Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schwarze Granitplatte
- Alter Stockanker
- Friedhofszaun
- Anker und Ruder auf den benachbarten Steinen
Die Geschichte des Ortes
Der Friedhofszaun grenzt einen Teil der alten Galärvarvet ab, wo die Eskadron der Heeresflotte überwinterte. Die langen, flachgehenden Schiffe fuhren sowohl unter Segeln als auch mit Rudern; am Ufer wurden sie repariert, ausgerüstet und für Fahrten vorbereitet. Seit eintausendsiebenhundertzweiundvierzig bestattete man verstorbene Matrosen und Handwerker nahe bei ihrem Dienstort, ohne sie durch die ganze Stadt zu bringen. Anker und Ruder auf den benachbarten Steinen erinnern hier an die Tätigkeit jener Menschen, deren Namen in den Archiven oft nicht überliefert blieben.
Auf einer schwarzen Granitplatte liegt ein alter Stockanker. Die Inschrift nennt die dort Bestatteten namenlose Menschen von der „Vasa“: Dreihundertdreiunddreißig Jahre nach dem Untergang des Schiffes wurden sie aus dem Wasser geborgen und erhielten hier ihre letzte Ruhestätte.
Als die Überreste bestattet wurden, gab es in der Nähe noch kein dauerhaftes Museum. Dieses Gelände wählte man wegen seiner früheren Bestimmung. Seit eintausendsiebenhundertzweiundzwanzig überwinterte auf dem heutigen Museumsgelände eine Galeereneskadron der Heeresflotte. Galeeren – lange, flachgehende Kriegsschiffe – fuhren unter Segeln und mit Rudern. Eintausendsiebenhundertzweiundvierzig richtete man innerhalb der Werft einen Friedhof für die Menschen der Eskadron ein. Daher der Name: Friedhof der Galärvarvet.
Spätere Bestattungsbücher verzeichnen Menschen, die mit Seefahrt und Handwerk lebten: Matrosen, Zimmerleute, Blockmacher, Waffenschmiede, Schiffer und Offiziere. Viele riskierten auf Fahrten ihr Leben, andere reparierten die Schiffe und rüsteten sie hier am Ufer aus. Die Verstorbenen brachte man nicht durch die Stadt: Man ließ sie nahe bei ihrem Dienstort. Vollständige Aufzeichnungen führte man erst seit eintausendachthundertsechsunddreißig, daher verschwanden die Namen vieler früher Verstorbener. Die See-Dienstgrade auf den Steinen, die Anker und die Darstellungen von Rudern bezeichnen hier einen Beruf, keine Verzierung.
Die Überreste, die man im Inneren der gehobenen „Vasa“ gefunden hatte, untersuchte der Osteologe Nils-Gustaf Gejvall eintausendneunhundertdreiundsechzig. Er teilte die vermischten Knochen zwölf Menschen zu und bezeichnete jeden mit einem Buchstaben. Nach der damaligen Einschätzung standen vor ihm zehn Männer und zwei Frauen. Nach der Analyse beschloss man, den Überresten eine christliche Bestattung zu geben. Am zehnten August, dem Jahrestag des Untergangs, legte man die Knochen in einzelnen luftdicht verschlossenen Beuteln in Betonsärge in etwa zwei Metern Tiefe. Darüber legte man eine Platte und einen Anker, der nahe beim gesunkenen Schiff geborgen worden war.
Sechsundzwanzig Jahre später erhielt die Osteologin Ebba During den Auftrag, alle gefundenen Toten gemeinsam zu untersuchen. Dafür öffnete man das Grab. Der vorgesehene Schutz hatte nicht funktioniert: Wasser war eingedrungen, auf den Knochen war Schimmel gewachsen, und ein Teil des Materials war zerstört worden. During musste die Überreste zunächst reinigen und trocknen, bevor sie Alter, Verletzungen und Gesundheitszustand dieser Menschen bestimmen konnte.
Einem Satz Knochen gab sie den vorläufigen Namen Johan. Verletzungen an den Beinen und ein langer Kaftan aus feiner Wolle unterschieden diesen Menschen von einfachen Matrosen. Die Forschenden brachten ihn vorsichtig mit Kapitän Hans Jonsson in Verbindung – dem einzigen auf der „Vasa“ Verstorbenen, dessen Name in den Dokumenten erhalten blieb. Das Meer war sein Beruf, doch zur ersten Fahrt des neuen Schiffes hatte man den alten Kapitän als Gast eingeladen. Die Möglichkeit, diese Geschichte zu erfahren, entstand, nachdem Menschen das hiesige Grab erneut geöffnet hatten.
Auf der Platte unter dem Anker werden die Toten weiterhin namenlos genannt. In den Museumsforschungen hinter der Friedhofsmauer erscheinen sie als Adam, Beata, Johan und andere vorläufig benannte Menschen.
Praktisch vor Ort
Öffentlicher Friedhof mit kostenlosem Zugang. Prüfen Sie die genauen Tore, den Zustand der Wege und mögliche Einschränkungen vor Ort; ein respektvoller, leiser Durchgang ist erforderlich.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein aktiver Gedenkort. Sprechen Sie deshalb leiser, betreten Sie keine Grabstätten und machen Sie die Namen auf den Mauern nicht zum Hintergrund inszenierter Fotos. Alle wichtigen Details befinden sich im Freien.
