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Broglieplatz und das Marseillaise-Denkmal

Place Broglie et Monument de la Marseillaise

Diese Station zeichnet den Weg eines Marschlieds von einer Aufführung im Haus bis zur Nationalhymne und das Schicksal der mit ihm verbundenen Menschen nach.

15 Min.
Das Marseillaise-Denkmal in Straßburg.
Chabe01 · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Zwei steinerne Freiwillige
  • Das Banner in den Händen der Figuren
  • Eine Hymnenzeile auf dem Sockel
  • Zwei bronzene Medaillons an der Fassade der Banque de France

Die Geschichte des Ortes

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Im Jahr eintausendsiebenhundertvierzig ordnete Marschall François-Marie de Broglie, der die königlichen Truppen im Elsass befehligte, an, den hiesigen Pferdemarkt in einen von Linden gesäumten Promenadenplatz zu verwandeln. Von ihm sind der Name Broglie und die langgestreckte Form des Platzes geblieben. Noch heute findet hier ein Wochenmarkt statt, und vor Weihnachten werden Reihen festlicher Buden aufgebaut.

Am Rathaus halten zwei steinerne Freiwillige die Stange eines einzigen Banners. In den Sockel ist die erste Zeile der französischen Nationalhymne eingemeißelt: „Auf, Kinder des Vaterlandes“. Der Bildhauer Alfred Marzolff schuf dieses Denkmal nach dem Ersten Weltkrieg; enthüllt wurde es am vierzehnten Juli eintausendneunhundertzweiundzwanzig. Zur Komposition gehörten Bronzebildnisse zweier Menschen: des Autors des Liedes, Claude Joseph Rouget de Lisle, und seines Auftraggebers, des Straßburger Bürgermeisters Philippe-Frédéric de Dietrich.

Am zwanzigsten April eintausendsiebenhundertzweiundneunzig erklärte das revolutionäre Frankreich einem Monarchen aus dem Haus Habsburg den Krieg. Straßburg lag an der Grenze, hier war die Rheinarmee stationiert. Bürgermeister Philippe-Frédéric de Dietrich brauchte ein Lied, mit dem die Soldaten zum Feldzug aufbrechen konnten. Er wandte sich an den Hauptmann der Pioniertruppe Rouget de Lisle: Dieser ging ganz in seinem Dienst als Offizier auf, schrieb aber bereits Gedichte und Musik für städtische Feste.

Über Nacht komponierte Rouget de Lisle Text und Melodie des „Kriegslieds der Rheinarmee“. Am nächsten Tag wurde es im Haus von Philippe-Frédéric de Dietrich aufgeführt. Ein später berühmt gewordenes Bild zeigt den singenden Autor mit erhobener Hand, doch ein Familienbrief überliefert eine andere Szene. Philippe-Frédéric de Dietrich selbst sang das neue Stück mit seiner Tenorstimme, und seine Frau Louise-Sibylle arrangierte die Musik für Cembalo und andere Instrumente und begann, die Stimmen abzuschreiben. Für die Versammelten war es ein gelungenes Marschlied, noch ohne den Namen „Marseillaise“.

Eine der Kopien gelangte zu dem Freiwilligen François Mireur aus Montpellier. Am zweiundzwanzigsten Juni sang er sie bei einem patriotischen Bankett in Marseille; am nächsten Tag druckte eine örtliche Zeitung den Text. Die Freiwilligen aus Marseille lernten das Lied und nahmen es mit nach Paris. Die Pariser hörten es von den ankommenden Menschen aus dem Süden und nannten es zunächst das „Lied der Marseiller“, dann die „Marseillaise“.

Für ihre ersten Interpreten endete die Revolution schwerer. Philippe-Frédéric de Dietrich setzte sich für den Erhalt der konstitutionellen Monarchie ein. Nach dem Sturz des Königs wurde er einer Verschwörung beschuldigt, und selbst der Freispruch vor Gericht brachte ihm keine Freiheit: Am neunundzwanzigsten Dezember eintausendsiebenhundertdreiundneunzig wurde der ehemalige Bürgermeister in Paris hingerichtet. Rouget de Lisle protestierte gegen die Verhaftung von Philippe-Frédéric de Dietrich, verlor seine Offiziersstelle und verbrachte danach fast ein Jahr im Gefängnis. Während der Autor in Haft war, sangen republikanische Armeen sein Lied; im Jahr eintausendsiebenhundertfünfundneunzig wurde es zur Nationalhymne erklärt.

Das Denkmal stellte man auf dem Broglieplatz auf, weil man im Jahr eintausendneunhundertzweiundzwanzig die erste Aufführung für einen Abend im Familienpalais der Dietrichs hielt, das hier an der Stelle der heutigen Banque de France stand. Später entdeckten Archivare, dass der Bürgermeister damals ein anderes Haus gemietet hatte – in der rue des Charpentiers, unter der heutigen Hausnummer siebzehn. Die genaue Adresse des historischen Abends bleibt umstritten, und das Gebäude am Platz, an das man die alte Version geknüpft hatte, existiert nicht mehr.

Im Jahr eintausendneunhundertvierzig ordnete die nationalsozialistische Verwaltung an, Marzolffs Denkmal zu zerschlagen. Vierzig Jahre später stellten die Handwerker der Stiftung Œuvre Notre-Dame die steinernen Freiwilligen nach dem erhaltenen Gipsmodell wieder her. Zwei bronzene Medaillons aus der früheren Komposition sind nun an der Fassade der Banque de France befestigt: Dietrich und Rouget de Lisle blieben gegenüber der steinernen Kopie des Denkmals, das für ihr Lied geschaffen wurde.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktPlace de la République
Eintrittvon außen

Platz und Denkmal sind außen ohne feste Öffnungszeiten zugänglich; städtische Veranstaltungen und Märkte können die Wege verändern.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Diese Station findet vollständig im Freien statt. Gehen Sie um das Denkmal herum, um die Komposition vollständig zu erfassen, und suchen Sie die Medaillons gesondert – sie befinden sich nicht am Monument selbst.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie an der Opéra national du Rhin vorbei, überqueren Sie den Kanal und betreten Sie den runden Garten.

Stopp 6 von 9Weiter: Place de la République

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Straßburg zwischen Frankreich und Deutschland: Grande-Île und Neustadt“ — 9 Stopps, 4,6 km, 3 Std. 10 Min..

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