institutionen und Veranstaltungen ab.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das Gebäude wird von Institutionen genutzt; rechnen Sie daher vor allem mit einer Außenbesichtigung. Gehen Sie zum Garten hinüber, damit die oberen Wappen nicht in der Perspektive verloren gehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Überqueren Sie den Platz und gehen Sie die gesamte Avenue de la Liberté bis zur Kolonnade der Universität entlang.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Straßburg zwischen Frankreich und Deutschland: Grande-Île und Neustadt“ — 9 Stopps, 4,6 km, 3 Std. 10 Min..

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