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Gwanghwamun-Tor

광화문 / Gwanghwamun Gate

Dieser Ort zeigt, wie sich ein Denkmal bewahren und zugleich seiner früheren Funktion berauben lässt.

10 Min.
Gwanghwamun-Tor
Chang0306 · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Drei steinerne Bögen
  • Sockel aus Granit
  • Hölzerner Turm
  • Tafel mit dem Namen

Die Geschichte des Ortes

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Das Gwanghwamun-Tor ist das südliche Haupttor des Gyeongbokgung-Palasts. Drei steinerne Bögen teilten die Menschen nach Rang ein: Der mittlere war dem König vorbehalten, durch die seitlichen gingen der Thronerbe und die Beamten. Hier begannen die Ausfahrten des Königs und die offiziellen Prozessionen auf der Yukjo-geori. Im Jahr eintausendvierhundertsechsundzwanzig beauftragte König Sejong die Gelehrten des Jiphyeonjeon, die Namen der Palasttore festzulegen. Für diesen Eingang wählten sie Gwanghwamun. Mit dem Wort „gwanghwa“ bezeichnete man eine wohltätige Wandlung, die sich durch die Tugend des Herrschers im ganzen Land verbreiten sollte.

Das erste Tor wurde im Jahr eintausenddreihundertfünfundneunzig errichtet. Es brannte im Jahr eintausendfünfhundertzweiundneunzig zusammen mit dem Palast nieder, und ein neuer Turm wurde erst mehr als zweihundertsiebzig Jahre später, unter König Gojong, errichtet. Gerade dieser Bau wurde für die Beamten des Japanischen Generalgouvernements in Korea zum Hindernis.

Zu Beginn der zwanziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts errichtete man hinter dem Tor das gewaltige Gebäude des japanischen Generalgouvernements in Korea. Das Gwanghwamun-Tor verdeckte dessen Fassade von der Hauptstraße aus. Die Beamten wollten das Tor abtragen lassen, damit der neue Verwaltungsbau den Platz am Ende der Allee einnahm.

Yanagi Muneyoshi, ein japanischer Philosoph und Kunstkritiker, setzte sich dafür ein, den Abriss abzuwenden. Er schrieb über Kunst, sammelte koreanische Keramik und reiste oft nach Korea; zwei Jahre nach diesem Streit würde Yanagi im Gyeongbokgung-Palast das Museum für koreanische Volkskunst eröffnen. Sein Mittel, das Tor zu verteidigen, war ein Artikel.

Im Sommer des Jahres eintausendneunhundertzweiundzwanzig schrieb Yanagi den Text „Für ein koreanisches Bauwerk, dem das Verschwinden droht“. Er schlug den Japanern vor, sich die umgekehrte Szene vorzustellen: Korea habe Japan annektiert, in Edo habe man ein koreanisches Generalgouvernement errichtet, und die alte Burg werde für dessen Fassade abgerissen. Die koreanische Zeitung Dong-A Ilbo druckte den Artikel fünf Tage hintereinander. Die kolonialen Zensoren strichen diesen Vergleich; daraufhin veröffentlichte Yanagi ihn in der japanischen Zeitschrift Kaizō.

Der Artikel verstärkte den Protest gegen den Abriss, und die Verwaltung gab nach. Yanagi bewahrte das Bauwerk, konnte aber seine Funktion nicht bewahren. Im Jahr eintausendneunhundertsechsundzwanzig zerlegten Bauarbeiter das Gwanghwamun-Tor und bauten es nördlich des Osttors des Palastes wieder auf. An seinem früheren Standort entstand eine direkte Zufahrt zum Generalgouvernement. Der Haupteingang des Palastes war kein Eingang mehr.

Der hölzerne Turm, um den Yanagi gestritten hatte, ging im Jahr eintausendneunhundertfünfzig bei Beschuss zugrunde; vom versetzten Tor blieb der steinerne Unterbau erhalten. Im Jahr eintausendneunhundertachtundsechzig befahl Präsident Park Chung-hee, das Gwanghwamun-Tor an die Südseite des Palastes zurückzubringen. Den hölzernen Aufbau ersetzte man durch Stahlbeton, und der Präsident schrieb selbst auf Koreanisch den Namen für die neue Tafel. Bei der Zeremonie ordnete er an, Denkmäler künftig aus Beton wiederherzustellen, damit sie tausend Jahre lang stehen blieben.

Die Bauarbeiter richteten das Tor auf das ehemalige Gebäude des japanischen Generalgouvernements in Korea aus, das damals von staatlichen Einrichtungen genutzt wurde. Dadurch stand das Gwanghwamun-Tor seitlich von seinem früheren Standort und war gegenüber den Palastgebäuden um fast vier Grad verdreht. Achtunddreißig Jahre später zerlegte man den Betonturm. Neun seiner großen Bauteile übergab man dem Seoul Museum of History.

Restauratoren errichteten das heutige Tor aus Granit und Holz und brachten es im Jahr eintausendneunhundertzehn auf die Achse des Palastes zurück. Yanagis Turm steht hier nicht mehr, und auch Park Chung-hees Betonturm ist nicht mehr da. An seinem früheren Standort stehen wieder drei Durchgänge, und über ihnen steht der Name, den Sejongs Gelehrte dem Haupttor vor fast sechs Jahrhunderten gaben.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktGeunjeongjeon
Eintrittvor Ort

Nach dem Betriebsplan des Gyeongbokgung-Palasts: November-Februar 09:00-17:00, März-Mai und September-Oktober 09:00-18:00, Juni-August 09:00-18:30; letzter Einlass eine Stunde vor Schließung, dienstags geschlossen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das Tor und die Plattform lassen sich von außen betrachten; der weitere Teil der Route verläuft auf dem Gelände des Gyeongbokgung-Palasts, für das ein separater Eintritt nötig ist. Halten Sie sich nicht in den Durchgängen auf und folgen Sie den Wegweisern des Palastes.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Betreten Sie den Palast und halten Sie sich auf dem geraden Weg zum Zeremonialhof.

Stopp 2 von 8Weiter: Geunjeongjeon

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Altes Seoul: Palast, Bukchon und Jongno“ — 8 Stopps, 5.2 km, 4 Stunden.

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