Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzefigur von Michail Glinka
- Dirigentenstab
- Zaun in Form von Notenlinien
- Gebäude der Philharmonie
Die Geschichte des Ortes
Heute befindet sich hier ein städtischer Garten mit einer breiten, ebenen Fläche zwischen den Bäumen: In der Mitte steht die Bronzefigur Glinkas, umgeben von einem gusseisernen Gitter. Dessen Querstreben ähneln Notenlinien, in die vierundzwanzig Fragmente seiner Musik eingefügt sind. Gegenüber ist die Philharmonie der Oblast Smolensk tätig, und die Figur steht mit dem Rücken zum Notenpult und hält einen Dirigentenstab in der Hand. In den Dokumenten trägt der Garten den Namen des Komponisten, doch im Sprachgebrauch der Stadt bleibt er Blonje.
Der Name „Blonje“ ist älter als die Bäume an diesem Ort. So bezeichnete man im Smolensker Land eine tief gelegene Wiesenfläche, die als städtische Viehweide diente. Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurde hier bereits kein Vieh mehr geweidet: Beamte bestimmten die ebene Fläche für Paraden und Exerzierübungen. Im Jahr achtzehnhundertdreißig erreichte der Smolensker Gouverneur Nikolai Chmelnizki die Verlegung des Exerzierplatzes und ordnete an, einen Garten anzulegen. Gemeinsam mit Chmelnizki pflanzten Bürgerinnen aus Adelsfamilien Bäume und Blumen. Die alte Bezeichnung für die leere Wiese wurde zum Namen des städtischen Gartens.
Fünfundfünfzig Jahre später wurde der Garten für die Enthüllung des ersten eigenständigen Denkmals für einen Komponisten in Russland hergerichtet. Michail Glinka wurde im Dorf Nowospasskoje im Gouvernement Smolensk geboren. Seine Oper „Ein Leben für den Zaren“, die später „Iwan Sussanin“ genannt wurde, und seine Oper „Ruslan und Ljudmila“ wurden zum Ausgangspunkt für mehrere Generationen russischer Komponisten. Auch das Gebäude gegenüber dem Denkmal verband Glinka mit Smolensk. Im Jahr achtzehnhundertachtundvierzig veranstalteten seine Landsleute in der Adelsversammlung – einem Klub und Saal für den örtlichen Adel – eine Ehrung für Glinka und baten ihn, eigene Kompositionen zu spielen.
Nach dem Tod des Komponisten reichten einhundertacht Smolensker Adlige eine Petition ein: Sie wollten im ganzen Land Spenden sammeln und das Denkmal genau hier errichten. Die Sammlung dauerte Jahre. Am zwanzigsten Mai nach dem damaligen Kalender, dem ersten Juni nach dem heutigen, des Jahres achtzehnhundertfünfundachtzig wurde vom Balkon der Adelsversammlung eine breite provisorische Treppe auf drei Bögen zum Garten hinübergeführt. Auf ihr nahmen Chor und Orchester Platz. Mili Balakirew, Komponist und Schüler Glinkas, dirigierte die Aufführung des Schlusschors „Slawsja“. Dann wurde die Hülle von der Bronzefigur entfernt, und das Stadtoberhaupt nahm das Denkmal vom Komitee entgegen.
Unter den Gästen stand Glinkas jüngere Schwester Ljudmila Schestakowa. Sie war nicht wegen eines Platzes für die Familie am Denkmal gekommen. Nach dem Tod ihres Bruders kümmerte sich Schestakowa um seine Manuskripte und Ausgaben. Sie gab eine Abschrift der Orchesterpartitur von „Ruslan und Ljudmila“ in Auftrag; das Original wurde bald darauf bei einem Brand vernichtet, und die von ihr bestellte Abschrift bewahrte die Musik. Die vollständigen Partituren der Werke ihres Bruders veröffentlichte Schestakowa auf eigene Kosten.
Während der Smolensker Feierlichkeiten schlug sie vor, in der Stadt die Glinka-Musikschule zu eröffnen, und stiftete die ersten eintausend Rubel. Das Geld reichte nicht: Die festgesetzten Fristen verstrichen, doch die Schule kam weiterhin nicht zustande. Erst im Jahr neunzehnhundertsechs erwirkte der Neffe des Komponisten, der Sänger und Pädagoge Alexander Glinka-Ismailow, die Genehmigung und eröffnete die Schule. Schestakowa starb einige Monate zuvor und sah das Ergebnis ihrer Smolensker Spende nicht.
Im Jahr nach der Enthüllung wurde der durchbrochene Zaun um das Denkmal aufgestellt. Seine Querstreben stellen Notenlinien dar, und die bronzenen Zeichen ergeben vierundzwanzig Fragmente aus Glinkas Kompositionen, darunter aus Partituren, die Schestakowa zu bewahren und herauszugeben half. Der Komponist selbst ist mit einem Dirigentenstab dargestellt und steht mit dem Rücken zu einem Notenpult – einem Ständer für Noten. Die provisorische Treppe auf drei Bögen ist längst verschwunden; das gegenüberliegende Gebäude der Adelsversammlung wird von der Philharmonie der Oblast Smolensk genutzt. In den Dokumenten heißt der Ort Glinka-Garten, doch im Sprachgebrauch der Stadt bleibt er weiterhin Blonje.
Praktisch vor Ort
Städtischer Garten; erkundigen Sie sich vor einem frühen oder späten Besuch vor Ort nach den saisonalen Öffnungszeiten einzelner Zugänge.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Am besten geht man einmal um das Denkmal herum: Die musikalische Notation verteilt sich über den gesamten Zaun. Alle wichtigen Einzelheiten lassen sich bei einer gewöhnlichen Besichtigung des Gartens von den Wegen aus erkennen.
