Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Drei Granitsäulen
- Granitrelief
- Abgang zum Gedenkplatz
- Grundstein im Blumenbeet
Die Geschichte des Ortes
Der Huangpu-Park an der Mündung des Suzhou-Flusses führt zum Gedenkplatz. Über ihm erheben sich drei Granitpylone, die wie Gewehrläufe zusammengeführt sind; das Relief am Fuß zeigt Beteiligte an Kriegen und Revolutionen, denen das Denkmal für die Volkshelden von Shanghai gewidmet ist. Früher befand sich hier ein öffentlicher Garten auf Land, das dem ausländischen Shanghai Municipal Council zur Erholung ohne kommerziellen Zweck überlassen worden war. Die alten Tore und Tafeln sind verschwunden, doch im Blumenbeet am Abgang bewahrte man den Grundstein für das künftige Denkmal.
Im Sommer achtzehnhundertsechsundachtzig kam Yan Yongjing mit sechs chinesischen Pastoren zum Tor dieses Gartens. Sie hielten Bibeln in den Händen: So sah ihr friedlicher Protest gegen die Regeln aus, die Chinesen den Eintritt verboten. Yan war Pastor und unterrichtete an einem Missionskolleg, damit verdiente er seinen Lebensunterhalt. Er setzte sich dafür ein, dass die chinesischen Einwohner Shanghais den Park nutzen konnten, dessen Unterhalt auch aus ihren Steuern bezahlt wurde.
Der Park hieß damals Öffentlicher Garten. Das Grundstück an der Mündung des Suzhou-Flusses war chinesisches Staatsland. Im Jahr achtzehnhundertachtundsechzig wurde es dem ausländischen Shanghai Municipal Council ohne Ablöse überlassen, unter der Bedingung, dass hier ein nichtkommerzieller Erholungsort entstehen sollte. Die veröffentlichten Regeln erlaubten jedoch Ausländern und chinesischen Bediensteten, die ihre Herren begleiteten, den Eintritt, während alle anderen Chinesen vor dem Tor bleiben mussten.
Die berühmte Aufschrift „Chinesen und Hunden ist der Eintritt verboten“ ist in dieser Form höchstwahrscheinlich eine spätere Formel. Die Dokumente belegen etwas anderes: Das Verbot für Hunde und Fahrräder bildete einen Punkt, das Eintrittsverbot für Chinesen einen eigenen. Für jemanden, der nicht eingelassen wurde, änderte die Reihenfolge der Punkte nichts.
Yan Yongjing und seine Mitstreiter begannen mit Briefen. Im Jahr achtzehnhunderteinundachtzig erinnerten sie den Municipal Council daran, dass chinesische Einwohner Abgaben für den Unterhalt des Gartens zahlten. Vier Jahre später forderten acht Pastoren, Ärzte und Kaufleute aus Shanghai, die demütigenden Regeln aufzuheben. Die ersten Forderungen waren vorsichtig: Die Aktivisten waren sogar mit besonderen Ausweisen und getrennten Besuchstagen einverstanden. Der Council gab eine begrenzte Zahl von Genehmigungen aus und richtete dann in der Nähe einen getrennten Garten für Chinesen ein. Yan weigerte sich, dies als Lösung anzusehen, und nahm nicht mehr an öffentlichen Zeremonien am Bund teil, bei denen dem chinesischen Publikum ein Platz auf der anderen Seite der Straße zugewiesen wurde.
Er starb im Jahr achtzehnhundertachtundneunzig und erlebte die offenen Tore hier nicht mehr. Zeitungen, Handelsvereinigungen und chinesische Mitglieder kommunaler Kommissionen führten den Streit weiter. Erst im Sommer neunzehnhundertachtundzwanzig hob die Versammlung der Steuerzahler die rassische Beschränkung auf. Chinesen erhielten das Recht, Eintrittskarten zu kaufen. Eine Karte kostete zehn Kupfermünzen und wurde bald doppelt so teuer, daher blieben regelmäßige Spaziergänge für Menschen mit einem festen Einkommen leichter zugänglich. Kostenlos wurde der Huangpu-Park erst viel später.
Das hier stehende Denkmal ist nicht den Beteiligten des Kampfes um den Eintritt in den Garten gewidmet. Die Inschrift „Denkmal für die Volkshelden von Shanghai“ bezieht sich auf die Gefallenen im bewaffneten und revolutionären Kampf von achtzehnhundertvierzig bis neunzehnhundertneunundvierzig. Drei sechzig Meter hohe Säulen, denen die Architekten die Form zusammengeschlossener Gewehrläufe gaben, bezeichnen drei große Zeitabschnitte: nach dem Ersten Opiumkrieg, nach der Bewegung des 4. Mai und während des Befreiungskrieges. Das Granitrelief unten zeigt Beteiligte an antibritischen Protesten, revolutionären Organisationen, dem Widerstand gegen Japan und den Kämpfen um Shanghai.
Der erste Bürgermeister des neuen Shanghai, Chen Yi, legte hier im Mai neunzehnhundertfünfzig persönlich den Grundstein für das künftige Denkmal. Der Bau wurde eingestellt, und vierunddreißig Jahre nach einer Eingabe von siebenundvierzig Stadtverordneten griff man den Entwurf wieder auf. Fast eine Million Menschen spendeten Geld für das Bauwerk. Der Turm wurde im Jahr neunzehnhundertvierundneunzig eröffnet, und den ersten Stein von Chen Yi bewahrte man im Blumenbeet am Abgang zum Gedenkplatz. Die alten Tore und die frühere Tafel gibt es hier nicht mehr.
Praktisch vor Ort
Offener Stadtraum; wählen Sie einen Aussichtspunkt, der den Fußgängerverkehr nicht behindert.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wählen Sie einen ruhigen Platz am Weg: Am Denkmal und am Ausgang zur Uferpromenade verändert sich der Fußgängerstrom ständig.
