Stopp 4 von 8

Die Promenadenlinie des Bund

Dieser Punkt erklärt, warum man im Zentrum des Hafens einen Spazierstreifen ohne Frachtanlegestellen bewahrte.

18 Min.
Promenade des Bund am Huangpu-Fluss, Shanghai.
Jean-Pierre Dalbéra · CC BY 2.0; cropped/resized for app
12345678

0 von 8 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Granitbrüstung
  • Rasenflächen am Wasser
  • Reihe steinerner Fassaden
  • Huangpu-Fluss

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Die Uferpromenade am Huangpu-Fluss besteht aus einer Granitbefestigung, einer Straße und Rasenflächen auf angehobenem Boden. Als hier noch ein Gezeitenwatt lag, führten lange Holzstege zu den Schiffen im Fluss. Die Schiffe kamen nicht dicht ans Ufer: Menschen und Fracht wurden in kleinen Booten befördert. Auf der anderen Seite der Straße stehen die steinernen Fassaden der Gebäude, in denen Banken, Versicherungsgesellschaften und Schifffahrtsbüros arbeiteten.

Ende des Jahres achtzehnhundertneunundsechzig schickte Edward Cunningham von Yokohama nach Shanghai einen vierseitigen Brief. Er hatte gerade seinen Posten als Vorsitzender des Shanghai Municipal Council aufgegeben und forderte, das Ufer des Huangpu-Flusses von Frachtanlegestellen freizuhalten.

Damals schien ein solcher Ausgang nicht selbstverständlich. Das Wort „Bund“ kam aus Indien in die englische Sprache und bezeichnete einen aufgeschütteten Damm oder Deich; der chinesische Name Waitan bedeutet „äußeres Ufer“. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts beschrieb der Name den Ort fast wörtlich: eine befestigte Straße, ein Gezeitenwatt und lange hölzerne Stege zu den Schiffen. Der freie Streifen beim Konsulat bestand bereits, doch weiter südlich schlugen die Eigentümer der Ufergrundstücke immer wieder vor, das Watt mit Anlegestellen und Lagerhäusern zu besetzen.

Cunningham trat gegen Leute aus seinem eigenen Geschäft auf. Er war Partner des amerikanischen Handelshauses Russell & Company, gründete die Shanghai Steam Navigation Company und beschaffte ihr Geld, als seine Geschäftspartner in den Vereinigten Staaten sich weigerten, Kapital zu riskieren. Sein Einkommen hing von den Transporten auf dem Jangtsekiang ab. Er gründete auch eine Versicherungsgesellschaft, die Verluste durch den Untergang von Schiffen und Ladungen deckte.

Gerade der Dampfschifffahrtsunternehmer erklärte dem Rat, dass Anlegestellen dem Handel schaden würden. Cunningham hielt den offenen Raum für die wichtigste Ware Shanghais an diesem Ufer: Banken, Börsen und Geschäftsbüros würden sich hier niederlassen, solange vor ihren Fenstern eine Promenade liege und keine gestapelten Waren. Laute Hafenviertel wie in Liverpool wollte er im Zentrum Shanghais nicht, obwohl er selbst an Dampfschiffen verdiente.

Ein Brief allein reichte nicht aus. Die Grundstückseigentümer stritten weiter mit dem Shanghai Municipal Council. Der städtische Arzt Alex Jamieson, der sich um die Reinigung des Watts bemühte, legte einen eigenen Bericht über die Notwendigkeit vor, die Uferpromenade zu verbreitern. Im Jahr achtzehnhunderteinundsiebzig entschied das Konsulargericht, dass der Uferstreifen der Öffentlichkeit und nicht den Eigentümern der angrenzenden Grundstücke gehörte. Ein Jahr später schloss der Rat mit ihnen eine Vereinbarung: Die Stadt bezahlt die Granitbefestigung und die Straße, das freigeräumte Watt wird in einen öffentlichen Garten verwandelt. Bis zum Jahr achtzehnhundertneunundsiebzig hatte man die Bauten am Wasser abgerissen, den Boden angehoben und Rasenflächen angelegt.

Große Schiffe legten am Bund dennoch nie an. Sie blieben im Fluss, und Menschen sowie Fracht wurden in kleinen Booten ans Ufer gebracht. Dafür sammelten sich gegenüber der Promenade tatsächlich Banken, Versicherungsgesellschaften und Büros von Schifffahrtsunternehmen.

Cunningham erlebte die endgültige Bestätigung seiner Berechnung nicht: Er starb im Jahr achtzehnhundertneunundachtzig. Drei Jahrzehnte später errichtete man für die von ihm gegründete Versicherungsgesellschaft ein Steingebäude mit der Nummer sechsundzwanzig. Ihre Büros erhielten eine Fassade gegenüber dem Huangpu-Fluss; Frachtanlegestellen erschienen nicht unter ihren Fenstern.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort18 Min.
Nächster PunktZollhausuhr und Bankkuppel
Eintrittvon außen

Offener Stadtraum; wählen Sie einen Aussichtspunkt, ohne den Fußgängerverkehr zu behindern.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Bleiben Sie für den Panoramablick außerhalb des Hauptstroms stehen; einzelne Gebäude werden weiterhin genutzt, daher erfordert die Erzählung keinen Eintritt.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie nach Süden zu den Turmuhren des Zollhauses Shanghai.

Stopp 4 von 8Weiter: Zollhausuhr und Bankkuppel

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Bund und Nanjing Dong Lu: von der Brücke zum Platz“ — 8 Stopps, ≈5,1 km, 2,5–3 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt