Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fünf Erdvorsprünge
- Teich im ehemaligen Graben
- Brücke an der Stelle des einzigen Eingangs
- Zugemauerte Bögen unter den Löwenfiguren
Die Geschichte des Ortes
Unter polnisch-litauischer Herrschaft wurde an dieser Stelle eine fünfeckige Erd-Zitadelle angelegt, obwohl sich in der Stadt für sie die Bezeichnung Königsbastion einbürgerte. Drei ihrer Ecken waren zur Schlucht, zum Graben und zu den Zugängen zur Mauer gerichtet, zwei zur Stadt: Die Garnison beabsichtigte, auch deren Einwohner unter Kontrolle zu halten. Eine einzige Zugbrücke öffnete den Weg in einen abgeschlossenen Militärhof mit dem Wohnhaus des Kommandanten, Soldatenunterkünften, Waffen und Pulver. Der Teich nimmt einen Teil des alten Grabens ein, die heutige Brücke folgt der Stelle des damaligen Eingangs, und die Bögen unter den Löwen führen zu den ehemaligen Lagerräumen.
Vor der Belagerung des Jahres eintausendsechshundertvierundfünfzig nahm Oberst Korff, der Befehlshaber der Söldnerinfanterie der Smolensker Garnison, eine Arbeit auf sich, mit der Offiziere gewöhnlich nicht prahlten. Er flocht Körbe für Erde, verlegte gemeinsam mit seinen Untergebenen Rasenstücke und setzte den abgerutschten Wall wieder instand. Diese Körbe wurden in Reihen aufgestellt und mit Erde gefüllt. So entstand eine Brustwehr, die eine Kugel aufhalten konnte. Oberst Korff erhielt den am stärksten vernachlässigten Abschnitt der Verteidigungsanlagen: eine Erd-Zitadelle, die heute Königsbastion genannt wird.
Sie entstand an der Stelle einer Bresche. Im November eintausendsechshundertzehn sprengten die Mineure des polnischen Königs Sigismund des Dritten hier einen Turm und die angrenzenden Abschnitte der Mauer. Der Durchbruch wurde damals aufgehalten, und die Einwohner von Smolensk schlossen die Bresche mit Erde. Nach dem Fall der Stadt beschloss Sigismunds Sohn, der Königssohn Władysław Wasa, der das annektierte Smolensker Land verwaltete, die provisorische Aufschüttung durch eine eigenständige Festung zu ersetzen. Die drei steinernen Türme und die Mauer wiederaufzubauen wäre zu teuer gewesen.
Von eintausendsechshundertsechsundzwanzig bis eintausendsechshundertzweiunddreißig errichtete man hier nach dem Vorbild der Zitadelle von Antwerpen ein Erdfort. Władysław widmete es seinem Vater und nannte es Sigismund-Festung. Daher stammt auch die heutige Bezeichnung „Königsbastion“: Die Befestigung wurde von einem Königssohn zu Ehren des Königs erbaut, dessen Armee hier die Bresche hinterlassen hatte.
Nur in der Umgangssprache war die Anlage eine einzelne Bastion. Tatsächlich handelt es sich um eine ganze fünfeckige Zitadelle mit fünf Vorsprüngen. Drei waren zur Außenseite der Stadt gerichtet: Von dort aus bestrich man die Schlucht, den Graben und die Zugänge zur Mauer mit Feuer. Zwei waren ins Innere von Smolensk gerichtet. Die Garnison sollte deren Geschütze einsetzen, falls die orthodoxen Einwohner einen Aufstand begannen. In die Zitadelle führte eine einzige Zugbrücke. Hinter dem Tor befanden sich Kasernen, ein Arsenal, Pulvermagazine und das Haus des Kommandanten.
Im Jahr eintausendsechshundertvierundfünfzig gehörte Smolensk bereits seit dreiundvierzig Jahren zu Polen-Litauen, dem polnisch-litauischen Staat. Das russische Heer des Zaren Alexei Michailowitsch kam, um die Stadt zurückzuerobern. Zwanzig friedliche Jahre hatten die Wälle ohne angemessene Instandhaltung gelassen. Deshalb musste Oberst Korff die Zitadelle wiederherstellen, während der Gegner bereits heranrückte.
Um drei Uhr nachts zogen während des Sturmangriffs im August Moskauer Strelizen mit breiten Leitern gegen die Königsfestung. Ihr Befehlshaber war Dmitri Subow, ein Strelizenhauptmann, also der Anführer einer Strelizenabteilung, die den Weg in die Stadt öffnen sollte. Einen vorbereitenden Kanonenbeschuss hatte es nicht gegeben: Subow rechnete damit, die Garnison zu überraschen.
Oberst Korffs Infanterie schlug den Angriff vom Wall aus zurück. Als ein Teil der Strelizen den benachbarten Turm erreichte, bemerkte Oberst Korff sie und schickte eine weitere Kompanie dorthin. Subow fiel, und seine Abteilung zog sich zurück. Anschließend konnte Oberst Korff seine Soldaten auf einen anderen Abschnitt der Mauer verlegen, wo die Angreifer die Verteidiger bereits zurückdrängten.
Der Sturmangriff nahm Smolensk nicht ein, doch die Garnison erhielt keine Hilfe. Oberst Korffs Infanteristen dienten gegen Sold, und bis zum Ende der Belagerung schuldete man ihnen das Geld für fünf Auszahlungstermine. Es begann Desertion. Im September ergab sich die Stadt unter der Bedingung, dass die Garnison frei abziehen durfte. Oberst Korff wurde des Verrats beschuldigt und musste erklären, warum man die Festung nach dem abgewehrten Angriff übergeben hatte. Die Militärkommission erkannte die Verdienste seiner Infanterie an und ließ den Oberst nach der Untersuchung frei.
Von der Zitadelle sind fünf Erdvorsprünge erhalten geblieben. Der Teich im Lopatinski-Garten nimmt einen Teil des ehemaligen Grabens und der Vertiefung ein, aus der man die Erde für die Wälle entnahm. Die heutige Brücke verläuft dort, wo sich der einzige Eingang befand. Die zugemauerten Bögen unter den Löwenfiguren führen in die ehemaligen Räume für Pulver und Waffen.
Praktisch vor Ort
Offener Parkbereich; einzelne Wege können während Restaurierungsarbeiten und saisonaler Arbeiten gesperrt sein.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Bastion als eine zusammenhängende Erdmasse und nicht als einen einzelnen Hügel. Bleiben Sie auf den Wegen: Die steilen grasbewachsenen Hänge sind bei feuchtem Wetter besonders unsicher.
